Kontaktsperre oder Annäherung?

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hallo ihr Lieben,


ich komme mal direkt zu meiner Geschichte und zu meiner Frage.

Meine Geschichte:
Ich (w30) habe letztes Jahr im Januar meinen heutigen Ex-Freund (m28) kennengelernt. Am 28.05. war die Trennung.

Zusammenkommen:
Er schrieb mich über Instagram an und erzählte mir, er käme aus der Schweiz zu mir in die Großstadt nach Deutschland zum Musik produzieren für 3 Monate mit seinem Kumpel. In diesem Zeitraum lernten wir uns kennen. Ich machte mir keine großen Gedanken, da ich wusste, dass er ja wieder bald heimreisen würde. Und auf eine Fernbeziehung wollte ich mich nicht einlassen. Wir gingen oft in Bars und Cafes, hatten wahnsinnig tolle Gespräche und Momente, viele Gemeinsamkeiten und Interessen. Ich blieb anfangs dennoch sehr vorsichtig und skeptisch, da ich aus einer sehr schwierigen 6-jährigen Beziehung kam. Für den ersten Kuss brauchte es mindestens 1 Monat, es knisterte ziemlich zwischen uns und ich bemerkte, wie viel Mühe er sich gab und es ihm mit mir ernst schien.
Wir ließen uns auf die kommende Fernbeziehung ein. Alles war schön und leidenschaftlich für die ersten 4-5 Monate.

Probleme:
Ich war von Tag 1 offen und ehrlich in der Kommunikation. Damals litt ich noch unter Depressionen und hatte frisch mit meiner Therapie begonnen. Ich hatte zu der Zeit auch keine Hobbys (außer Kraftsport) und keine Arbeit, weil mich der Pflegeberuf komplett ausgebrannt hatte und weshalb ich eine Pause brauchte. Ein paar schwere Themen begleiteten dann irgendwann die gesamte Beziehung..
1. meine Depressionen
2. die Distanz (DE - CH)
3. das häufige Ausgehen und Flüchten. Er ging jedes Wochenende und unter der Woche aus. Ich war subtil eifersüchtig, klammernd
4. Es stellte sich heraus, dass er zusätzlich ein ziemlicher Näheflüchter bzw. Vermeider ist.. (berechtigte) Erwartungen lösten in ihm eine starke Reaktion aus
5. Ich habe eine starke Verlustangst. Ich habe dann den Drang zu überzeugen und alles zu zerreden. Ich reflektiere das und arbeite seit Beginn der Therapie daran und suchte nach Strategien damit umgehen zu können.

Wir führten ein wöchentliches Date-Night ein, sprachen viel über face-time. Aber irgendwie reichte das nicht. Menschlich passte es super. Wenn wir am selben Ort waren, fühlte ich mich auch sichrer und es gab deutlich weniger Konflikte, da liefs viel schöner.

Die Nähe-Distanz-Dynamik wurde zu einem Graus. Ich fühlte mich oft allein gelassen und nicht richtig "verbunden", vielleicht weil er so oft fort ging und flüchtete, oder weil die Gespräche nicht mehr so eine Tiefe nach den Konflikten hatten oder weil ich da eine Lücke in mir nicht füllen konnte, vielleicht und wahrscheinlich alles zusammen..

Eigentlich fand ich es sehr schön an ihm, wenn er so viel unternahm. Mein Gefühl unwichtig zu sein, war natürlich durch meine Umstände und wegen der Ferne noch mehr bestärkt. Irgendwann fing ich an, ihm häufig subtile oder direkte Vorwürfe zu machen, dass er zu oft wegginge, keine Zeit für mich hätte oder weniger Comitment zeige bis ich einsah, dass es größtenteils auch mein Thema war und ich ihn daraufhin um Verzeihung bat und versprach etwas zu ändern. Das veränderte sich nur mühsam.

Es ging mir aber zunehmend besser durch die Therapie, ich machte Fortschritte, bewarb mich für eine Ausbildungsstelle und wurde genommen. Im Herbst beginnt diese.
Meine Depressionen gingen zurück und ich fühlte mich zunehmend stabiler.

Er hingegen zog immer mehr die Distanz vor, war gar nicht mehr bereit sich mit unserem gemeinsamen Thema zu befassen... Wir sprachen halt leider zu oft über die Beziehung bzw die Konflikte, aber auch, weil wir sie nicht richtig lösen konnten, obwohl sie so lösbar waren.
Es wiederholte sich irgendwann zu oft.

Er merkte zeitgleich, dass er wohl selbst viele Baustellen habe, was sich auch in seinen Freundschaften und oder einer eher komplizierten Beziehung zu seinem Vater zeigte.

Nach außen wirkte er immer wie der charmante Strahlemann für andere. Total lebensfroh und gesellig. Für mich eher vieles überspielen und schönreden. Negative Gefühle waren ein absolutes No-go. Als Harmoniestrebend bezeichnete er sich und dass er alles mit sich selbst ausmache. Autonomie war sein Aushängeschild.

Da ich sehr feinfühlig bin und auch viel Therapieerfahrung sammelte, hab ich irgendwann seine Hintergründe verstanden. Er erzählte mir anfangs noch von einer wunderbaren sorglosen Kindheit, was sich später jedoch ganz anders herausstellte, nachdem er mir irgendwann einige traurige Geheimnisse anvertraute.

Seine Beziehungshistorie sah im Gegensatz zu seinem Beziehungswunsch auch eher traurig aus.. Entweder führte er nur Freundschaft-Plus-Verhältnisse, eine on/off Fernbeziehung, in der er die Person vielleicht 2x mal im Jahr sah oder eine inländische on/off-Beziehung, die extrem toxisch verlier. Keine hielt länger als ein Jahr und als es ihm zu viel wurde, ging er. Die anderen waren Schuld, machten zu viel Drama oder seien langweilig, aber er gab auch zu, nie genug Comitment gezeigt zu haben.

Tja. Ich dachte, mit mir würde es sich ganz anders verhalten. Es hieß immerzu "Wir sind ein Team. Und wenn wir 100x da durch müssen, wir schaffen das! Du bist es mir wert!" was sich irgendwann als ein Solo-Spiel herausstellte, obwohl er gut zuhören konnte.

Gegen Ende:
Er betonte immer, mich "auf Händen zu tragen" und mir die "Welt zu Füßen zu legen". Er wich jedoch Konflikten lieber aus, "da ist so viel Schwere immer. Das darf einfach nicht sein."

Trotzdem schafften wir uns jedes Mal dranzusetzen und darüber zu sprechen. Er hörte super gut zu. Und da hörte es dann aber schon wieder auf.

Die Gesten und Mühen schienen zu einem unfassbaren Kraftakt zu werden. Er konnte sich sehr schlecht abgrenzen und allgemein nicht gesund und liebevoll eine Grenze ziehen. Er fühlte sich auch immer extrem verantwortlich für mich, obwohl ich ihn nie um Hilfe bat. Ich machte ihm Angebote, sprach mit ihm. Bspw. mir einfach mitzuteilen, wenn er Raum für sich bräuchte. Er entschied sich dieses Jahr selbstständig für eine Therapie und ging hin, wenn auch nicht regelmäßig.

Gegen Ende wollte er unbedingt meinen Geburtstag organisieren, obwohl ich ihm sagte, dass ich das gern selbst tun würde und das kein Problem wäre. Er bestand sehr drauf, organisierte was Großes zu meinem 30. gemeinsam mit meinen Freunden.. aber da fiel mir schon auf, dass er sich einen riesen Stress machte, vor allem mit dem Geschenk. (Im Nachhinein stellte sich über Freunde raus, dass er gar nicht so viel in die Organisation rein investierte wie er selbst vorgab) Ich versuchte ihm den Druck rauszunehmen, wie auch mit anderen Dingen, und bat ihn, mir nur eine kleine Karte zu schreiben.

Auch die Monate davor geriet er in Zweifel und Ängste bezüglich der Fernbeziehung, dem "weggehen-thema", der damit verbundenen Konflikte und meiner im Herbst beginnenden Ausbildung.. Er hatte so viel Angst um Konflikte, dass er nichtmal mit mir in den Urlaub wollte und vorher andere Gründe vorschob.

Trennung:
-28. Mai - Nun. 4 Tage vor meinem Geburtstag fuhr er zu mir und machte dann völlig unerwartet Schluss. Während der Zugfahrt wirkte noch alles gut. Er schrieb mir, dass er mich sehr vermisst, liebt und sich freut mich bald halten zu können und war zuversichtlich, dass wir uns gemeinsam hinsetzen und eine gemeinsame Lösung finden können. Er stand dann vor meiner Tür. Ihm liefen die Tränen übers Gesicht, "Es ist keine emotionale Entscheidung, sondern eine Rationale". Er wäre am Ende mit den Kräften. Ich hätte da eine Mauer in ihm eingerissen, er sei dankbar dafür und er müsse sich jetzt auf sich selbst fokussieren und an sich arbeiten, diese Reise ginge nur allein.

Klammern:
Ich verstand die Welt nicht mehr, weinte wie ein kleines Kind und flehte ihn an, dem Ganzen eine zweite Chance zu geben und zeigte ihm auf, dass es heute doch viel besser liefe als früher und wir das schaffen können und uns doch schon Ideen überlegt haben, die wir bereden wollten. Sein Entschluss stand, er packte unter Tränen seine Sachen und ging.

Abschiedstreffen + Brief:
Das ging alles für mich so schnell, dass ich ihn 1 Tag später
Am 29. Mai - um ein abschließendes Gespräch auf Augenhöhe bat. Das nahm er unerwartet und dankend an.
Am 31. Mai - gratulierte er mir zu meinem Geburtstag. Ich schrieb nur "Danke."
Am 2. Juni - Ich ging entschlossen und mit Akzeptanz zum Abschiedstreffen. Dort weinte er mehrmals, sagte ganz oft, dass er mich eigentlich nicht gehen lassen wolle. Er hätte aber keine Kraft mehr und wolle mir darum auch keine Hoffnung machen, obwohl er überlegte zurückzurudern, eine Kontaktpause vorzuschlagen, aber er war sich nicht sicher und so durcheinander und zerrissen, dass ich ihm dann letztendlich ruhig sagte "Es ist okay. Lass uns bei der Entscheidung bleiben und uns in 2 Monaten oder so updaten... Ich möchte nur keine Spielerei." Er war verwundert über meinen Umgang. "Du scheinst ja schneller über den Berg zu sein als ich. Ich will mir nicht vorstellen, wie du dann einen anderen Mann an deiner Seite hast." und suchte dabei ganz oft meine Hände.
Er warnte mich auch schon scherzhaft vor, dass er sich betrunken melden könnte.

*Ich füge unten meinen Abschiedsbrief ein

Am 3. Juni -
Am Tag seiner Abreise rief er mich an, um mich nochmal zu sehen und zu verabschieden.. Ich ging darauf ein und fuhr zum Bahnhof mit dem Wissen, dass ich ihn ein letztes Mal sehen würde und verabschiedete ihn am Gleis, wo er in Tränen ausbrach, mich küsste und sagte er wolle mich gar nicht gehen lassen. Er wolle nicht ohne mich zurück. Das brach mir nochmal das Herz, aber ich blieb irgendwie gefasst. Als er in den Zug stieg, machte er einen Spruch "Bis die Tage. Soll das Schicksal entscheiden."


Nach der Trennung:
Seit seiner Abreise schrieb er mir wieder kurz darauf mit zweideutigen Signalen. Er hätte noch Fragen zu meinem Abschiedsbrief, die er mir gerne stellen würde, worin ich die Dinge ordnete und Akzeptanz äußerte. Er wolle an sich arbeiten und daraus lernen. Letztlich konnten wir keine genaue Kontaktsperre formulieren und alles in allem war das fortlaufende Whatsapp-Gespräch ein Wechsel aus "mein Entscheid steht fest, aber emotional will ich das gar nicht".

Also stand ich in der Warteposition für seine Fragen, die er noch offen hatte. Weil mir das zu sehr weh tat und mich emotional machte, bat ich ihn am 5. Juni mir alles gesammelt irgendwann mal in einem halb Jahr in einer Nachricht zu formulieren und zu senden und dass ich jetzt die Chance haben möchte, das zu verarbeiten..
Er empfand es als "unfair" weil er manche Dinge gerne verstehen würde. Ich sagte ihm, das würde er schon schaffen und hätte alles dafür, was er braucht.

Weich werden:
Am 7. Juni - Ich hatte ein schlechtes Gewissen und sagte ihm dann doch, er könne sie mir ruhig stellen, dass ich nicht unfair bleiben möchte und dass ich einfach etwas Abstand gebraucht hätte und es jetzt wieder ginge.
Er meinte, er überlege sich das, aber hätte das schon akzeptiert gehabt und würde mir allenfalls nächste Woche schreiben. Er hoffe, mir ginge es gut. Daraus entstand ein Smalltalk. Als ich ihm (weil das wirklich so war) berichtete, dass gerade vieles einen positiven Lauf nimmt, war er überrascht, freute sich für mich und äußerte, dass es ihn jetzt wieder sehr emotional machen würde, Zeilen von mir zu lesen und doch etwas Abstand bräuchte, um wieder ab und zu schreiben zu können.
Er würde wie ich auch den Austausch vermissen, aber es wühle ihn gerade zu sehr auf. Ich akzeptierte und ließ ihn in Ruhe.

Am 10. Juni schrieb er:
[10.06.24, 11:53] Hey... wie geht's dir?
[10.06.24, 11:54] Darf ich dir meinen Text zum Brief senden?
[10.06.24, 20:30] …?
[10.06.24, 20:33] Nehme an uns gehts also etwa gleich ughh

Am 11. Juni:
[11.06.24, 11:11] Hey wenns dir zu viel is und du keinen Kontakt möchtest, dann is das okay. Dann lass ich's. Aber bitte sag mir kurz bescheid, ob ich den Text schicken darf oder nicht. Ich reflektiere da deinen Brie und stelle ein paar Fragen dazu. Es könnte aber trotzdem aufwühlend sein. Ist halt emotional...



Meine Frage
:
Nach wie vor habe ich Gefühle für ihn, für den Menschen hinter diesem Beziehungsverhalten. Ich geb gerade mein Bestes mich auf mich selbst zu konzentrieren, meine Verlustangst-Thematik zu bearbeiten und einfach diesen Liebeskummer zu überstehen. Ich habe immernoch den tiefen Wunsch, dass wir wieder zueinander finden. Wir haben uns beide gesagt, dass wir uns gerne zu einem späteren Zeitpunkt kennengelernt und in einer reiferen Version gegenüber gestanden hätten. Aber dafür muss ich so oder so erstmal bei der Kontaktpause bleiben. Was soll ich jetzt tun? Ist es fair, gar nicht mehr zu antworten? Eigentlich will ich gar nicht mehr über die Trennung reden oder Wunden aufreißen. Aber ich habe es ihm ja wieder angeboten, weil ich nicht unfair sein wollte.
Andererseits glaube ich, wenn er sich etwas bemüht, wird er schon selbst drauf kommen, was seine Anteile waren. Glaubt ihr, dass man sich dahingehend ändern und wieder zueinander finden kann?

Ich komme mir so albern vor.. eigentlich ist er wirklich ein lieber und toller Mensch.. Aber von außen betrachtet, sollte ich ihn vielleicht in den Wind schießen. Und ich weiß, dass ich keine Kontrolle über seine Entscheidung oder Selbstreflexion habe. Ob er zurückkommen wird, keine Ahnung. Aber ich muss loslassen, auch wenn ich gar nicht will.

Bin dankbar für jeden Ratschlag.

Lieben Gruß
Larissa

*Abschiedsbrief
*WhatsappVerlauf seit dem 3. Juni
 

Anhänge

  • Whatsappverlauf.pdf
    217,5 KB · Aufrufe: 89
Zuletzt bearbeitet:

Marienkäfer1401

Mitglied
Registriert
8 Juni 2024
Beiträge
5
Rein emotional gesehen, klingt es für mich schon danach als könnte das bei euch später tatsächlich nochmal klappen, wenn ihr genügend Zeit ohne einander verbracht habt. Ich kenne euch zwar nicht, aber es klingt nach einem liebevollen miteinander.
Jetzt kommt aber mein aber:
Es ist unheimlich schwierig mit dem Gegenüber dauerhaft klarzukommen wenn beide vom Kopf her nicht mit sich im reinen sind. Ich würde wirklich versuchen vorerst an den Baustellen zu arbeiten die eben dazu geführt haben das es so ist wie es ist. Ich denke auch irgendwie wird man immer wieder aneinander anecken, aber es ist auch nicht unmöglich zu lernen miteinander zu arbeiten.
Es ist schwierig, ich persönlich würde versuchen den Kontakt, wenn auch nur ab und an, irgendwie beizubehalten. Wenn ihr merkt das es für beide okay ist. Wenn ihr aber dauerhaft nur streitet oder ständig über eure Beziehung philosophiert fände ich auch eine KS vorläufig besser.
Ich wünsch dir aufjedenfall alles liebe und umarme dich mal ganz fest

Was ich aber nicht verstehe: wieso schreibt er dir das er dich liebt und vermisst um dann mit dir Schluss zu machen?
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Rein emotional gesehen, klingt es für mich schon danach als könnte das bei euch später tatsächlich nochmal klappen, wenn ihr genügend Zeit ohne einander verbracht habt. Ich kenne euch zwar nicht, aber es klingt nach einem liebevollen miteinander.
Jetzt kommt aber mein aber:
Es ist unheimlich schwierig mit dem Gegenüber dauerhaft klarzukommen wenn beide vom Kopf her nicht mit sich im reinen sind. Ich würde wirklich versuchen vorerst an den Baustellen zu arbeiten die eben dazu geführt haben das es so ist wie es ist. Ich denke auch irgendwie wird man immer wieder aneinander anecken, aber es ist auch nicht unmöglich zu lernen miteinander zu arbeiten.
Es ist schwierig, ich persönlich würde versuchen den Kontakt, wenn auch nur ab und an, irgendwie beizubehalten. Wenn ihr merkt das es für beide okay ist. Wenn ihr aber dauerhaft nur streitet oder ständig über eure Beziehung philosophiert fände ich auch eine KS vorläufig besser.
Ich wünsch dir aufjedenfall alles liebe und umarme dich mal ganz fest

Was ich aber nicht verstehe: wieso schreibt er dir das er dich liebt und vermisst um dann mit dir Schluss zu machen?
Lieben Dank für die Umarmung. Nehme ich sehr gerne an ❤️

Ja, unser Umgang war immer sehr liebevoll. Es gab dennoch viele Konflikte (um das selbe Thema "weggehen"). Wir habens einfach nicht geschafft wohlwollend mit dem Thema des anderen umgehen zu können.

Ich bin hin und hergerissen, ob ich noch auf seine Nachricht von heute antworten soll oder ihn ignoriere. Ich weiß wirklich nicht, inwiefern eine KS sinnvoll wäre. Vielleicht könnte ich ihm so etwas schreiben wie "Tut mir leid, ich hab gerade leider keine Kapazitäten dafür." ? Ich befürchte nämlich, dass er in seinem Text wirklich nur nochmal Abschied nehmen oder ein paar Worte mit auf den Weg geben möchte oder ein paar Fragen hat und im schlimmsten Fall seine Anteile von sich weist. Ich weiß nicht, ob ich darauf dann reagieren soll oder kann.

Zu deiner Frage: Ich verstehe es selbst nicht so genau.

Eine Woche bevor er zu mir gefahren ist, hatten wir Streit. Er teilte mir davor die Woche mit, dass er am Freitag, Samstag und Sonntag durchgehend unterwegs sei damit ich darauf eingestellt bin. Das war okay. Ich hatte derweil auch mit meiner Therapeutin besprochen was ich in dieser Situation machen könnte. Und tatsächlich hab ich ihn dann am Freitag, wo er auf eine Einweihungsparty ging, keinen Vorwurf, kein schlechtes Gewissen o.Ä. gemacht und ihm nicht geschrieben. (Was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte, ich weiß)

Das war für mich ein Erfolg. Angespannt war ich dennoch. Als er mich dann bei seiner Heimkehr anrief um nachzufragen, wie es mir damit erging, teilte ich ihm das alles offen mit. Das fand er überhaupt nicht gut. Er sagte mir "Ich möchte nicht ausgehen mit dem Wissen, dass meine Freundin zu hause sitzt und angespannt ist." Ich erklärte ihm, dass es nichts mit ihm persönlich zu tun hat und ein Prozess ist..

Naja. Daraus entflammte ein kurzer Streit, wir beschlossen das zu vertagen. Es ließ ihn am nächsten Tag nicht los, also rief er mich an und teilte mir mit, dass er das nicht gut findet, wenn er mitten bei seinen Unternehmungen einen Streit klären müsse, er das nicht will und dass keiner seiner Freunde am Abend ihren Freundinnen schrieben.

Das Problem allerdings war, dass wir das so auch nie abgemacht hatten, ich weder erwartet hatte mir zu schreiben, noch sich im Laufe seiner Unternehmung bei mir zu melden und was zu klären. Das war im Grunde der Auslöser.

Daraufhin traf er dann Mo, Di, Mi und So Freunde, weil er sie nochmal sehen wollte bevor er mich besuchen kam.

Im Verlauf dieser Woche schrieb er mir dann eine lange Wunschliste für die Beziehung aber auch eine Reflexion darüber, was er ändern müsste. Das konnten wir zeitlich nicht ganz abarbeiten und beschlossen das hier bei mir dann fortzuführen. "Wir müssen was ändern, ich hab auch schon ein paar Ideen." kam von ihm.
Naja und sonst zeigte er keine Kälte oder dergleichen. Wir waren einfach müde und freuten uns total drauf den anderen ganz bald im Arm halten zu können.

Als er hier ankam, weinte er gleich an der Tür. Wir sprachen etwas, aber er teilte nicht seine Ideen mit. Ich dachte mir "erstmal ankommen, etwas Zweisamkeit".. so schauten wir eine Serie und kamen uns näher. Intim wurden wir nicht, weil er dann sagte, er wolle mir nicht weh tun, falls er sich im Laufe der Woche gegen die Beziehung entscheiden würde und müsse sich nochmal Gedanken machen.

Daraufhin beschloss er zu einem Freund bei mir um die Ecke zu gehen und versprach mir bis zum nächsten Tag seine Entscheidung mitzuteilen. Ich wusste schon, was auf mich warten würde und so trat es dann auch ein. 2 Wochen davor erzählte er mir noch von sich aus, dass er seinem besten Freund sagte, er könne sich mit mir eine gemeinsame Zukunft vorstellen.. und nun bin ich hier.
 
Zuletzt bearbeitet:

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Nachtrag: Ich weiß gar nicht, ob der Beitrag hier richtig ist oder wo ich ihn einfügen muss. Ich Bitte um eure Unterstützung. Meint ihr, es ist okay, wenn ich ihm mir seinen Text senden lasse, aber betone dass ich erstmal Zeit für mich brauche? Quasi "Hey. Mir geht's ganz gut. Du kannst mir gerne den Text per Mail senden. Sei mir nicht böse, wenn ich nicht antworte. Ich brauche etwas Zeit, um mich auf mich zu konzentrieren." ?
 
Zuletzt bearbeitet:

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
Hallo Larissa. Erst einmal willkommen.
Nimm dir einen Kaffee, setz dich und beruhige dich erst einmal. :)

Da du anscheinend daran interessiert bist, dass aus dir und deinem Ex wieder "mehr"
werden soll, bist du mit deinem Beitrag hier schon richtig.

Auch deine Einschätzung zu eurer Dynamik liest sich nicht falsch, jedoch solltest du ein
wenig darauf achten, aus vermeintlich erkannten Symptomen nicht gleich in vollem
Umfang auf "Muster" zu schliessen, nicht in Schubladen denken.
Auch wenn du mit allen Vermutungen goldrichtig liegen würdest, so bewegen sich
doch selbst solche Dinge wie bestimmte Persönlichkeitstypen oder Verhaltensmuster
wie Co-Abhängigkeit auf einem Spektrum: Es kann so oder so sein, mit sehr sehr viel
"Spielraum" zwischen den jeweiligen Extremen.

Auch in bezug auf den Text / Brief mutmasst du überraschend korrekt, gerade was
deine möglichen Befürchtungen über den Inhalt angeht.
Jedoch würde ich selbst in diesem, für dich sicher (zunächst !) schlimmsten Fall dazu
raten, den Text jetzt erst einmal anzunehmen. Im worst case wäre es das sprichwörtliche
"schnelle Abziehen des Pflasters", denn seien wir mal ehrlich: Wenn da nun wirklich das
drin steht, was du befürchtest, dann hilft auch ein Hinauszögern erst einmal nichts.

Jedoch würde ich bei deiner Antwort auch nicht gleich zu viele Signale mitliefern oder
mich zu versöhnlich oder verbindlich geben, denn das gibt ihm einerseits möglicherweise
zu viel Sicherheit oder kann andererseits eine Erwartungshaltung bei ihm auslösen, die du
dann im besten Fall auch irgendwann erfüllen müsstest, was wiederum dir Druck macht, den
du gerade nicht gebrauchen willst. Ich würde daher in der folgenden Weise antworten:
"Klar, schick es mir gerne per Mail." Nicht mehr, nicht weniger.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bine76

Aktives Mitglied
Registriert
28 März 2024
Beiträge
45
Hallo du Liebe, mir geht es sehr, sehr ähnlich wie dir. Mein Ex ist auch Bindungsängstler, und wir leben über 500 km voneinander entfernt (S. Mein Strang). Er hatte schonmal für kurze Zeit 2021 und 2023 Schluss gemacht. Aber seit er in Therapie ist, haben wir ein Schreckliches on off. Er kann ganz schlecht mit Erwartungen umgehen. Deshalb habe ich seinem Wunsch entsprochen, trotz trennung mit ihm nächsten Monat in Urlaub zu fahren, um ihm zu zeigen, dass ich keine Erwartungen habe. Das hat er gestern abgesagt mit der Begründung, er müsse erst das Alleinsein lernen. Was danach kommt, wisse er nicht. Er schaffe die Entfernung nicht mehr, wünsche sich aber langfristig eine Partnerin. Das bedeutet für mich sich, dass es nur eine Frage der zeit ist, bis ich ersetzt werde, oder? Oder es ist schon so weit. Fremdgegeangen ist er schonmal.
Wenn ich deine Nachricht so lese, beneide ich dich, denn du gehst viel gelassener mit der Situation um als ich. Damit hast du sicher größere Chancen. Ich hingegen fürchte, komplett abschließen zu müssen. Und jetzt merke ich, dass ich in eine emotionale Abhängigkeit geraten bin. Davor möchte ich dich warnen. Akzeptiere kein on off. Ich habe den Fehler gemacht, mit jedem Neuanfang weniger zu fordern (aus Angst, ihn zu verlieren). Aber das war falsch. Ich bin mir sicher, ich hätte viel mehr fordern müssen. Und ich hätte bereit und in der Lage sein müssen zu gehen, wenn ich nicht bekomme, was ich brauche. Ich hätte zuerst gehen müssen. Jetzt ist da nur Schmerz. Ich wünsche dir, dass dir das erspart bleibt.
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hallo lieber papabear. Danke für deine sanftmütige und klare Antwort.

Ich möchte natürlich auch keine Ferndiagnosen an meinem Exfreund stellen. Ich habe mich sehr lange mit der Bindungstheorie befasst und weiß auch, dass es immer ein Spektrum gibt und in der Theorie sind es Modelle mit Mustern, die sich durch gewisse Erfahrung im Leben wiederholt zeigen können. Ich weiß auch, dass es bei unsicher-gebundene Menschen (egal ob vermeidend bzw näheflüchtend oder überangepasst bzw klammern) immer ein gemeinsames Thema der Verlustangst und Kontrolle mit reinspielt und dass sich solche Dynamiken selbst innerhalb einer Beziehung abwechseln können.

Das zeigte sich auch ganz klar vor allem zu Beginn unserer Beziehung als ich noch unsicher, vorsichtig war und noch nicht gleich "ich liebe dich" sagen konnte. Als ich mich dann sicherer fühlte, mehr investierte, drehte sich der ganze Spieß um, mit dem Unterschied dass es ihm viel zu viel wurde. Ich kann natürlich nicht in ihn reinblicken. Was ich kann, ist erstmal bei mir und meinem Verhalten zu bleiben und an mir zu arbeiten. Ich kann ihn nicht zwingen, dasselbe zu tun.. so sehr ich es mir auch wünsche.

Und nun zu seiner Nachricht. Danke für den Tipp auf jeden Fall. Eigentlich hatte ich vor ihm zu schreiben. Und dann kam vorhin nochmal folgende Nachricht von ihm (ohne mein Zutun)

[11:53] ‪Hey... wie geht's dir?
[11:54] ‪Darf ich dir meinen Text zum Brief senden?
[20:30] …?
[20:33] Nehme an uns gehts also etwa gleich ughh

Danach war mir übel.. da kam erst das Herzklopfen und dann etwas Wut. Meine Freundinnen haben da keinen positiven Eindruck von ihm und sind auch sauer, dass er sich so verhält und mit mir "spielt", weil er so hin und hergerissen ist. Ich interpretiere mal seine Nachricht so, dass er davon ausgeht, mir ginge es schlecht.

Morgen bin ich in Therapie und werd das mal ansprechen.

Bin super dankbar für eure Nachrichten und Inputs
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hallo du Liebe, mir geht es sehr, sehr ähnlich wie dir. Mein Ex ist auch Bindungsängstler, und wir leben über 500 km voneinander entfernt (S. Mein Strang). Er hatte schonmal für kurze Zeit 2021 und 2023 Schluss gemacht. Aber seit er in Therapie ist, haben wir ein Schreckliches on off.
Hallo liebe Bine76,

es tut mir wahnsinnig leid, was du alles mitgemacht hast. Ich kann eure Beziehung von außen natürlich nicht bewerten, aber es liest sich wirklich verstrickt. Wenn ich das so lese, da werd ich richtig sauer auf den Typen. Ich kann mir richtig vorstellen, wie ohnmächtig dich das fühlen lässt. Der hat da ganz schön viele Grenzen überschritten und ist weiterhin sehr egozentrisch geblieben. Ich kann mir vorstellen, dass du dich mit deinen Gefühlen so schwer lösen kannst. Ich kann es so gut nachempfinden. Aber sei dir gewiss, die Macht, die du ihm über dich gibst, kannst du dir wieder nehmen. Ich glaube, egal ob man nun den Ex zurück möchte oder einfach nur abschließen will, man kommt über den Weg des sich Loslösens nicht drumherum.. unterschiedliche Motivationen, aber gleiches Ziel.

Und danke für deine lieben Worte. Ich werde ganz doll drauf achten, dass ich mich nicht in ein on/off begebe. Aber sei bitte gutmütig mit dir. Es gibt gute Gründe, warum du so gehandelt hast. Du bist richtig wie du bist und liebenswert. Dass du fest daran glaubst und der Überzeugung bist, Hürden gemeinsam zu überwinden und sich treu zu bleiben ist ein gesunder und starker Anteil in dir.. ich würd, wenn ich deine Freundin wäre, sagen, schenke das jemandem, der sich genau darüber freuen würde und verschwende nicht deine kostbare Zeit und Energie an so einen untreuen, egoistischen Menschen. (Ja ich hab leicht Reden)

Ich drück dich, wenn ich das darf.
 
Zuletzt bearbeitet:

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
Danach war mir übel.. da kam erst das Herzklopfen und dann etwas Wut. Meine Freundinnen haben da keinen positiven Eindruck von ihm und sind auch sauer, dass er sich so verhält und mit mir "spielt", weil er so hin und hergerissen ist. Ich interpretiere mal seine Nachricht so, dass er davon ausgeht, mir ginge es schlecht.
Naja, aber damit zeigt er auch ein gewisses Mass an Empathie.

Nichtsdestotrotz, die "Vorlage" ist doch sehr günstig für dich.
Jetzt könntest du noch besser als bereits zuvor in der Art und Weise antworten, die
ich dir vorgeschlagen habe.

Und vielleicht gar nicht so viel darüber nachdenken, was so in seinem Kopf vorgehen
könnte - wirklich wissen kannst du es nicht, musst es aber auch gar nicht.
 

Bine76

Aktives Mitglied
Registriert
28 März 2024
Beiträge
45
Liebe Larissa, vielen Dank für deine lieben Worte. Ich hoffe sehr, dass es für dich klappt und sich dein Ex wieder für dich entscheidet. Wenn ich ehrlich bin, hoffe ich das auch für mich. Aber mittlerweile denke ich, ich darf es gar nicht. So oft habe ich meine Freunde und Familie in meinen Kummer mit rein gezogen. Und beim ersten Mal zeigen ja auch noch alle Verständnis. Nur je öfter er Schluss macht, desto verständnislos wird das Umfeld. Ich fühle mich mehr und mehr alleine. Zum Glück kann ich meine Familie nun außen vor lassen. Aber meine beste Freundin hat mich nun mehrfach aufgefordert, ihn auf allen Kanälen zu blockieren. "Er darf nie wieder zu dir Kontakt aufnehmen." Und das soll ein Mensch tun, der eigentlich nichts mehr hofft, als dass er akontskt aufnimmt. Deine Freundinnen sagen vielleicht auch dies: "Warum willst du jemanden zurück, der dich so schlecht behandelt?" kannst du das für dich beantworten? Ich vermute du sagst auch: "Es ist Liebe." Aber warum lieben wir jemanden, der uns so behandelt? Ich finde keine Antwort.
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hey nochmal ihr Lieben.

Ich bin noch sehr unschlüssig über meine Antwort. Soll ich da noch so etwas ransetzen wie "Hey. Sorry, hab viel um die Ohren/es ist gerade viel los bei mir. Ja, du kannst es mir als E-Mail senden." ? Oder ist das zu gestellt? Und auf das "wie gehts dir" nicht eingehen?

Sonst war ich ja immer verfügbar und erreichbar für ihn. Das fand er glaube ich auch nie so toll, dass ich nichts zu tun hatte (aufgrund der Arbeitslosigkeit), so antriebslos war, prokrastinierte, wenig unternahm, obwohl ich im "gesunden" Zustand sehr gerne und viel gemacht hatte. So hat er mich aber nie wirklich kennengelernt. Erst zum Schluss fing ich an, was auch meine Freunde beobachten konnten, aufzublühen und hab angefangen alles in eine richtige Richtung zu bringen.. da war er dann aber schon am Ende seiner Kräfte. Wieso genau, weiß ich allerdings bis heute nicht. Das hatte er schwammig begründet, eben nur gesagt, dass er keine Energie mehr hat und die auch für sich braucht. Er könne nicht beides. Vermutlich wars auch die Vielzahl an Konflikten um das Distanz-Thema bzw die Entfernung. Letzteres zumindest nannte er als einzigen Grund und "unfaire Umstände"
 
Zuletzt bearbeitet:

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Update:
Neue Nachricht von ihm.

Ich habe ihm jetzt geantwortet "Hey sry, hab gerade viel los. Ja klar, schick's mir gerne per Mail." Seine Antwort "Okay..."
Und jetzt bin ich extrem nervös, aber stelle mich schonmal auf ganz viel Rechtfertigung oder Trennungsbekräftigungen ein.

Haltet ihr es für sinnvoll, auf seine Fragen zu antworten?
 
Zuletzt bearbeitet:

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
Und jetzt bin ich extrem nervös, aber stelle mich schonmal auf ganz viel Rechtfertigung oder Trennungsbekräftigungen ein.
Einerseits wüsstest du aber dann, woran du bist (Pflaster schnell abziehen), andererseits
finde ich es immer etwas fragwürdig, viele Argumente für eine Trennung vorzubringen.

Wenn es nicht passt, passt es eben nicht.
Dafür braucht es neben dieser einfachen Feststellung keine detaillierten Aspekte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hey papabear,

wohl wahr. Ich muss auch ehrlich sagen, wäre er bei unserem Abschiedstreffen (, zu dem ich erst mit Kraft und Entschlossenheit hingegangen bin), und auch danach nicht so hin und hergerissen, wäre es für mich leichter loszulassen. Aber sein Verhalten macht's mir richtig schwer.. Das Weinen, dieses "ich will eigentlich nicht. Aber" "ich kann dich nicht loslassen. Aber" Das lässt es sich so unfair anfühlen. Er macht das wahrscheinlich nicht aus Boshaftigkeit oder mit Absicht, weil er selbst unsicher ist. Im Endeffekt hat er es beendet. Punkt. Meine Gefühle kommen damit nur nicht klar und mein inniger Wunsch bleibt durch die Hoffnung. Gesund wäre es loszulassen und ne Linie zu setzen..
 
Zuletzt bearbeitet:

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
Genau das wollte ich eben nicht zu dem Thema "Argumente für eine Trennung" schreiben.

Die lange Liste von Gründen ist nämlich oft dazu da, damit der Verlasser für sich eine
Rechtfertigung dafür hat, warum es "richtig" gewesen ist, so zu handeln.
Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass er sich damit nicht wirklich sicher gewesen sein kann,
denn wenn es wirklich nicht das richtige war, kann man auf die ganzen Umstände und
insbesondere auf rationale Aspekte auch einfach pfeifen.

Ich möchte betont keine falschen Hoffnungen machen, aber wenn ein Verlasser solche
Rechtfertigungen vorbringt, dann will er damit entweder sein eigenes schlechtes
Gewissen beruhigen oder er ist sich wirklich unsicher und spielt das "was wäre wenn"
Spiel, bei dem er sich vorstellt, wie es hätte anders laufen und vielleicht doch klappen
können.
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Hallo ihr Lieben.

Wieder ein Update. Er hat mir seinen Text geschickt. Entgegen meiner Erwartungen hat er sich nicht gerechtfertigt oder Dinge von sich gewiesen. Ganz im Gegenteil äußert er, dass er es gerne besser gemacht hätte und sich wünschte, wir hätten es geschafft. Er erwähnt, dass er mich unerwartet stark und entschlossen bei unserem Abschlussgespräch empfand, ist besorgt dass ich wütend sei und stellt Fragen zu einigen Punkten in meinem Brief, wie zB dazu, dass ich äußerte mich nicht unterstützt gefühlt zu haben oder viel zu viel Schuld/Anteile auf mich nahm. Zudem schreibt er aber auch "Ich bin froh zuhause zu sein und mir meinen Raum zu nehmen. Ich möchte meine Reise ebenfalls aktiv angehen und diesen Berg an innerer Unzufriedenheit endlich ablegen und wieder vollgas leben können. Ich vermisse dich, unsere Gespräche und die Nähe. Sorry, so fühl ich einfach. Ich möchte gerne nochmals auf einige Punkte eingehen." Und daraufhin kommt ein langer Text mit Dingen, die er toll an mir fand und geliebt hat.. dann ein lieb gemeinter Ratschlag und zum Schluss
"Mehr habe ich dir eigentlich gerade nicht zu sagen. Ich hege keinen Groll und bin nicht wütend. Ich bin einfach sehr sehr traurig. Ich glaube, dass du in deinem Brief viel Selbstreflexion zeigst - von daher, muss ich dir nicht mehr dazu sagen. Hab Mut und Vertrau dir selbst. Du machst es gut.
Ich denke echt, dass du mittlerweile drei Schritte weiter bist als ich.
Ich hab dich ehrlich und vollständig geliebt und aufgrund meiner Muster widersprüchliche Taten zu meinen Worten geliefert, dich nicht immer spüren lassen, wie viel Commitment ich eigentlich gebe. Ich habe dir nicht mitteilen können, dass ich mehr Raum brauche und ich konnte dir nicht helfen, dich zu motivieren oder dich auffangen. Ich hätte es gerne besser gemacht. Ich wünsche dir alles Gute für dein Leben. Man sieht sich immer zwei Mal.

Dein xxxx"


Natürlich kommt in mir wieder einiges hoch..
Ich überlege nochmal eine Abschiedsnachricht zu formulieren, weil er es u.a. auch schade fand, dass ich so wenig positive Dinge aufgezählt habe und weil ich Verständnis für die trennungsgründe zeigen will bzw das ganze nochmal von außen reflektiere.. und danach würde ich die Kontaktsperre einleiten. Oder soll ich das gleich so stehen lassen und in die KS gehen? Er schreibt zwar jetzt schon, dass er mich vermisst, aber verabschiedet sich ja auch irgendwie. Ich hab echt die Hoffnung, dass man sich wirklich ein zweites Mal gestärkt wieder sieht...

Was denkt ihr?
 
Zuletzt bearbeitet:

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
Naja, ziemlich genau diesen Inhalt hatte ich ja vorhergeahnt, insbesondere aus den
von mir bereits genannten Gründen.

Die wichtigste Frage sollte jetzt sein: Was möchtest DU ?
Sind so viele positive Gefühle vorhanden, dass sie die negativen Aspekte überwinden ?
Und könntest du dir vorstellen, dass man die Dinge, die nicht gepasst haben,
grundsätzlich in den Griff kriegen würde, egal wie das dann im Detail aussehen könnte ?

In dem Fall solltest du das auch signalisieren, aber dabei immer daran denken, dass ihr
dafür gemeinsam an einem Strang ziehen müsst.
Du kannst ihm die Tür ein Stück weit öffnen, nur den Weg dahin solltest du ihm nicht
(völlig) abnehmen. Auch solltest du trotz des eher positiven Inhaltes darauf achten,
ihm nicht doch noch ungewollt und unbewusst eine Bestätigung zu geben, dass die
Entscheidung zur Trennung nicht doch die richtige war.

Konkret kannst du das in der folgenden Weise tun.
Du bedankst dich für den Text und sagst, dass du viele oder die meisten der genannten
Punkte genauso siehst. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist dann an ihm, ob es denn jetzt
auch so bleiben soll, oder ob er auch den nächsten Schritt gehen mag.
 

Larissafuchs

Aktives Mitglied
Registriert
10 Juni 2024
Beiträge
690
Lieber papabear,

ja ich bin der Überzeugung dass unser Thema zu bewältigen ist und könnte mir das gut vorstellen wie man das angeht. Und ja, die positiven Gefühle überwiegen deutlich mehr.

Seine Nachricht war recht lang. Das heißt ich bedanke mich für seine Worte, okay. Soll ich ihm davon auch ein bisschen zurückgeben? Und kann ich noch etwas auf seine Punkte/Fragen eingehen?

Ich kann ja einmal seinen ganzen Text einblenden und würde ihn später löschen.

PS: Hast du damit eine ähnliche Erfahrung gemacht? Macht es Sinn, einen neuen Beitrag zu öffnen? Ich würde mich über 1-2 mehr Meinungen freuen oder auch gern einen der Admins fragen, weil ich mir extrem unsicher bin wie ich das angehen soll, auch was die KS betrifft und habe Angst was falsch zu machen
 

papabear

Aktives Mitglied
Registriert
5 Feb. 2024
Beiträge
2.421
PS: Hast du damit eine ähnliche Erfahrung gemacht? Macht es Sinn, einen neuen Beitrag zu öffnen? Ich würde mich über 1-2 mehr Meinungen freuen oder auch gern einen der Admins fragen, weil ich mir extrem unsicher bin wie ich das angehen soll, auch was die KS betrifft und habe Angst was falsch zu machen
Bleibe mal hier bei dem einen Strang. Und habe ein wenig Geduld, es werden sicher noch
Meinungen anderer dazu kommen.
Aber natürlich kannst du auch die Admins anschreiben und dort noch einmal um
zusätzlichen Rat bitten.
 

NoOneCanStopMe

Aktives Mitglied
Registriert
31 Mai 2023
Beiträge
404
Seine Nachricht war recht lang. Das heißt ich bedanke mich für seine Worte, okay. Soll ich ihm davon auch ein bisschen zurückgeben? Und kann ich noch etwas auf seine Punkte/Fragen eingehen?
Hallo Larissa,

Mein Ex-Freund ist auch jemand, der deinem sehr ähnlich sein könnte von der Thematik Beziehung und Bindung.
Wir hatten leider eine On/Off-Beziehung und er ist immer sehr schnell zurück gerudert, denn hat er sich getrennt, hab ich das so angenommen und ihn dann stehen gelassen. Relativ flott hat er sich dann wieder gemeldet, um seine Entscheidung zu bereuen und zurück zu kommen.
Daher finde ich den Vorschlag von Papabear sehr gut. Sei freundlich aber erstmal kurz angebunden, akzeptier seine Entscheidung und geb ihm Luft und Raum, damit für ihn ein möglicher gefühlter Druck wegfällt. Dann hat er wieder mehr Raum um seine Gefühle zu spüren.
Eine Garantie gibt's dafür natürlich nicht, damit hab ich aber gute Erfahrungen gemacht. Wahrscheinlicher wird er sich wundern, dass du das so hin nimmst und mir viel Glück fängt es dann ganz ordentlich an in seinem Kopf zu rattern.

Blöde Situation, man ist so machtlos, weil man selbst nichts tun kann. Kenn ich selbst auch sehr gut und hab dadurch erfahren, was der Satz Man kämpft indem man nicht kämpft tatsächlich bedeutet.
Fühl dich gedrückt:brav:
 

Statistik des Forums

Themen
14.859
Beiträge
2.297.604
Mitglieder
13.076
Neuestes Mitglied
N0rdLicht
Shoutbox
  1. Admin Wolfgang @ Admin Wolfgang: Wenn ihr mit einem älteren Partner liiert seid und im ZDF bei der Reportage 37° mitwirken wollt, dann schaut in die Plauderecke.
  2. Admin Wolfgang @ Admin Wolfgang: Wenn ihr an ner interessanten Studie teilnehmen wollt, dann schaut in die Plauderecke.
  3. Athene @ Athene: Auch ich wünsche schöne Ostern und entspannte Tage :-)
  4. Admin Wolfgang @ Admin Wolfgang: Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest! :-)
  5. Admina Hira Eth @ Admina Hira Eth: Da ich ein paar Tage abtauche, wünsche ich schon jetzt ein schönes Hasenfest. Wer weiß - vielleicht sehen wir uns ja bei den Feuern! :)
  6. Sibirischertiger @ Sibirischertiger: Allen hier ein gesundes und auch Frohes neues Jahr 2026 :D
  7. Colourblind @ Colourblind: Euch allen auch von mir ein gesundes neues Jahr - verbunden mit ganz Freude und Glück für 2026 :-)
  8. Admin Wolfgang @ Admin Wolfgang: Euch allen ein gesundes Neues 2026! :-)
  9. Athene @ Athene: Wünsche allen ein gesundes neues Jahr und viel Glück in der Liebe :-)
  10. rosline @ rosline: Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2026 :-) Auf ein paar Erfolgsgeschichten, prost!
  11. Das_Übliche @ Das_Übliche: Einen Guten Rutsch ins neue Jahr
  12. zweifelta @ zweifelta: Auch ich wünsche euch besinnliche Festtage! Das die 12 Wünsche für 2026, die ihr in den Rauhnächten ins Universum schickt in Erfüllung gehen. Dass ihr für den 13. Wunsch die Kraft und Willensstärke habt ihn euch selbst zu erfüllen!
  13. Admina Hira Eth @ Admina Hira Eth: …und wascht in dieser Zeit bloß keine Wäsche! Nicht, dass sich die wilde Jagd darin verheddert - bringt Unglück; das kann keiner hier brauchen! Wobei… wenn man sie in den Trockner packt…!? Wie dem auch sei: Merry Christmas!
  14. Athene @ Athene: Wünsche allen schöne Festtage, mit viel Liebe, leckeren Essen und vor allem Gesundheit :-)
  15. Admin Wolfgang @ Admin Wolfgang: In Bayern geht in diesen Nächten der Krampus um und die Perchten, da hat man nichts zum Lachen.
Oben