Hallo zusammen,
kurze Randinformationen. Ich bin 23, Sie ist 24. Die Beziehung hielt 10 Jahre. Trennungsgrund war, dass sie keine Kraft mehr hatte. Ich habe ADHS, Depressionen und eine Angststörung. Das führte dazu, dass ich nie selbstständig geworden bin und mein Leben geprägt war von Versagen und Rückschlägen. Ich habe einen Job nach dem Anderen wieder verloren, lag teilweise den ganzen Tag nur im Bett und stand im Dezember letzten Jahres genau an dem Punkt, an dem ich ein Jahr zuvor auch stand. Sie hat mich die 10 Jahre lang mit all ihrer Kraft unterstützt, wo sie nur konnte. Es war für sie am Ende einfach nicht mehr aushaltbar, den Menschen, den sie so liebt, leiden zu sehen und keine Aussicht auf Besserung zu haben. Sie hat klar gesagt, dass sie nicht mehr die Verantwortung für mich übernehemen möchte, weil das einfach zu viel für sie ist. Ich hingegen war komplett emotional abhängig. Mein ganzes Leben drehte sich nur um sie. Sie war der einzige Grund, warum ich überhaupt noch morgens aufgestanden bin. Mein Selbstwert beruhte allein auf ihr. Dass das kein Mensch tragen kann, ist mir jetzt selbstverständlich bewusst.
Die Trennung erfolgte vor 5 Wochen. Ich habe bereits die Woche davor gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie war kaum zuhause, hat kaum mit mir geredet und ihr war komplett egal, was ich mache oder nicht mache. Da ich sowieso gerade in einem tiefen Depressionsloch steckte, gab mir das den Rest und ich beschloss, mir das Leben zu nehmen. Daraufhin schrieb ich einen Abschiedsbrief, den ich in der Nachttischschublade verstaute. Ich war absolut nicht zufrieden mit dem Brief, aber ich hatte keine Möglichkeit mehr, daran weiterzuschreiben.
Einen Tag später trennte sie sich (ohne, es direkt auszusprechen. Wir beide wussten aber, was sie meinte) und ich fuhr einfach weg. Sie fand daraufhin den Brief in meinem Nachttisch und war natürlich komplett aufgelöst. Ich habe mich dann in eine Psychiatrie einweisen lassen. Sie hat dann die Standard-Dinge getan, die man bei einer Trennung halt so macht. Bilder auf Social Media entfernen, Chat-Hintergrund ändern, Profilbild ändern, etc.
Im Schmerz habe ich ihr dann Blumen zum Valentienstag (2 Wochen später) bestellt
.
In der Klinik hatten wir dann ein persönliches Gespräch, in der sie mir erklärt hat, dass wir getrennt sind und warum sie diese Entscheidung getroffen hat. Ich war am Ende. Sie hatte sich gewünscht, keinen Kontakt mehr zu haben und dass ich mich auf mich konzentrieren soll. Eine Woche später war sie aber erneut nochmal an der Klinik um mir etwas vorbeizubringen, was ich brauchte. Auch dann haben wir wieder eine Weile gesprochen und ich habe mich dafür entschuldigt, wie es gelaufen ist. Ich sagte ihr, dass unsere Beziehung dieses Ende nicht verdient hat. Ich fragte sie, ob sie noch einen letzten Kuss möchte. Sie überlegte sehr lange, aber stimmte am Ende zu. Der Kuss hielt vielleicht eine Sekunde, da sie sofort in Tränen ausbrach, ins Auto stieg und fuhr.
Daraufhin hatte ich sie in den folgenden 8 Tagen ab und zu angeschrieben, weil ich die KS nicht aushielt (ich weiß, ich weiß...). Sie war plötzlich kühl, extrem distanziert und teilweise sehr verletzend.
An einem Abend wurde ich wieder schwach und rufte sie an. Sie war extrem herzlos und kalt zu mir. Dinge, wie "Wie es mir geht ist nicht mehr dein Bier" wurden gesagt. Dieses Gespräch hat mich so hart getroffen, dass ich mich vollgedröhnt mit Beruhigungsmitteln selbst entlassen habe und seitdem bei meinen Eltern wohne. (Das war auch die richtige Entscheidung) Später am Abend schrieben wir nochmal kurz und ich sagte ihr, dass sie sehr klar gemacht hat, was sie fühlt und dass für uns keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft besteht. Ich sagte ihr, dass ich auch keine Beziehung mehr will, damit ich sie nicht nocheinmal verletze. War zu diesem Zeitpunkt zwar ernst gemeint, ich stand aber auch maximal unter Beruhigungsmitteln. Mit der Menge hätte man eine Kuh umbringen können..
Danach schrieb sie plötzlich von jetzt auf gleich ganz anders. Nicht mehr distanziert. Nicht mehr kalt und herzlos. Sie schrieb "Ich bin froh, dass ich zumindest gerade das Gefühl habe, dir nicht die ganze Zeit so eine Scheiße an den Kopf werfen zu müssen" und "Es gibt nichts zum verzeihen. Ich habe dir schon lange verziehen". Diese Nachricht interpretierte ich folgendermaßen: Das was sie gesagt und geschrieben hat, hat sie nur gesagt, um mich wegzustoßen, nicht weil sie es auch so gefühlt hat (Ich kann retrospektiv auch bestätigen, dass genau das der Fall war). Das weckte in mir natürlich wieder massive Hoffnungen.
Wir haben ausgemacht, dass ich am Samstag vorbeikomme, um Sachen aus der Wohnung zu holen. Nach diesem Telefonat (Montag) hielt ich die KS wieder durch.... Bis Donnerstag. Und dafür gab es auch einen Grund. Mir wurden plötzlich sehr viele Reels auf Instagram angezeigt, die sie geliked hat. Und der Inhalt dieser Reels war immer der selbe und mehr als eindeutig. Folgende Dinge wurden in diesen Reels gesagt: "As long as i exist, you'll always have someone who will love every version of you, and someone who's always proud of you in everything", "I'm sorry I hurt you. [...] The moments we shared meant everything to me. Please don't walk away forever. Give me another chance to prove i can love you right this time", "Go get her back bro, stop acting like you don't want it anymore", "Vielleicht müssen wir jetzt eine Zeit lang unseren eigenen Weg gehen, bis wir wieder zueinander finden", "they say two people seperate so they can come back stronger. god i hope they're right.", "I still love you, even without any conversation again, even when we act like strangers, i still want you to come back. i hope one day we can be together again", und so weiter und so weiter. Ich habe an dem Abend stundenlang gedoomscrolled und über 90 Reels gefunden, die alle diese Botschaften enthielten und die sie geliked hat. Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass sie ganz genau weiß, dass ich sehe, was sie liked.
Diese Reels haben in mir wieder alles geweckt. Im Hoffnungswahn bastelte ich ihr eine Karte zum Valentinstag und rief sie dann am Donnerstag-Abend an. Ich hielt es nicht mehr aus. Wir telefonierten eine Stunde lang und sagte tausend Mal, dass es ihr leid tut. Dass sie die ganzen Wochen versucht hat, ihre Gefühle nicht nach außen zu tragen, um mich zu schützen. Aber es ging ihr in den letzten Tagen (nach dem herzlosen Telefonat am Montag) so schlecht, dass sie schwach wurde und geliked hat, was das Zeug hilelt. Zusätzlich hat sie noch 2 BeReals auf ihrem Profil angepinnt, auf dem nur wir beide zusammen drauf sind. Für mich war die Sache eindeutig. Aber scheinbar nicht. Sie betonte nur immer wieder, dass es ihr leid tut und dass das zwar das ist, was sie wirklich fühlt, aber dass sie einfach keine Kraft hat, sich gerade wieder darauf einzulassen.
Zwei Tage später (Am Valentinstag) fuhr ich dann wie verabredet zu ihr in die Wohnung, um Sachen mitzunehmen. Letztendlich war ich 5 Stunden dort und wir haben sehr viel geweint und geredet. Nachdem ich angekommen bin, haben wir uns erstmal sehr lange und sehr innig umarmt. Man hat wirklich gespürt, wie sehr sie mich vermisst und wie sehr sie mich liebt.
Diese Umarmung gab es insgesamt vier Mal während dieses Treffens. Und jedes Mal merkte man, wie sehr sie mich liebt. Ich habe viel gesagt an diesem Tag. Habe versucht, sie zurückzugewinnen. Letztendlich ohne Erfolg, aber ich habe sie deutlich zum nachdenken angeregt. Sie hat sich sowohl über die Karte, als auch die Blumen gefreut. Das war ihr anzumerken, obwohl sie nur sehr stark geweint hat. Zum Abschied sagte ich nocheinmal "Ich liebe dich" und sie antwortete, das erste Mal seit der Trennung, "Ich dich auch", schloss die Tür und ich hörte nur, wie sie im Flur an der Tür zusammenbrach und weinte.
Das ist jetzt 3 Tage her. Und auch in diesen drei Tagen hat sie wieder sehr viele Reels geliked, die wieder alle das selbe sagen: "Ich vertraue auf Gott, dass er uns wieder zusammenbringt", "january: i have to break up with him... july: wtf why did i do this", "I will fight for this relationship till my very last breath, i promise you", "God, thank you for him. Protect him, heal him and surround him with love, joy and all the sweet moments he deserves", und so weiter. Ich habe seit Samstag nur einmal geschrieben und einen Termin ausgemacht, um die restlichen Sachen aus der Wohnung zu holen (Nächster Samstag). Ohne das Thema Beziehungen anzuschneiden. Kein "Ich vermiss dich", kein "Du fehlst mir".
Und jetzt sitze ich hier und versuche die Tage zu überleben. Ich habe Angst, dass die KS der falsche Weg ist. Dass sie langsam die Gefühle verliert und weiterzieht. Sie teilt diese Angst mit mir. Das sagte sie mir am Samstag. Jeden Tag warte ich auf Instagram auf ein weiteres Reel, welches sie geliked hat. Jeden Tag warte ich auf eine Nachricht von ihr.
Wir sitzen im selben Boot. Wir beide leiden unter der Trennung, wir beide lieben uns noch unfassbar stark und vermissen uns, wir beide wüsnchen uns nichts mehr, als eine gemeinsame Zukunft. Warum steigen wir nicht aus diesem Boot aus und versuchen es nochmal. Sie sagt, dass sie gerade dazu keine Kraft hat und dass sie nicht wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen will (Dass sie immer sofort Verantwortung für mich fühlt, sich Sorgen macht und zweifelt).
Ich sehe das ganze so: Wenn wir keinen Kontakt haben, hat sie auch keine Möglichkeit, daran zu arbeiten. Diese Dinge lösen sich nicht von allein, nur weil man wartet.
Ich brauche euren Rat. Ich will ihr die ganze Zeit nur schreiben. Ich habe Angst, dass sie mir niemals schreiben wird. Vielleicht aus Angst, vielleicht weil sie mit der Zeit ihre Gefühle verliert.
Ich weiß, dass sie Sicherheit braucht. Sicherheit, dass sie mit mir zusammen sein kann, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen und dass ich mein Leben alleine meistern kann. Sie wünscht sich nichts mehr, als dass ich endlich mein Leben auf die Kette kriege und unabhängig von ihr leben kann. Das ist auch mein Ziel. Und dafür arbeite ich jetzt seit 5 Wochen jeden Tag härter als je zuvor. Ich habe einiges komplett umgekrempelt. Aber ich kann es ihr nicht beweisen, wenn wir keinen Kontakt haben. Ich habe auch das Gefühl, dass sie die KS aufrecht hält, damit ich weiter an mir arbeite und nicht aus Sicherheit, dass sie da ist, wieder aufhöre, an mir zu arbeiten. Aber das habe ich gar nicht vor. Ich arbeite an mir für mich, nicht für sie oder für uns. Natürlich möchte ich, dass wir wieder zueinanderfinden, aber das Ziel, selbstständig und endlich glücklich leben zu können, ist mein eigenes Ziel. Und dieses Ziel werde ich weiterverfolgen.. Egal, ob wir Kontakt haben, zusammen sind, oder nichts von beidem. Ich weiß nur nicht, wie ich ihr das beweisen kann. Worte bringen ihr nichts mehr, da ich in den 10 Jahren zu oft angekündigt, dass ich mich ändere und dann doch nichts geändert. Dieses Mal fühle ich aber eine ganz neue Motivation. Ich musste erst am Ende sein um zu erkennen, dass es so nicht weitergeht. Und ichh denke, dass ein Suizidversuch und dem Verlust seiner ganzen Existenz dem Ende nicht näher sein könnte. Ich habe eine andere Einstellung zum Leben entwickelt. Dass sie mir das gerade nicht glauben kann, verstehe ich. Aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Wenn ich ihr schreibe, respektiere ich ihre Bedürfnisse nicht. Wenn ich ihr nicht schreibe, verfremden wir uns und ich verliere sie für immer.
Ich möchte es besser machen. Ich wünsche mir, dass wir zusammen leben können, aber jeder genug Raum hat, sein eigenes Leben zu leben und sich entwickeln. Ich baue mir gerade andere Stützen auf. Musik bedeutet mir sehr viel, deshalb spiele ich seit ich in der Klinik bin jeden Tag sehr sehr viel Klavier. Das hilft. Außerdem zeichne ich sehr viel und bringe regelmäßig meine Gefühle aufs Papier. Ich treffe mich viel mit Freunden und habe eine feste Tagesstruktur entwickelt. Zusätzlich mache ich seit 4 Wochen Kraftsport, das tut auch sehr gut.
Ich halte das Warten gerade einfach nicht aus, weil ich nicht weiß, wie lange. Reden wir über Tage? Wochen? Oder gar Monate? Oder vielleicht doch nie? Aber ich weiß, dass Druck das letzte ist, was sie gerade braucht...
Irgendwelche Ratschläge, wie ich mich verhalten soll? Mein Herz sagt mir, dass ich ihr den Raum lassen muss, den sie sich wünscht um ihre Bedürfnisse zu respektieren. Meine Angststörung sagt mir, dass ich ihr jede Minute schreiben muss, weil sie mich sonst vergisst.
Was soll ich machen? Was kann ich ihr am Samstag sagen?
kurze Randinformationen. Ich bin 23, Sie ist 24. Die Beziehung hielt 10 Jahre. Trennungsgrund war, dass sie keine Kraft mehr hatte. Ich habe ADHS, Depressionen und eine Angststörung. Das führte dazu, dass ich nie selbstständig geworden bin und mein Leben geprägt war von Versagen und Rückschlägen. Ich habe einen Job nach dem Anderen wieder verloren, lag teilweise den ganzen Tag nur im Bett und stand im Dezember letzten Jahres genau an dem Punkt, an dem ich ein Jahr zuvor auch stand. Sie hat mich die 10 Jahre lang mit all ihrer Kraft unterstützt, wo sie nur konnte. Es war für sie am Ende einfach nicht mehr aushaltbar, den Menschen, den sie so liebt, leiden zu sehen und keine Aussicht auf Besserung zu haben. Sie hat klar gesagt, dass sie nicht mehr die Verantwortung für mich übernehemen möchte, weil das einfach zu viel für sie ist. Ich hingegen war komplett emotional abhängig. Mein ganzes Leben drehte sich nur um sie. Sie war der einzige Grund, warum ich überhaupt noch morgens aufgestanden bin. Mein Selbstwert beruhte allein auf ihr. Dass das kein Mensch tragen kann, ist mir jetzt selbstverständlich bewusst.
Die Trennung erfolgte vor 5 Wochen. Ich habe bereits die Woche davor gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie war kaum zuhause, hat kaum mit mir geredet und ihr war komplett egal, was ich mache oder nicht mache. Da ich sowieso gerade in einem tiefen Depressionsloch steckte, gab mir das den Rest und ich beschloss, mir das Leben zu nehmen. Daraufhin schrieb ich einen Abschiedsbrief, den ich in der Nachttischschublade verstaute. Ich war absolut nicht zufrieden mit dem Brief, aber ich hatte keine Möglichkeit mehr, daran weiterzuschreiben.
Einen Tag später trennte sie sich (ohne, es direkt auszusprechen. Wir beide wussten aber, was sie meinte) und ich fuhr einfach weg. Sie fand daraufhin den Brief in meinem Nachttisch und war natürlich komplett aufgelöst. Ich habe mich dann in eine Psychiatrie einweisen lassen. Sie hat dann die Standard-Dinge getan, die man bei einer Trennung halt so macht. Bilder auf Social Media entfernen, Chat-Hintergrund ändern, Profilbild ändern, etc.
Im Schmerz habe ich ihr dann Blumen zum Valentienstag (2 Wochen später) bestellt
.In der Klinik hatten wir dann ein persönliches Gespräch, in der sie mir erklärt hat, dass wir getrennt sind und warum sie diese Entscheidung getroffen hat. Ich war am Ende. Sie hatte sich gewünscht, keinen Kontakt mehr zu haben und dass ich mich auf mich konzentrieren soll. Eine Woche später war sie aber erneut nochmal an der Klinik um mir etwas vorbeizubringen, was ich brauchte. Auch dann haben wir wieder eine Weile gesprochen und ich habe mich dafür entschuldigt, wie es gelaufen ist. Ich sagte ihr, dass unsere Beziehung dieses Ende nicht verdient hat. Ich fragte sie, ob sie noch einen letzten Kuss möchte. Sie überlegte sehr lange, aber stimmte am Ende zu. Der Kuss hielt vielleicht eine Sekunde, da sie sofort in Tränen ausbrach, ins Auto stieg und fuhr.
Daraufhin hatte ich sie in den folgenden 8 Tagen ab und zu angeschrieben, weil ich die KS nicht aushielt (ich weiß, ich weiß...). Sie war plötzlich kühl, extrem distanziert und teilweise sehr verletzend.
An einem Abend wurde ich wieder schwach und rufte sie an. Sie war extrem herzlos und kalt zu mir. Dinge, wie "Wie es mir geht ist nicht mehr dein Bier" wurden gesagt. Dieses Gespräch hat mich so hart getroffen, dass ich mich vollgedröhnt mit Beruhigungsmitteln selbst entlassen habe und seitdem bei meinen Eltern wohne. (Das war auch die richtige Entscheidung) Später am Abend schrieben wir nochmal kurz und ich sagte ihr, dass sie sehr klar gemacht hat, was sie fühlt und dass für uns keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft besteht. Ich sagte ihr, dass ich auch keine Beziehung mehr will, damit ich sie nicht nocheinmal verletze. War zu diesem Zeitpunkt zwar ernst gemeint, ich stand aber auch maximal unter Beruhigungsmitteln. Mit der Menge hätte man eine Kuh umbringen können..
Danach schrieb sie plötzlich von jetzt auf gleich ganz anders. Nicht mehr distanziert. Nicht mehr kalt und herzlos. Sie schrieb "Ich bin froh, dass ich zumindest gerade das Gefühl habe, dir nicht die ganze Zeit so eine Scheiße an den Kopf werfen zu müssen" und "Es gibt nichts zum verzeihen. Ich habe dir schon lange verziehen". Diese Nachricht interpretierte ich folgendermaßen: Das was sie gesagt und geschrieben hat, hat sie nur gesagt, um mich wegzustoßen, nicht weil sie es auch so gefühlt hat (Ich kann retrospektiv auch bestätigen, dass genau das der Fall war). Das weckte in mir natürlich wieder massive Hoffnungen.
Wir haben ausgemacht, dass ich am Samstag vorbeikomme, um Sachen aus der Wohnung zu holen. Nach diesem Telefonat (Montag) hielt ich die KS wieder durch.... Bis Donnerstag. Und dafür gab es auch einen Grund. Mir wurden plötzlich sehr viele Reels auf Instagram angezeigt, die sie geliked hat. Und der Inhalt dieser Reels war immer der selbe und mehr als eindeutig. Folgende Dinge wurden in diesen Reels gesagt: "As long as i exist, you'll always have someone who will love every version of you, and someone who's always proud of you in everything", "I'm sorry I hurt you. [...] The moments we shared meant everything to me. Please don't walk away forever. Give me another chance to prove i can love you right this time", "Go get her back bro, stop acting like you don't want it anymore", "Vielleicht müssen wir jetzt eine Zeit lang unseren eigenen Weg gehen, bis wir wieder zueinander finden", "they say two people seperate so they can come back stronger. god i hope they're right.", "I still love you, even without any conversation again, even when we act like strangers, i still want you to come back. i hope one day we can be together again", und so weiter und so weiter. Ich habe an dem Abend stundenlang gedoomscrolled und über 90 Reels gefunden, die alle diese Botschaften enthielten und die sie geliked hat. Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass sie ganz genau weiß, dass ich sehe, was sie liked.
Diese Reels haben in mir wieder alles geweckt. Im Hoffnungswahn bastelte ich ihr eine Karte zum Valentinstag und rief sie dann am Donnerstag-Abend an. Ich hielt es nicht mehr aus. Wir telefonierten eine Stunde lang und sagte tausend Mal, dass es ihr leid tut. Dass sie die ganzen Wochen versucht hat, ihre Gefühle nicht nach außen zu tragen, um mich zu schützen. Aber es ging ihr in den letzten Tagen (nach dem herzlosen Telefonat am Montag) so schlecht, dass sie schwach wurde und geliked hat, was das Zeug hilelt. Zusätzlich hat sie noch 2 BeReals auf ihrem Profil angepinnt, auf dem nur wir beide zusammen drauf sind. Für mich war die Sache eindeutig. Aber scheinbar nicht. Sie betonte nur immer wieder, dass es ihr leid tut und dass das zwar das ist, was sie wirklich fühlt, aber dass sie einfach keine Kraft hat, sich gerade wieder darauf einzulassen.
Zwei Tage später (Am Valentinstag) fuhr ich dann wie verabredet zu ihr in die Wohnung, um Sachen mitzunehmen. Letztendlich war ich 5 Stunden dort und wir haben sehr viel geweint und geredet. Nachdem ich angekommen bin, haben wir uns erstmal sehr lange und sehr innig umarmt. Man hat wirklich gespürt, wie sehr sie mich vermisst und wie sehr sie mich liebt.
Diese Umarmung gab es insgesamt vier Mal während dieses Treffens. Und jedes Mal merkte man, wie sehr sie mich liebt. Ich habe viel gesagt an diesem Tag. Habe versucht, sie zurückzugewinnen. Letztendlich ohne Erfolg, aber ich habe sie deutlich zum nachdenken angeregt. Sie hat sich sowohl über die Karte, als auch die Blumen gefreut. Das war ihr anzumerken, obwohl sie nur sehr stark geweint hat. Zum Abschied sagte ich nocheinmal "Ich liebe dich" und sie antwortete, das erste Mal seit der Trennung, "Ich dich auch", schloss die Tür und ich hörte nur, wie sie im Flur an der Tür zusammenbrach und weinte.
Das ist jetzt 3 Tage her. Und auch in diesen drei Tagen hat sie wieder sehr viele Reels geliked, die wieder alle das selbe sagen: "Ich vertraue auf Gott, dass er uns wieder zusammenbringt", "january: i have to break up with him... july: wtf why did i do this", "I will fight for this relationship till my very last breath, i promise you", "God, thank you for him. Protect him, heal him and surround him with love, joy and all the sweet moments he deserves", und so weiter. Ich habe seit Samstag nur einmal geschrieben und einen Termin ausgemacht, um die restlichen Sachen aus der Wohnung zu holen (Nächster Samstag). Ohne das Thema Beziehungen anzuschneiden. Kein "Ich vermiss dich", kein "Du fehlst mir".
Und jetzt sitze ich hier und versuche die Tage zu überleben. Ich habe Angst, dass die KS der falsche Weg ist. Dass sie langsam die Gefühle verliert und weiterzieht. Sie teilt diese Angst mit mir. Das sagte sie mir am Samstag. Jeden Tag warte ich auf Instagram auf ein weiteres Reel, welches sie geliked hat. Jeden Tag warte ich auf eine Nachricht von ihr.
Wir sitzen im selben Boot. Wir beide leiden unter der Trennung, wir beide lieben uns noch unfassbar stark und vermissen uns, wir beide wüsnchen uns nichts mehr, als eine gemeinsame Zukunft. Warum steigen wir nicht aus diesem Boot aus und versuchen es nochmal. Sie sagt, dass sie gerade dazu keine Kraft hat und dass sie nicht wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen will (Dass sie immer sofort Verantwortung für mich fühlt, sich Sorgen macht und zweifelt).
Ich sehe das ganze so: Wenn wir keinen Kontakt haben, hat sie auch keine Möglichkeit, daran zu arbeiten. Diese Dinge lösen sich nicht von allein, nur weil man wartet.
Ich brauche euren Rat. Ich will ihr die ganze Zeit nur schreiben. Ich habe Angst, dass sie mir niemals schreiben wird. Vielleicht aus Angst, vielleicht weil sie mit der Zeit ihre Gefühle verliert.
Ich weiß, dass sie Sicherheit braucht. Sicherheit, dass sie mit mir zusammen sein kann, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen und dass ich mein Leben alleine meistern kann. Sie wünscht sich nichts mehr, als dass ich endlich mein Leben auf die Kette kriege und unabhängig von ihr leben kann. Das ist auch mein Ziel. Und dafür arbeite ich jetzt seit 5 Wochen jeden Tag härter als je zuvor. Ich habe einiges komplett umgekrempelt. Aber ich kann es ihr nicht beweisen, wenn wir keinen Kontakt haben. Ich habe auch das Gefühl, dass sie die KS aufrecht hält, damit ich weiter an mir arbeite und nicht aus Sicherheit, dass sie da ist, wieder aufhöre, an mir zu arbeiten. Aber das habe ich gar nicht vor. Ich arbeite an mir für mich, nicht für sie oder für uns. Natürlich möchte ich, dass wir wieder zueinanderfinden, aber das Ziel, selbstständig und endlich glücklich leben zu können, ist mein eigenes Ziel. Und dieses Ziel werde ich weiterverfolgen.. Egal, ob wir Kontakt haben, zusammen sind, oder nichts von beidem. Ich weiß nur nicht, wie ich ihr das beweisen kann. Worte bringen ihr nichts mehr, da ich in den 10 Jahren zu oft angekündigt, dass ich mich ändere und dann doch nichts geändert. Dieses Mal fühle ich aber eine ganz neue Motivation. Ich musste erst am Ende sein um zu erkennen, dass es so nicht weitergeht. Und ichh denke, dass ein Suizidversuch und dem Verlust seiner ganzen Existenz dem Ende nicht näher sein könnte. Ich habe eine andere Einstellung zum Leben entwickelt. Dass sie mir das gerade nicht glauben kann, verstehe ich. Aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Wenn ich ihr schreibe, respektiere ich ihre Bedürfnisse nicht. Wenn ich ihr nicht schreibe, verfremden wir uns und ich verliere sie für immer.
Ich möchte es besser machen. Ich wünsche mir, dass wir zusammen leben können, aber jeder genug Raum hat, sein eigenes Leben zu leben und sich entwickeln. Ich baue mir gerade andere Stützen auf. Musik bedeutet mir sehr viel, deshalb spiele ich seit ich in der Klinik bin jeden Tag sehr sehr viel Klavier. Das hilft. Außerdem zeichne ich sehr viel und bringe regelmäßig meine Gefühle aufs Papier. Ich treffe mich viel mit Freunden und habe eine feste Tagesstruktur entwickelt. Zusätzlich mache ich seit 4 Wochen Kraftsport, das tut auch sehr gut.
Ich halte das Warten gerade einfach nicht aus, weil ich nicht weiß, wie lange. Reden wir über Tage? Wochen? Oder gar Monate? Oder vielleicht doch nie? Aber ich weiß, dass Druck das letzte ist, was sie gerade braucht...
Irgendwelche Ratschläge, wie ich mich verhalten soll? Mein Herz sagt mir, dass ich ihr den Raum lassen muss, den sie sich wünscht um ihre Bedürfnisse zu respektieren. Meine Angststörung sagt mir, dass ich ihr jede Minute schreiben muss, weil sie mich sonst vergisst.
Was soll ich machen? Was kann ich ihr am Samstag sagen?