Nun wird es richtig schwierig!

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Souris

Gelöschter User
Hallo ihr Lieben

Seit einiger Zeit lese ich hier schon mit. Mir gefällt der liebevolle Umgang der in diesem Forum gepflegt wird und mir war sehr schnell klar, dass wenn mein "Problem" mal akut werden sollte, ich mich hier gut aufgehoben fühlen würde.

Dass sich die Situation so schnell ändern würde, darauf war ich nun allerdings nicht vorbereitet.

So schildere ich euch hier mal, so kurz wie möglich, meine lange Geschichte als AF oder wie ich es lieber nenne als Geliebte.

Ich habe soeben die 50 überschritten und bin seit mehr als 15 Jahren mit einem verheirateten Mann der wesentlich älter ist als ich, liiert. Damit breche ich wohl so ziemlich jeden Rekord hier, aber wer weiss vielleicht überbietet mich ja jemand. Dann bitte melden. :zwinkern:

Vor dieser Langzeitaffäre war ich 18 Jahre verheiratet. Dieser Ehe entsprossen drei Kinder die mittlerweile alle längst erwachsen sind. Die Affäre zu meinem AM dauerte bereits 3 Jahre als ich den Schritt zur Trennung endlich wagte.

Mein Liebster ist bereits im Pensionsalter, seit über 30 Jahren verheiratet und hat ebenfalls erwachsene Kinder.

Die Zeit vergeht schnell und ja, mein AM gehört zur Kategorie "Verdrängungskünstler" und ich zur Gruppe "zu lieb, zu harmoniesüchtig". Habe es trotz vieler Versuche nie geschafft ihn ganz für mich zu gewinnen obwohl ich mir seiner Liebe sehr sicher bin. Das Thema Trennung ist bis heute nicht vom Tisch, gerade auch deshalb weil mit zunehmendem Alter Probleme auftauchen werden, die es zweifellos schwierig machen unsere Beziehung weiter zu führen, wenn sich nichts ändert.

In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder Druck gemacht, in letzter Zeit auch vermehrt, gerade auch deshalb, weil ich verhindern wollte, dass wir irgendwann gegen unseren Willen durch "höhere Gewalt" getrennt werden. Mein AM hat meine Warnungen zwar durchaus ernst genommen aber bis zum heutigen Tag keine Handlungen vollzogen, die unsere Situation verbessert hätten. Nahe dran war er schon öfter.

Auch ich war zu feig die Konsequenzen daraus zu ziehen oder strategisch vorzugehen, habe mich nie zurückgezogen und war immer für ihn da. Mir war aber immer klar, dass irgendwann der Tag kommen wird an dem wir die Quittung serviert bekommen für unser Verhalten.

Und nun kam der Tag schneller als erwartet: Er muss sich bald einer schweren Operation unterziehen, die einen längeren Spitalaufenthalt und nachfolgende Erholungszeit nach sich ziehen wird. In dieser Zeit wäre ich ihm gerne beigestanden was nun Umstände halber wohl sehr schwierig werden wird.

Ich bin ein zwar ein realistischer aber ebenso emotionaler Mensch, deshalb habe ich Angst in nächster Zeit nicht immer die nötige Ruhe bewahren zu können, obwohl diese jetzt doppelt wichtig wäre. Der Austausch mit euch wird mir sicher helfen.

Liebe Grüsse :smile:
Souris
 
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L

Leona

Gelöschter User
Liebe Souris,

herzlich willkommen bei uns!

Du beschreibst in deiner Geschichte ein Szenario vor dem ich mich auch fürchte... auch wenn mein AM erst knapp über 50 ist. Denn ich weiss so wie du: im Ernstfall wird es seine Frau sein die sich kümmert, und ich bin zur Untätigkeit gezwungen aussen vor.

Weiss seine Frau von euch?
 
A

Andrey

Gelöschter User
Liebe Souris,

ein herzliches Willkommen im Affärenforum.

Das ist ja eine interessante Geschichte! Berichte uns doch weiter, ich bin schon gespannt auf deine Beiträge.

Liebe Grüße :herz:
Audrey

PS: Meine Mutter toppt dich: Sie ist mit ihrem AM im 24. Jahr.
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Leona

Danke für deine Zeilen. :smile: Obwohl ich neu bin, fühle ich mich jetzt schon aufgenommen und sehr wohl. :smile:

Mit Gewissheit lässt sich nicht sagen ob seine Frau von uns weiss, aber da es "uns" schon so lange gibt, gehe ich und auch AM davon aus, dass sie es sicher zumindest ahnt. Diese Ehe ist seit Jahren eine Zweckgemeinschaft.

Dieses Szenario wie es nun Wirklichkeit wird, hatte ich immer vor Augen, konnte es aber dennoch nicht verhindern.
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Audrey

Auch dir lieben Dank für deinen Willkommensgruss. :smile:

Huch, das ist ja ein Ding. Deine Mutter schlägt mich?::: Spannend. Da bin ich dann auch sehr neugierig zu erfahren wie sie mit der Gesamtsituation umgeht und wie es ihr geht nach all diesen Jahren in dieser Beziehung.

Nach so langer Zeit wird sehr vieles normal was für andere undenkbar ist. Ich sehe meine Beziehung auch längst nicht mehr als eine "Affäre" sondern eher wie eine etwas ungewöhnliche Partnerschaft.
 
S

Souris

Gelöschter User
Guten Morgen

Habe eine schlaflose Nacht hinter mir. Das mit der anstehenden Operation meines AM weiss ich erst seit gestern. Da konnte ich das alles noch relativ gefasst und gelassen nehmen. Nun hat mich die gesamte Tragweite dessen was auf uns zukommt eingeholt.
Ich schreibe später noch etwas mehr zur besseren Verständlichkeit meines Anliegens.

Jetzt muss ich aber erst mal los, habe gleich einen Termin ausser Haus.
Bis bald, ich wünsche euch einen schönen Tag
 
M

Mariposa

Gelöschter User
Liebe Souris

du bist nicht alleine! Die Eckdaten deiner Geschichte, ähneln meiner sehr, nur sind wir erst seit knapp 3 Jahren ein Affärenpaar, zuvor war da aber bereits fast ein Leben lang eine platonische Liebe zwischen uns.

Das Szenario, dass bei euch nun eingetreten ist, ist auch mein Horrorscenario. Wir haben schon offen darüber geredet, aber auch er verdrängt das Alles sehr gut, obwohl auch er eine Vorerkrankung hat, die mir Schweissperlen auf die Stirn treibt, wenn ich nur daran denke.

Dir nun zu raten ist schwer, aber dich, in dieser für dich nun belastenden Zeit, stützen, dass können wir hier sicher gut leisten.

Ganz liebe Grüsse,

Mariposa
 

Engel2016

Aktives Mitglied
Registriert
24 Jan. 2017
Beiträge
1.160
Liebe Souris,

herzlich willkommen!

Ich kenne deine Bedenken. nur zu gut. Mein AM ist Mitte 50, so langsam beginnen die "Zipperlein". Er war auch schonmal für einen Tag im Krankenhaus, hatte sein Handy zu Hause vergessen und ich wusste von nichts. Hatte mich nur sehr gewundert, dass ich ihn nicht erreiche.

Ich habe ihm eine Vollmacht erteilt, dass er uneingeschränktes Besuchs- und Auskunftsrecht erhält, wenn ich mal im Krankenhaus bin. Mal sehen, ob er mir so etwas nicht auch ausstellt ...
 
Zuletzt bearbeitet:
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Mariposa
Danke dir für deine lieben Worte. :Kuss:

Habe deinen Strang mal kurz überflogen, muss mich aber sobald ich Zeit habe noch tiefer einlesen.

Du hast Recht, es gibt da viele Parallelen zu meiner Geschichte. Auch wir hatten und haben immer mal wieder unruhige Zeiten, aber bei uns gab es in all den Jahren noch nie einen Cut. Innerlich konnten wir immer zueinander stehen und eine Trennung kam für beide eigentlich noch nie ernsthaft in Frage.

In den ersten drei Jahren als auch ich noch verheiratet war, fühlte ich mich innerlich permanent zerrissen. Ich hatte Jahre zuvor schon mal eine kurze aber heftige Affäre, die dann aufflog. Hauptsächlich wegen der Kinder, die zu der Zeit noch sehr klein waren, bin ich damals bei meinem EM geblieben. Als ich mich nach einigen Jahren erneut fremd verliebte in meinen jetzigen AM, war mir klar, dass ich früher oder später grundlegend was ändern musste in meinem Leben. Mit der Trennung habe ich aber dann gewartet bis die Kinder aus dem Gröbsten raus waren.

Danach habe ich erstmal meine Freiheit genossen, ich war so froh, dass das Versteckspiel eine Ende hatte und ich konnte sehr bald offen zu meinem AM stehen. Alle meine Freunde und meine Kinder kennen ihn, anfangs gab es natürlich viele Diskussionen und man begegnete mir oft mit Unverständnis. Das ist aber schon sehr lange her, mittlerweile hinterfragt niemand mehr meine Art zu leben. Es wird ganz einfach akzeptiert.

Meinen AM habe ich in den ersten Jahren nie unter Druck gesetzt, aber die Hoffnung, dass er irgendwann von alleine an den Punkt kommen und sich trennen würde, die war im Hinterkopf natürlich trotzdem da. Ich hatte es ja auch nicht eilig, konnte gut warten, lebte daneben mein Leben und dachte irgendwann würde sich die Sache sicher von alleine regeln.

Tja, und irgendwann habe ich mich dann wohl allzu gut mit der Situation arrangiert und es ihm dadurch unbewusst sehr einfach gemacht sein Doppelleben weiter zu leben.

Er hat dennoch immer wieder Schritte in meine Richtung unternommen und war auch einige Male nahe dran seine EF zu verlassen, aber eben immer nur "fast".

Normalerweise bin ich ein sehr positiver, fröhlicher Mensch, ich versuche immer das Beste aus jeder Situation zu machen. Im Moment macht sich aber eine grosse Leere und Resignation breit, die mich blockiert und mich etwas straucheln lässt. Fühle mich gerade sehr müde und kraftlos, bin wohl noch am Verdauen des Schocks.

Es tut mir aber gut hier alles niederschreiben zu dürfen. Ich habe mich auch schon bei einigen von euch eingelesen und werde mich da dann gerne unterstützend mit einbringen.


Ganz liebe Grüsse
Souris
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Engel

Dich habe ich heute Mittag glatt überlesen. Entschuldige bitte! :::

Dein Hinweis ist wertvoll. Danke dir! :smile:Sobald mein AM aus seiner Schockstarre erwacht und wieder ansprechbar ist, werde ich ihn bitten mir auch so eine Vollmacht auszustellen. Wäre wichtig.

Wir werden sowieso noch einiges bereden müssen. Er hat noch etwas Zeit, die OP ist erst in ein paar Wochen. Diese Zeit sollte er eigentlich nutzen und nicht wieder alles verdrängen.

Herzlich
Souris
 

Fehlerunfrei

Aktives Mitglied
Registriert
1 Juni 2017
Beiträge
535
Liebe Souris,

Ich habe echt Respekt vor deiner Leistung diese Situation so lange zu tragen.

Was mir zur Zeit immer im Kopf rumschwirrt. Braucht es die Bezeichnung Freundin/Partner überhaupt? Und warum ganz alleine für sich gewinnen?

Dank deines Freds schwirren Seite wieder und ich werde mal auf die Suche brach passenden antworten für mich gehen.

Danke dafür,
Fehlerunfrei
 
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Mania

Aktives Mitglied
Registriert
30 Nov. 2014
Beiträge
759
Liebe souris,

ja, auch ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. (Meine Affäre geht mit Unterbrechungen ins neunte Jahr ... ).

Es ist ja immer absurd, dass der Mensch, der einem am nächsten steht und dem man selbst am nächsten steht, in Extremsituationen so von einem abgeschnitten ist. Auch ich habe öfter schon überlegt, was in einem solchen Fall, wie er nun bei Dir eintritt, eigentlich passieren würde. Denkbar wäre ja auch, dass gerade dann die Sache auffliegt, z.B. weil er trotzdem den Kontakt zu Dir sucht, Du im Krankenhaus auf die EF triffst, dort jemand plaudert ...

Eigentlich wäre nun ein Zeitpunkt, in dem er mal sagen müsste, wie er sich das jetzt eigentlich vorstellt. Ob er dann wirklich auf Dich verzichten möchte in dieser schweren Zeit. Was sagt er denn dazu?

Tja, ob es bei einer so langen Affäre und dazu noch in einer solch schwierigen Zeit noch Sinn hat zu strategieren, weiß ich auch nicht. Ich habe da auch Zweifeln. Aber da Dir ja ohnehin die Hände gebunden sind, wäre das vielleicht auch für Dich hilfreich, Dich jetzt zurückzuziehen, wenn er nichts tut, um Dir den Zugriff zu ermöglichen.

Das waren nur meine ersten Gedanken dazu, ich werde Deine Geschichte weiter verfolgen, ich finde sie sehr interessant.

Liebe Grüße Mania
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Mania

Herzlichen Dank für deine Überlegungen. Du sprichst mir aus dem Herzen. :herz:

Es ist ja immer absurd, dass der Mensch, der einem am nächsten steht und dem man selbst am nächsten steht, in Extremsituationen so von einem abgeschnitten ist.

In der Tat, das ist völlig absurd und das ist genau der Punkt, der mir im Moment sehr zu schaffen macht.

Eigentlich wäre nun ein Zeitpunkt, in dem er mal sagen müsste, wie er sich das jetzt eigentlich vorstellt. Ob er dann wirklich auf Dich verzichten möchte in dieser schweren Zeit.

Er wird nicht auf mich verzichten wollen, da bin ich sicher. Er bräuchte mich, ganz klar.
Vorgestern, direkt nach der Diagnose, war er allerdings überfordert. Eine sachliche Diskussion war da noch nicht möglich. Ich denke gerade jetzt ist es sehr wichtig, dass ich ihn nicht unter Druck setze. Die Umstände allein machen das bereits in genügendem Ausmass.

Aber da Dir ja ohnehin die Hände gebunden sind, wäre das vielleicht auch für Dich hilfreich, Dich jetzt zurückzuziehen, wenn er nichts tut, um Dir den Zugriff zu ermöglichen.

Ja, das habe ich mir auch überlegt. Ich werde aber erst mal abwarten was von ihm kommt. Der Leidensdruck sollte eigentlich gross genug sein jetzt. Ich denke schon, dass er weiss, dass passives Abwarten und sich in sein Schicksal fügen nun nicht mehr geht, wenn er auf meine Unterstützung zählen will.

Bin auch sehr gespannt wo er momentan steht in seinen Gedanken und wie es weitergeht mit uns.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten....:zwinkern:

Herzlich
Souris
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Fehlerunfrei

Danke dir für deine Denkanstösse.

Was mir zur Zeit immer im Kopf rumschwirrt. Braucht es die Bezeichnung Freundin/Partner überhaupt? Und warum ganz alleine für sich gewinnen?

Du hast Recht, ich habe mich da falsch ausgedrückt. Man sollte nicht den Anspruch haben einen Menschen "ganz für sich zu gewinnen". Ist auch nicht meine Philosophie. Ich will ja auch keinen willenlosen Mann an einer Hundeleine. :schuettel::zwinkern:

Ob jemand die Bezeichnung "Freundin/Partner" braucht oder einen anderen Ausdruck für den Menschen an seiner Seite wählen will, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Herzlich
Souris
 
S

Souris

Gelöschter User
Hallo zusammen

Hier mal ein kleines Update. Viel ist zwar nicht geschehen seit der Diagnose, aber wahrscheinlich ist es zum besseren Verständnis hilfreich, wenn ich noch etwas berichte wie AMs und mein gemeinsamer Alltag normalerweise aussieht.

Wir sehen uns häufig, AM wohnt in meiner unmittelbaren Nähe und ist wie bereits erwähnt in Pension. Ich arbeite Teilzeit. So haben wir relativ viele Möglichkeiten uns auch mal spontan und nur kurz zu sehen. Mindestens zweimal die Woche richtet er sich etwas länger Zeit ein, wir kochen dann oft zusammen und tauschen uns dabei aus. Unsere Beziehung ist nach all den Jahren sehr innig und vertraut, wir kennen uns in und auswendig und ergänzen uns eigentlich perfekt.

AM ist ein ruhiger und besonnener Mensch, ich eher emotional und quirlig. Wenn ich mal ausflippe, holt er mich sofort zurück auf den Teppich. Dies bei allen Themen, die nicht unsere Beziehung betreffen. Wenn es um uns geht, wird es heikel und die Kommunikation schwieriger. AM verdrängt gerne und meidet Diskussionen, die uns betreffen. Leidenschaft ist immer noch reichlich vorhanden, auch Sex nach wie vor wunderschön. Zwischendurch unternehmen wir einiges zusammen, haben viele gemeinsame Interessen, besuchen kulturelle Veranstaltungen oder fahren mit dem Bike raus in die Natur.


Nun aber zurück zum aktuellen Stand der Dinge. Nach der Diagnose herrschte ja erst mal Schockzustand auf beiden Seiten, wobei bei ihm zuerst vor allem die Angst vor dem Eingriff im Vordergrund stand währenddessen mir sofort klar wurde welche Prüfung dies für uns als Paar werden wird.

Für mich ist es absolut klar, dass ich ihm beistehen und auf dem Weg zur Genesung begleiten möchte. Nach der OP wird er längere Zeit auf Hilfe angewiesen sein und auch nicht mobil sein. Ohne Veränderung der Situation wird EF diesen Part übernehmen und ich werde hilflos daneben stehen. Bei dem Gedanken dreht sich mir der Magen um.:sehr traurig:

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder dieses Thema angesprochen und im versucht klar zu machen, dass wir irgendwann gegen unseren Willen getrennt werden würden, wenn sich nichts ändert.

Dass er mich bzw. uns will, das ist schon seit vielen Jahren klar in seinem Kopf verankert und das kommuniziert er auch gegenüber mir immer wieder.
Eherettung war nie ein Thema, innerlich konnte er immer zu mir stehen und er hatte gegenüber seiner EF auch nie ein sonderlich schlechtes Gewissen. Die beiden leben eine Zweckgemeinschaft. Gefühle spielen da schon sehr lange keine Rolle mehr. Die Gründe für sein Verharren liegen woanders. Es ist die Angst seine erwachsenen Kinder zu verlieren, Feigheit, Bequemlichkeit und ganz generell die Furcht vor dem grossen Knall und davor was danach auf ihn zukommen wird.

Es gab immer wieder kleine und auch grössere Schritte in meine Richtung, oft war er ganz nah am Absprung, aber immer hat irgendein äusserer Umstand ihn wieder zurückgeworfen.

Wir haben uns stets mit jeder Lebenssituationen arrangiert und auch immer wieder einen Weg gefunden uns regelmässig zu sehen.
Es ging uns bis anhin wohl einfach "noch" zu gut, zumindest war der Leidensdruck offenbar nie gross genug um endlich grössere Taten sprechen zu lassen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet bietet das was nun auf uns zukommt auch die Chance für eine positive Veränderung.

Aber wie man damit nun am besten umgeht und was ich tun kann um etwas bei ihm zu bewirken, da bin ich nun grad echt überfordert. Im Moment verhalte ich mich ganz ruhig und geduldig, lasse ihm Zeit sich mit der Sachlage anzufreunden. :geduld_erbeten:
Aber ist passiv abwarten in nächster Zeit überhaupt noch der richtige Weg?

Was denkt ihr?
 
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Mania

Aktives Mitglied
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Liebe Souris,

Du schreibst sehr klar, ich kann mich gut bei Dir einfinden. (Ich mag Deinen Schreibstil auch!)

Ganz schwierig Deine Lage und ich bin unsicher, was ich Dir raten soll, weil die Situation wegen seiner Krankheit anders ist als in anderen Fällen.

Ohne diese wäre es aus meiner Sicht notwendig, bei ihm Verlustangst und einen Leidensdruck auszulösen, was einen wie auch immer gearteten Rückzug Deinerseits erfordern würde. Anders - glaube ich - hast Du keine Chance, dass dieser Mann etwas ändert. Der hat sich so eingerichtet und es lief auch so. Und da es bei Euch so lange läuft, ist er sich Deiner Gefühle bestimmt ziemlich sicher. Deshalb bräuchtest Du sicher einen langen Atem, viel Geduld und es könnte sehr schmerzhaft werde. Nur: Ich glaube nicht, dass Du ihn mit einem Rückzug verlieren würdest, nie und nimmer. Das Gegenteil wäre der Fall und das könnt Dir Kraft geben.

Tja, schmerzhaft wird es aber wohl auch so in der nächsten Zeit, wenn er nicht jetzt doch noch eine Entscheidung vor seinem Krankenhausaufenthalt trifft, was ich - ehrlich gesagt (sorry) - überhaupt nicht glaube. Der Mann ist entscheidungsschwach seit 15 Jahren und ganz offensichtlich ist der Leidesdruck nicht hoch genug. Keinesfalls so hoch wie bei Dir.
So oder so, wirst Du das Machtverhältnis zwischen Euch ändern müssen, wenn Du nicht weiter in dieser für Dich unbefriedigenden Lage bleiben möchtest, auch nach dem Krankenhausaufenthalt.

Deshalb tendiere ich dazu, Dir zu raten, Dich jetzt - trotz der Krankheit- zurückzuziehen und ihm das auch vorher zu sagen und zu erklären. Wenn er möchte, dass Du ihn begleitest, soll er den Weg dafür freimachen. Ansonsten möge doch die Zeit mit EF nutzen, um sich klar darüber zu werden, wie er sein Leben weiter führen möchte. Eine Garantie, dass Du Dich bis dahin nicht abseilst, gibt es aber nicht.

Ich weiß, das klingt sehr sehr hart und wird sehr schmerzhaft. Aber einen anderen Weg sehe ich eigentlich nicht wirklich. Es sei denn Du möchtest weiter passiv bleiben und eine Affäre zu seinen Bedingungen führen. Wenn Du meinst, dass es Dir damit gut bzw. jedenfalls besser geht als ihn möglicherweise ganz zu verlieren, dann musst Du jetzt nur die Durststrecke überstehen. Er wird danach wieder da sein, denke ich, zu den bisherigen Bedingungen. Aber wenn Du langfristig was ändern möchtest, dann solltest Du jetzt die Gelegenheit nutzen. Denn gerade jetzt kann er am eigenen Leib spüren, was seine mangelnde Entscheidungfähigkeit bewirkt. Der vermeintlich richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung wird bei dem eh nie da sein. Und die Krankheit ist auch wieder nur eine Ausrede. Vielleicht auch für Dich, ihn jetzt zu schonen?

Soweit meine momentanen Gedanken dazu, vielleicht ein Anstoß für Dich.

Mania
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Mania

Vielen Dank für deine Zeilen. Es kommt mir so vor als hättest du meine eigenen Gedanken in Worte gefasst. Dass du als Aussenstehende die Situation auch so siehst, hilft mir und bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass die Gelegenheit jetzt genutzt werden muss um eine Veränderung herbeizuführen.

Dass AM vor seinem Krankenhausaufenthalt freiwillig noch eine Entscheidung treffen wird, daran glaube auch ich nicht. Da mache ich mir nichts vor.

Der vermeintlich richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung wird bei dem eh nie da sein. Und die Krankheit ist auch wieder nur eine Ausrede. Vielleicht auch für Dich, ihn jetzt zu schonen?
Ertappt! Du hast ja so Recht! :blush:


Ich werde an mir arbeiten! Danke dir für deine Denkanstösse!
 
S

Souris

Gelöschter User
Ich will hier mal schnell eine lustige Alltags-Episode loswerden, abseits vom Thema:

AM war heute Mittag auf einen Sprung bei mir, er sagte er käme eventuell nachher nochmals mit dem Rad. Klang aber eher ungewiss. :::

Wir haben uns kurz hingesetzt, was getrunken und uns gegenseitig erzählt was die letzten zwei Tage so lief. Ich hab dann beiläufig erwähnt, dass das Ablaufrohr unter dem Spülbecken verstopft sei und ich dafür den Klempner kommen lassen müsse. :zwinkern:

Ihr glaubt gar nicht wie schnell der in der Küche unter dem Spülbecken lag um das Problem zu beseitigen. In praktischen Dingen fackeln Männer nicht lange rum, sind so herrlich hilfsbereit und unkompliziert. ()

Durch diese Verzögerung blieb dann leider keine Zeit mehr für andere Beschäftigungen… :coolwink:
Die Wahrscheinlichkeit, dass er nochmals mit dem Rad kommen würde, erhöhte sich aber plötzlich drastisch. :zwinkern: Und tatsächlich, 1 Std. später stand er bereits wieder auf der Matte.
:smilie_fahrrad_193:


Da kommt man glatt in Versuchung die "Heimwerkerschiene" zur Liste der
erfolgsversprechenden Strategiemethoden hinzuzufügen. :dreckig_lacht_smiley:


Ich jedenfalls war heute ziemlich erfolgreich damit. :smiley_zwinkert::teufel_smiley:
 

Mania

Aktives Mitglied
Registriert
30 Nov. 2014
Beiträge
759
Bin jetzt aber schon neugierig.

Habt Ihr das Thema denn jetzt mal angesprochen? Wie es weitergehen soll nach seiner Operation?
Oder lasst Ihr einfach den Alltag weiterlaufen und geht darüber hinweg?
Wie gehts Du damit um, wenn er nichts tut? Hast Du dazu schon eine Richtung?
 
S

Souris

Gelöschter User
Liebe Mania, deine Neugierde ist berechtigt. :smile:

Unmittelbar nach der Diagnose letzte Woche habe ich ihm sehr klar gesagt, dass er sich nun überlegen müsse wie es weitergehen soll mit uns. Er dürfe jederzeit auf meine Hilfe und Unterstützung zählen, aber diese könne ich ihm nur geben, wenn er die nötigen Schritte dafür in die Wege leite. Ansonsten seien mir die Hände gebunden und ich müsse mich zurückziehen.

Er war mit dieser Ansage in dem Moment natürlich überfordert und meinte er müsse jetzt erstmal den Schock verdauen. Am Abend schrieb er mir eine SMS: "Du gibst mir Halt. Danke!"

Der nächste Arzttermin steht Ende Juni an. Das genaue Datum der OP ist noch unbekannt. Also denke ich, er verdrängt jetzt vorerst alles wieder was mich überhaupt nicht erstaunt. Ich kenne ihn lange genug.

Mir ist klar, dass ich das Thema nochmals ansprechen muss, wenn er es nicht tut. Die letzten Tage hatten wir nur zwei kurze Treffen und keine Gelegenheit für tiefsinnige Gespräche. Für übernächste Woche sind eigentlich ein paar gemeinsame Ferientage geplant. Ich hoffe es gelingt ihm diese nun trotz veränderter Situation durchzusetzen.
Genügend Zeit für ernsthafte Gespräche wäre dann gegeben.

Ich muss zugeben, ich tu mich sehr schwer im Moment und mir fehlt schlicht das Vertrauen und die Zuversicht, dass irgendetwas unsere Situation noch zum Positiven verändern könnte. Das Risiko ihn ganz zu verlieren, gehe ich zudem nur sehr ungern ein. :cry

Ja, so ist der augenblickliche Stand der Dinge. Nicht sehr vielversprechend, ich weiss.
Feige Souris! :blush:
 

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BambiLA
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