karls
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- 10 Jan. 2026
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Hallo, ich brauche ein bisschen Rat, wie ich mich verhalten soll.
Ich mache es erstmal kurz. Zur Situation. Meine Frau und ich sind seit 10 Jahren verheiratet. Wir haben eine 5-jährige Tochter. Wir lieben uns und die Ehe war "eigentlich" soweit gut, dachte ich. Allerdings haben wir uns Emotional von einander entfernt und sie hat sich absolut nicht mehr gesehen gefühlt. Ich habe es nicht gemerkt und war "blind", obwohl sie mir eindeutige Zeichen gegeben hat. Ich bin jemand (gewesen) der seine Emotionen und Gefühle leider immer sehr weggedrückt hat und nie zugelassen hat.
Im Spätsommer hat sie dann eine Affäre angefangen (August 25). Das ging ca. 3 Monate bis ich es dadurch rausgefunden habe, dass ich ihre Nachrichten am Handy gelesen hatte. Anfang November war das, da haben wir darüber dann das erste mal gesprochen. Sie konnte sich zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass ich mich ändern werde und das unsere Ehe noch eine Chance hat, jedenfalls innerlich nicht. Eine direkte "Trennung" war aber für uns beide in dem Moment auch nicht vorstellbar, so haben wir uns auf eine "offene Ehe" geeinigt, wobei ich zugeben muss, dass das für mich nur deshalb in Frage kam, um sie in dem Moment nicht zu verlieren, weil es zu schmerzhaft für mich gewesen wäre.
Seit dem hat sich sehr viel bei uns geändert - hauptsächlich zum positiven. Wir haben sehr viel uns sehr ehrlich miteinander gesprochen, ich habe eine Psychotherapie begonnen, um endlich meinen Gefühlen nicht mehr aus dem Weg zu gehen. Und unsere Ehe ist wieder lebendig geworden und wir haben Nähe und Vertrautheit und Sicherheit. Anfangs viel es mir nicht ganz so schwer, wenn Sie den AM noch getroffen hat. Aber je bessere unsere Beziehung wieder wurde, desto tiefer ist der Schmerz bei mir und desto mehr wünsche ich mir, dass dieser Mensch aus unserem Leben verschwindet. Irgendwann konnte ich es nicht mehr vor ihr "verstecken" und habe angefangen es ihr zu sagen. Unsere Ehe ist insgesamt viel besser als "vorher", wir haben auch wieder Sex und alles ist eigentlich für mich sehr schön und ich bin so Glücklich darüber, dass wir es geschafft haben, wieder zueinnader zu finden.
Es ist so, dass die Affäre sich auch immer mehr abgeschwächt hat, je besser wir wieder zusammen gefunden haben. Es gab keinen Sex mehr seit es Aufgedeckt wurde (also mittlerweile schon 10 Wochen). Die Treffen sind sehr selten (alle 2-3 Wochen) und meistens ist es einfach ein Spazierengehen oder einfach nett sprechen. Es gibt noch Kontakt via Nachrichten und Telefonate, die ich nicht kontrolliere oder so also weiß ich nicht wie intensiv und was genau dort ausgetauscht wird aber ich denke es war erst noch täglich, mittlerweile glaube ich nicht mehr täglich, ich denke aber schon, dass dort auch nicht ausschließlich belangloses und alltägliches geschrieben wird, sondern vermutlich auch mal ein Herzchen oder Küsschen Emoji oder sowas. Der Kontakt ist aber insgesamt über die letzten 2 Monate immer flachter und weniger geworden. Der AM hat eine nicht ganz so glückliche Fernbeziehung zu einer Frau. Er ist dort sehr stark abhängig und würde sie nicht verlassen und sie ist auch sehr stark von ihm abhängig und würde ihn auch nicht verlassen. Sei hat ihn schon ziemlich "entpersonalisiert", sie sagt, es lag gar nicht an ihm als Person, sondern an ihrer Situation in dem Moment. Es ist also nicht mehr der "idealisierte, er ist es und niemand sonst", sondern eher schon so, dass es auch jeder andere hätte sein können. Und sie hat gesagt, wenn sie sich nicht so sehr alleine und verzweifelt gefühlt hatte in dem Moment, wäre es vielleicht nur bei einer Freundschaft geblieben.
Meine Frau sagt klar, dass ich und unserer Ehe das ist was sie will. Die Affäre war / ist "schön" und der AM hat ihr in einem Moment viel gegeben, in dem sie es gebraucht hat. Aber wo die Rosarote Brille nicht mehr so da ist, weiß sie auch, dass das mit ihm keine Zukunft hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr Zeit lasse aber ich nicht weiß, wie lange ich diese Zustand noch aushalten kann. Die Emotionen sind bei ihr nicht mehr so stark, im Moment sagt sie, er ist einfach noch ein "Freund" und der Kontrakt ist noch gut und sie braucht Zeit um sich von ihm zu verabschieden. Für mich ist es im Moment so unglaublich schwer, ich weine jeden Tag, meist heimlich, damit ich sie damit nicht so sehr belaste aber manchmal bricht es auch aus mir heraus und sie kriegt es mit. Sie reagiert dann unglaublich empathisch und wir sprechen dann offen und ehrlich darüber. Alles sieht so aus, als ob sie diese Affäre einfach "Ausschleichen" lässt. Sie hat zu mir gesagt "das wird enden". Und hat auch zu ihm schon gesagt, dass das ein "Ablaufdatum" haben wird.
Ich kann für mich innerlich einfach nicht verstehen, wieso sie es nicht "sofort" beendet, wenn sie sieht und weiß, dass ich leide. Ich will sie aber auch nicht so sehr unter druck setzen und ihr ein Ultimatum stellen, weil ich möchte, dass sie von sich aus soweit ist und es beendet, wenn sie soweit ist. Ich habe angst, dass ich mich dabei selbst verliere und irgendwann die Nähe und Beziehung zu ihr innerlich vermiede, weil der Schmerz zu groß wird. Soweit ist es noch nicht, die Nähe und der Austausch mit ihr tut gut und wir lieben uns einfach.
Ich weiß nicht, ob ich jetzt alles soweit geschrieben habe, was relevant ist. Meine Frage lautet: Soll ich ihr einfach die Zeit geben die sie braucht? Wie lange kann so etwas dauern, wenn innerlich für die der Abschied schon klar ist und vielleicht auch nicht mehr so diese "akute verliebtheit" da ist und unsere Ehe wieder sehr viel stärker ist? Oder soll ihr irgendwie unmissverständlich klar machen, dass sie es jetzt beenden muss und ein harter Cut her muss, damit wir uns einfach wieder voll aufeinander konzentrieren können und mein Schmerz auch ein Ende finden kann?
Was wäre da euer "Rat"? Was ist stabiler? Ich habe Angst, dass wenn sie es nur aus Druck und mir zuliebe beendet, dass es sich für sie dann einfach falsch anfühlt und nicht nachhaltig und stabil ist. Andererseits habe ich angst, dass ich mich verliere und völlig zusammenbreche, wenn ich diese Situation noch Wochen und Monate aushalten muss. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe.
Ich danke euch für jeden Kommentar dazu und vielleicht aus eigener Erfahrung. Wie gesagt, die Beziehung zwischen den beiden scheint nicht mehr so stark, eher Freundschaftlich geprägt aber die Vorstellung, dass es auch nur bei einer bleibenden Freundschaft bleiben könnte, ist für mich im Moment kaum auszuhalten.
Ich mache es erstmal kurz. Zur Situation. Meine Frau und ich sind seit 10 Jahren verheiratet. Wir haben eine 5-jährige Tochter. Wir lieben uns und die Ehe war "eigentlich" soweit gut, dachte ich. Allerdings haben wir uns Emotional von einander entfernt und sie hat sich absolut nicht mehr gesehen gefühlt. Ich habe es nicht gemerkt und war "blind", obwohl sie mir eindeutige Zeichen gegeben hat. Ich bin jemand (gewesen) der seine Emotionen und Gefühle leider immer sehr weggedrückt hat und nie zugelassen hat.
Im Spätsommer hat sie dann eine Affäre angefangen (August 25). Das ging ca. 3 Monate bis ich es dadurch rausgefunden habe, dass ich ihre Nachrichten am Handy gelesen hatte. Anfang November war das, da haben wir darüber dann das erste mal gesprochen. Sie konnte sich zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass ich mich ändern werde und das unsere Ehe noch eine Chance hat, jedenfalls innerlich nicht. Eine direkte "Trennung" war aber für uns beide in dem Moment auch nicht vorstellbar, so haben wir uns auf eine "offene Ehe" geeinigt, wobei ich zugeben muss, dass das für mich nur deshalb in Frage kam, um sie in dem Moment nicht zu verlieren, weil es zu schmerzhaft für mich gewesen wäre.
Seit dem hat sich sehr viel bei uns geändert - hauptsächlich zum positiven. Wir haben sehr viel uns sehr ehrlich miteinander gesprochen, ich habe eine Psychotherapie begonnen, um endlich meinen Gefühlen nicht mehr aus dem Weg zu gehen. Und unsere Ehe ist wieder lebendig geworden und wir haben Nähe und Vertrautheit und Sicherheit. Anfangs viel es mir nicht ganz so schwer, wenn Sie den AM noch getroffen hat. Aber je bessere unsere Beziehung wieder wurde, desto tiefer ist der Schmerz bei mir und desto mehr wünsche ich mir, dass dieser Mensch aus unserem Leben verschwindet. Irgendwann konnte ich es nicht mehr vor ihr "verstecken" und habe angefangen es ihr zu sagen. Unsere Ehe ist insgesamt viel besser als "vorher", wir haben auch wieder Sex und alles ist eigentlich für mich sehr schön und ich bin so Glücklich darüber, dass wir es geschafft haben, wieder zueinnader zu finden.
Es ist so, dass die Affäre sich auch immer mehr abgeschwächt hat, je besser wir wieder zusammen gefunden haben. Es gab keinen Sex mehr seit es Aufgedeckt wurde (also mittlerweile schon 10 Wochen). Die Treffen sind sehr selten (alle 2-3 Wochen) und meistens ist es einfach ein Spazierengehen oder einfach nett sprechen. Es gibt noch Kontakt via Nachrichten und Telefonate, die ich nicht kontrolliere oder so also weiß ich nicht wie intensiv und was genau dort ausgetauscht wird aber ich denke es war erst noch täglich, mittlerweile glaube ich nicht mehr täglich, ich denke aber schon, dass dort auch nicht ausschließlich belangloses und alltägliches geschrieben wird, sondern vermutlich auch mal ein Herzchen oder Küsschen Emoji oder sowas. Der Kontakt ist aber insgesamt über die letzten 2 Monate immer flachter und weniger geworden. Der AM hat eine nicht ganz so glückliche Fernbeziehung zu einer Frau. Er ist dort sehr stark abhängig und würde sie nicht verlassen und sie ist auch sehr stark von ihm abhängig und würde ihn auch nicht verlassen. Sei hat ihn schon ziemlich "entpersonalisiert", sie sagt, es lag gar nicht an ihm als Person, sondern an ihrer Situation in dem Moment. Es ist also nicht mehr der "idealisierte, er ist es und niemand sonst", sondern eher schon so, dass es auch jeder andere hätte sein können. Und sie hat gesagt, wenn sie sich nicht so sehr alleine und verzweifelt gefühlt hatte in dem Moment, wäre es vielleicht nur bei einer Freundschaft geblieben.
Meine Frau sagt klar, dass ich und unserer Ehe das ist was sie will. Die Affäre war / ist "schön" und der AM hat ihr in einem Moment viel gegeben, in dem sie es gebraucht hat. Aber wo die Rosarote Brille nicht mehr so da ist, weiß sie auch, dass das mit ihm keine Zukunft hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr Zeit lasse aber ich nicht weiß, wie lange ich diese Zustand noch aushalten kann. Die Emotionen sind bei ihr nicht mehr so stark, im Moment sagt sie, er ist einfach noch ein "Freund" und der Kontrakt ist noch gut und sie braucht Zeit um sich von ihm zu verabschieden. Für mich ist es im Moment so unglaublich schwer, ich weine jeden Tag, meist heimlich, damit ich sie damit nicht so sehr belaste aber manchmal bricht es auch aus mir heraus und sie kriegt es mit. Sie reagiert dann unglaublich empathisch und wir sprechen dann offen und ehrlich darüber. Alles sieht so aus, als ob sie diese Affäre einfach "Ausschleichen" lässt. Sie hat zu mir gesagt "das wird enden". Und hat auch zu ihm schon gesagt, dass das ein "Ablaufdatum" haben wird.
Ich kann für mich innerlich einfach nicht verstehen, wieso sie es nicht "sofort" beendet, wenn sie sieht und weiß, dass ich leide. Ich will sie aber auch nicht so sehr unter druck setzen und ihr ein Ultimatum stellen, weil ich möchte, dass sie von sich aus soweit ist und es beendet, wenn sie soweit ist. Ich habe angst, dass ich mich dabei selbst verliere und irgendwann die Nähe und Beziehung zu ihr innerlich vermiede, weil der Schmerz zu groß wird. Soweit ist es noch nicht, die Nähe und der Austausch mit ihr tut gut und wir lieben uns einfach.
Ich weiß nicht, ob ich jetzt alles soweit geschrieben habe, was relevant ist. Meine Frage lautet: Soll ich ihr einfach die Zeit geben die sie braucht? Wie lange kann so etwas dauern, wenn innerlich für die der Abschied schon klar ist und vielleicht auch nicht mehr so diese "akute verliebtheit" da ist und unsere Ehe wieder sehr viel stärker ist? Oder soll ihr irgendwie unmissverständlich klar machen, dass sie es jetzt beenden muss und ein harter Cut her muss, damit wir uns einfach wieder voll aufeinander konzentrieren können und mein Schmerz auch ein Ende finden kann?
Was wäre da euer "Rat"? Was ist stabiler? Ich habe Angst, dass wenn sie es nur aus Druck und mir zuliebe beendet, dass es sich für sie dann einfach falsch anfühlt und nicht nachhaltig und stabil ist. Andererseits habe ich angst, dass ich mich verliere und völlig zusammenbreche, wenn ich diese Situation noch Wochen und Monate aushalten muss. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe.
Ich danke euch für jeden Kommentar dazu und vielleicht aus eigener Erfahrung. Wie gesagt, die Beziehung zwischen den beiden scheint nicht mehr so stark, eher Freundschaftlich geprägt aber die Vorstellung, dass es auch nur bei einer bleibenden Freundschaft bleiben könnte, ist für mich im Moment kaum auszuhalten.
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