Neue Beziehung ohne starken Gefühlen?

Dieses Thema im Forum "Themen rund um die Liebe" wurde erstellt von step-to-me, 21. August 2017.

  1. step-to-me

    step-to-me Aktives Mitglied

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    Hallo und guten Morgen!

    Es gibt da ein Thema, dass mir in letzter Zeit häufig begegnet ist und zu dem ich gerne ein paar zusätzliche Meinungen und Gedanken lesen würde. Es geht um zwei verschiedene Arten wie Menschen in eine Beziehung starten.

    Typ 1 ist kurz nach dem Kennenlernen komplett verknallt. Die Gedanken kreisen nur noch um die andere Person. Gefühle wie ein Teenager und von Anfang an die Sicherheit: Ich will nur diese Person! Natürlich überglücklich, wenn das erfolgreich zu einer Beziehung führt.

    Typ 2 hat eine sehr hohe Sympathie der anderen Person gegenüber, aber kein schlagartiges Verliebt-Gefühl. Es fehlt diese überwältigende Begeisterung. Auch hier wird aber eine Beziehung eingegangen. Anfangs noch von Unsicherheit geprägt, wird es dann immer schöner und fühlt sich richtig an, obwohl am Anfang keine starken Gefühle da waren. Die Sache wird als unkompliziert und einfach gut beschrieben.

    In meiner Umgebung gibt es einige Typ 2 Frauen, die davor eine komplizierte Typ 1 on-off Geschichte hatten, die nicht geklappt hat. Natürlich kann man sagen, dass die neue Sache dann nur eine Art Verarbeitung der Sache davor ist, aber diese neuen Beziehungen sind oftmals gar nicht so schlecht und entwickeln sich wie gesagt mit der Zeit zu etwas richtig Gutem.
    Die Mutter einer Freundin meinte mal, dass sie am Anfang auch nicht richtig verliebt war. Trotzdem ist sie mit ihrem Mann zusammen gekommen und jetzt lange glücklich verheiratet. Sie würde es nicht anders wollen.

    Ich selbst habe gerade eine Typ 1 on-off Geschichte hinter mir, die leider nicht geklappt hat, und stelle mir daher gerade ein paar Fragen:

    Sind vielleicht die Menschen, bei denen wir uns wie Typ 1 fühlen, auf Dauer gar nicht die richtigen? Vielleicht haben die nur etwas an sich, was uns zwar unglaublich begeistert und anzieht, aber langfristig gar nicht gut für uns ist.
    Bekannte, die in Typ 2 Beziehungen gestartet sind, wirken oft auch sehr glücklich. Da herrscht eine gewisse innere Ruhe. Vor allem wenn man es mit dem Typ 1 Theater vergleicht, was nicht selten vorkommt.
    Ich persönlich habe eigentlich immer gedacht, dass für mich nur eine Typ 1 Beziehung in Frage kommt, aber vielleicht muss ich da ein wenig umdenken. Manche Dinge nicht zu schnell abhaken, nur weil ich nicht sofort verknallt bin.

    Was denkt ihr? Habt ihr Erfahrungen mit Typ 1 und Typ 2? Wie ist das bei Leuten aus eurem Bekanntenkreis?

    Ich finde das Thema gerade sehr spannend und würde mich über ein paar Antworten freuen!
    Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. August 2017
  2. softGiant12

    softGiant12 Aktives Mitglied

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    Hmm dann bin ich wohl ne Mischung aus Typ2 und dann Typ1 .. zumindest bei meiner letzten Dame. Erst war einfach sehr viel Sympathie da, gepaart mit Bewunderung und Begeisterung. Dann kam man sich näher und irgendwie hatte ich mich ziemlich schnell verliebt, da alles so toll lief. Geendet hat es mir nem ziemlichen Knall und nunmehr keinen Kontakt sei bissl mehr als 1 Monat.
     
  3. Tiffany_Weh

    Tiffany_Weh Aktives Mitglied

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    Ich muss gestehen ich erlebe es nun wieder nach Jahren ähnlich.
    Meine Langzeitbeziehung (fast 7 Jahre) war auch so, dass ich diese extreme Verknalltheit bzw. Verliebtheit oder auch rosarote Brille nicht hatte. Es war gut und ist nach gewisser Zeit einfach immer besser geworden. Mehr gezählt hat für mich einfach das Wohlfühlen und die Beständigkeit. Ich muss dazu sagen, dass wir uns auch schon 3 Jahre vorher flüchtig kannten. Würde ich dann sogar in Typ II kategorieren.

    Dann hatte ich vor bald zwei Jahren das Gegenteil: Zweimal hintereinander Typ I, zumindest was mich selbst betrifft und nach spätestens einem halben Jahr war es vorbei. Ich muss dazu sagen, dass es bei dem ersten Mann wirklich extrem war und ich extrem unter der folgenden Trennung gelitten hatte (hierzu ja auch mein Strang bzw. wie ich hierher gefunden hatte). Bei Nummer 2 bin ich dann freiwillige gegangen weil ich einfach keine Kraft mehr für sowas hatte.

    Nun ist es wieder eher Typ II: Vor 4 Monaten kennengelernt, alles läuft sehr langsam und vorsichtig ab. Von meiner Seite aus noch vorsichtiger. Ich hab nicht dieses extreme Schmetterlingsgefühl, denke nicht den ganzen Tag an ihn, verbringe meine Freizeit genauso gerne mit meinen Freundinnen und beschäftige mich auch oft genug mit mir, aber dennoch bin ich schon froh ihn kennengelernt zu haben und schaue wohin uns der Weg bringt :smile:
     
  4. Darth Vader

    Darth Vader Gelöschter User

    Also bei mir ist die letzte Beziehung, wenn man das überhaupt so nennen darf eindeutig Typ I von meiner Seite aus gewesen. Weswegen ich auch hier gelandet bin.

    Total in die Frau verschossen und das volle Programm an Emotion, was letztendlich bei ihr so nicht war oder ist und mich völlig aufgerieben hat. Permanentes On-Off und noch immer bin ich eher „Liebeskrank“ durch diese Erfahrung.


    Typ II hatte ich auch schon, völlig locker und mehr oder weniger unverliebt in die Beziehung rein und komischerweise hat das dann auch viel länger gehalten. Was mir jetzt, wo ich das schreibe, schon zu denken gibt.

    Wie heißt es doch so schön, es hat in einer Beziehung immer der die Führung, der weniger Emotionen daran hängt.
     
  5. Weisswurst

    Weisswurst Aktives Mitglied

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    Wenn man es überhaupt so scharf trennen kann, sind die beständigeren Beziehungen wohl die vom Typ2. Ich denke aber, da beim Typ2 eher die rationalen Gründe die Beziehung haben entstehen lassen, die Gefahr besteht, daß irgendwann bei einem der Partner jemand ins Leben platzt, der eben dieses extreme Verliebtheits-Gefühl des Typs1 aufflammen lässt. Mag sein, daß dies die Beziehung langfristig nicht zerstört, aber doch z.B. zumindest die Gefahr einer Affäre innerhalb der Beziehung besteht.

    Ideal ist wohl ein Kennenlernen nach Typ1, und dann feststellen, daß auch die entscheidenden eher rationalen Punkte des Typ2 passen. Sowas könnte dann sogar die evolutions-technisch kritische Marke von ~4 Jahren knacken ;)
     
  6. LiL

    LiL Aktives Mitglied

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    Interessanter Gedanke und genau das was mir in letzter Zeit ähnlich durch den Kopf geistert.

    Ich habe jetzt beim selben Mann sowohl Fall 1 als auch Fall 2.

    Fall 1 war es November / Dezember 16 bei unserem ersten Kennenlernen und Zusammenkommen. Die Schmetterlinge waren bei uns beiden so aktiv, alles so intensiv, das hatte ich noch nie erlebt. Auseinander gegangen ist das dann März 17. Er hat sich getrennt, was jedoch tatsächlich nichts mit uns zu tun hatte, sondern mit seiner Situation.

    Fall 2 ist es jetzt aktuell. Wir sind wieder sowas wie zusammen. "Sowas wie zusammen", weil es bisher keiner ausspricht. Ich habe keine oder nur wenig Schmetterlinge im Bauch, bin nicht berauscht von unbeschreiblichen Gefühlen :zwinkern: ABER! Ich fühle mich unheimlich wohl und geborgen bei ihm, bin sehr gerne mit ihm zusammen, genieße die Zeit, möchte ihn nicht missen, fühle mich verbunden und angezogen von ihm. Er schwirrt auch durch meinen Kopf, ist aber nicht mehr so präsent wie damals. Ich bin sehr bei mir und in meinem Leben und genieße daneben die Zeit mit ihm. Ich gewöhne mich derzeit noch an das neue Gefühl, denn bisher kannte ich nur den Beginn mit 1000 Schmetterlingen... Vllt kommen die aber auch wieder, wenn ich meine Vorsicht überwunden habe, wer weiß.


    Ich denke, aus beiden Fällen kann etwas werden. Es ist immer die Sache, was man daraus macht, was folgt und wie gut man letztendlich zusammen passt. Fall 1 im Taumel der Hochgefühle wird bestimmt oft zur 2. Bei manchen endet es aber auch danach... dann wird die rosa Brille abgesetzt.


    Das hast du richtig gut geschrieben! Finde mich total darin wieder :lach::lach:
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2017
  7. step-to-me

    step-to-me Aktives Mitglied

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    Hallo zusammen und danke für die Rückmeldungen!
    Sorry, dass ich erst jetzt schreibe, ich war ein paar Wochen im Urlaub.

    Eure Antworten sind ja wahnsinnig interessant! Zusammenfassend unterstützt das ja alles meine Theorie. Das hätte ich in dem Maß gar nicht erwartet. Typ 2 Beziehungen scheinen also wirklich viel unkomplizierter und beständiger zu sein.

    Ich sollte mich vielleicht wirklich davon lösen, dass ich unbedingt eine Typ 1 Beziehung will. Aber so ähnlich wie Weisswurst das beschrieben hat, denke ich auch, dass dann die Gefahr größer ist, dass es wegen einer Typ 1 Person kaputt gehen könnte, die einer von beiden irgendwann trifft. Ich würde es dem Partner gegenüber unfair finden, solange mir klar ist, dass eine Typ 1 Person das ganze leicht gefährden kann. Und irgendwo bin ich ja doch der Romantiker, der nicht nur aus rationalen Gründen in eine Beziehung starten will. Auf jeden Fall sehr interessant sich damit mal auseinanderzusetzen.

    Da ich das Thema immer noch sehr spannend finde, würde ich mich weiterhin über Meinungen bzw Erfahrungen freuen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. September 2017
  8. Mangoblüte

    Mangoblüte Aktives Mitglied

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    Ich finde das Thema recht interessant und würde mich auch über weitere Meinungen freuen. Bei mir war es bisher so, dass ich eigentlich nur Typ 2 kenne. Ein Mal war es so, dass es in Richtung Typ 1 hätte gehen können, aber er war verheiratet, sodass wir der Anziehung zwischen uns nie Raum gegeben haben.

    Aktuell habe ich eine Art Affäre mit einem Mann, der bisher nur Typ 1-Beziehungen hatte, die jedoch, bis auf ein einziges Mal (dort ein knappes Jahr), nur 4 Wochen hielten. In mich ist er nicht verknallt und möchte deshalb keine Beziehung, weshalb wir uns auf eine Affäre verständigt haben. Er sagte auch sowas von wegen, dass es sein könnte, dass er jemanden trifft, bei dem er das Verknalltheitsgefühl hat (wieder Typ 1) und ich auch nicht zögern solle, wenn das bei mir der Fall ist, also ich eine Bekanntschaft mache, bei der ich sofort Gefühle habe. Wie gesagt, ich brauche aber im Prinzip immer länger, ehe ich Interesse an einem Mann entwickle, wohingegen er das überhaupt nicht kennt. Ich bin gespannt, wie sich das zwischen uns entwickelt und ob er vielleicht eines Besseren belehrt wird und sieht, dass es auch ohne krasses Verknalltheitsgefühl am Anfang passen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. September 2017
  9. Kleofaz

    Kleofaz Aktives Mitglied

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    Hi Leute,
    ich war definitiv Typ 1. Sie zu Beginn auch, mit Tendenz zu Typ 2. Sie hat sich dann noch weiter zurückgenommen, um anschließend wieder vorsichtig auf mich zuzukommen. Aber ich war total verliebt, gab Vollgas und habe sie u.a dadurch nach 4 Monaten vergrault. Fuck...

    Vielleicht könnte es man bei Typ 1 als Liebesbeziehung und bei Typ 2 als Vernunftbezoehung bezeichnen?!

    Kleo
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2017
  10. Clara7575

    Clara7575 Aktives Mitglied

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    :schuettel:
    Bin auch Typ2 und liebe meinen - das ist eine Liebesbeziehung!
    Die tiefe Zuneigung entwickelt sich langsam. Typ1 war ich auch schon mal, ist aber aus oben schon genannten Gründen total in die Hose gegangen. Ich wollte Zuviel in zu kurzer Zeit :schuettel:
     
  11. Castoridae

    Castoridae Aktives Mitglied

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    Das Thema ist echt interessant...

    Ich glaube man kann - anhand der eigenen Lebenserfahrung die man mit der Zeit so macht - je nach Beziehung zwischen den Typen wechseln oder gar beide Anteile in sich vereinen. Oder zumindest kann man es versuchen.

    Ein Beispiel:

    Meine Ex und ich waren damals beide definitiv "Typ 1". Gott, was haben wir beide füreinander gebrannt...

    Doch nach 13 Jahren Beziehung, nach der Trennung und nach 1,5 Jahren "Pause" habe ich mich auf eine "Typ 2" Frau eingelassen. Alles an ihr war so vernünftig, so bodenständig und "sicher". Es gab kein Drama aber auch kein richtiges "Feuer". Es war das krasse Gegenteil von dem was ich 13 Jahre lang hatte. Ich habe dann auch versucht ein "Typ 2" zu werden. Es ist ja auch ganz sinnvoll, nach einer Trennung erstmal ein völlig neues Beziehungsmuster auszuprobieren. So rein von der Vernunft her sprach auch alles dafür, es mit dieser Frau zu versuchen. Auf dem Papier passte es einfach. Doch nachdem wir 1,5 Jahre an der Beziehung "gearbeitet" haben (und es wurde in der Tat immer besser) fehlte mir leider noch immer etwas. Dieser eine letzte Schritt. Dieses "Feuer". So sehr ich mich bemüht habe "Typ 2" zu sein, so sehr hat mich "Typ 1" einfach nicht losgelassen.

    Mittlerweile denke ich: wenn die erste große Liebe durch und durch "Typ 1" war, macht es Sinn (vor allem wenn man verletzt wurde) es mit "Typ 2" zu versuchen um etwas Neues aufzubauen. Und vielleicht wechselt man dann nochmal auf "Typ 1" in der selben Beziehung, z. B. wenn ein sicheres Fundament errichtet wurde.