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- 3 Sep. 2023
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Hallo zusammen,
da ich mich von meinem Gefühl her, am Beginn eines Neuanfangs befinde, halte ich dieses Forum für eine gute Ressource, die Gemeinschaft um Rat zu bitten. Und womöglich versuche ich in anderen Threads was beizutragen. Auch wenn ich, was meine Verfassung anbelangt, momentan wahrscheinlich nicht so kreativ bin.
Zu mir
Ich bin 31 Jahre und habe mich getrennt. Mein Anliegen ist vor allem das einer Perspektivklärung, da ich nicht wirklich glaube, dass eine Ex-Back-Strategie für meine Situation sinnvoll ist. Auch wenn ich mir das wünsche, denke ich, dass der Weg dahin ziemlich verschlossen ist, da ich erst spät auf dieses Forum gestoßen bin und nicht so fest glaube, dass diese Strategie für eine solche Lebenssituation passt. Aber wer weiß.
Die Situation
Ich habe mich nach einem Urlaub von meiner Ex getrennt, obwohl ich sie liebe. Der Grund lag darin, dass ich es nicht vermochte, nach fast zwei Jahren Beziehungen (On-Off) sie so glücklich zu machen, wie ich die Person, die ich liebe, gerne hätte. Das ist nun 3 Wochen her. Und ich habe seitdem sehr tief bei mir selbst geforscht, was mich genau zu dem Perfektionismus einerseits und dem Verhalten mich über die Beziehung hinwegzusetzen verleitet hat. Meine Idee ist: Ich habe eine mittelschwere Bindungsangst, die in der Beziehung zu meiner Ex-Freundin durch ihre Verlustangst und unsere On-Off-Beziehung stark getriggert wurde.
Am ersten Tag nach der Trennung fühlte ich sehr deutlich, wie leid mir mein Verhalten tut. Und dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Sie selbst macht nach Trennungen dicht. Sie blockiert alles und ist letztlich nur per Mail zu erreichen. In den Tagen nach der Trennung lief ich wie auf Schienen, weil ich selber sehr, sehr traurig über den Verlust war. Ich fühlte mich kein Stück frei oder irgendwie besser. Im Gegenteil.
Nach drei Tagen telefonierten wir und ich fragte sie, ob sie Rat wisse bzw. was mit mir nicht stimme. Sie ist eine wundervolle Frau (38), steht im Leben, schlau, hat zwei Kinder und ist lediglich hinsichtlich der Kommunikation ihrer eigenen Bindungsthemen (braucht viel Nähe, möchte Alltag, möchte Ankommen) manchmal etwas schwierig im Umgang mit mir gewesen. Ich respektiere sie zutiefst als Menschen und in meiner Brust schlugen gleich mehrere Herzen.
1. Ich wollte sie um Verzeihung bitten, für all das Leid, dass ich ihr bereitet habe.
2. Ich wollte Sie um Rat bitten, wo sie Möglichkeiten sieht, meine Probleme in den Griff zu bekommen.
3. Ich wollte natürlich es mit schaffen.
In diesem Telefonat verabredeten wir uns - nach meinem Empfinden - dazu, es sachte angehen zu lassen. Uns zu treffen und dann auf Basis dessen meine Ernsthaftigkeit mehr oder weniger zu prüfen. Ich las mich unterdessen sehr intensiv und viel in das Thema "Bindungsangst" ein. Es ist bei mir stark an einen geringen Selbstwert gekoppelt, der in den fast zwei Jahren der On-Off-Beziehung sicher nicht gesteigert wurde. Auch dadurch, wurden meine Zweifel an mir und meiner Art immer größer. Ich hatte ein sehr schlechtes Bild von mir. Ich war dadurch auch sehr, sehr passiv und konnte ihr - in einem Telefonat zwei Tage später - kein Commitement geben. Mir fehlten schlicht die Worte. Ich entschuldigte mich aber sehr oft.
Kurzum: Nachdem Sie ein Commitement von mir wollte, gab ich keins. Ich war schlichtweg geschockt über mich, weil mir viele Verhaltensweisen in der Beziehung nun sehr deutlich und klar als rein von mir verursacht erschienen. Sie hatte damit fast nichts zu tun.
Ich akzeptierte also ihre Nachfrage, konnte darauf nicht eingehen und akzeptierte auch die Bestätigung der Trennung durch sie.
Nun las ich mich weiter in das Thema ein. Wälzte zwei Bücher und setzte mich auf Wartelisten bei Psychotherapeuten, damit ich endlich weniger Bindungsangst oder weniger bindungsvermeidend agiere. Die Themen zwischen uns waren schlicht Zusammenwohnen, Alltag miteinander verbringen. Ich war dazu nicht in der Lage und hatte es mir und ihr immer als meine Art verkauft, dass ich häufig allein sein musste. Dabei liegen dem andere Prozesse zugrunde. Ihr Unglück, weil sie nicht bekam, was sie wollte aber trotz dessen zu mir hielt verstärkte meine Selbstwertprobleme natürlich zusätzlich.
Es kam in den Folgetagen zur Übergabe über eine Freundin (ich bin ja überall blockiert, damit sie sich lösen kann). Ich verfasste einen Brief, in dem ich alle meine fehlerhaften Verhaltensweisen auflistete und außerdem legte ich einen Gutschein bei, den sie mir mal geschenkt hatte. Für eine Massage - mit der Notiz, dass ich möchte, dass sie sich etwas gutes tut. Ich hätte die Massage beim besten Willen nicht wahrnehmen können.
Nun las und las ich und tauschte mich auch in einem Forum für Bindungsphobiker aus. Und letztlich erhielt ich zusehends mehr Antworten auf meine Situation. Aus der anfänglichen Schockstarre ("Oh man, was bin ich nur für ein furchtbar verdrängender Mensch?") wurde nun zusehends die Aussicht, wie ich das ändern könne. Unter anderem, indem man "Ja!" zu einer Beziehung sagt und sich darin übt, mit seinen Ängsten umzugehen.
Ich schrieb ihr das. Und gab ihr ein Comittement.
Daraufhin schrieb sie mir eine Mail, in der sie mir mehr oder weniger alles Gute wünschte und dass sie an unsere Zeit positiv zurückdenken würde und ich mich nicht so schlecht machen solle. Es ginge ihr sehr zu Herzen, dass ich so leiden würde. Auch hier merkte ich, wie schlecht ich mich fühlte, weil ich sie sehr liebe und viel Schuld und Scham empfand.
Nach einigem Hin- und Her telefonierten wir wieder. Und wir unterhielten uns eigentlich nur über mein Problem und wie ich glaube, es in den Griff zu bekommen.
Nach vier Tagen des Austauschs (in dessen Verlauf sie auch bekräftigte, mich zu lieben) bekam ich eine Whatsapp von ihrer besten Freundin. Darin die Bitte, mich anstandshalber nicht mehr bei ihr zu melden. Denn das würde ihr schaden.
Ich frage meine Ex, wie ich damit umgehen könne. Ich war sehr verunsichert. Und wollte auch wissen, wie groß ihr Leid ist, damit ich meine Schuldgefühle auf eine realistischere Basis stellen kann.
Sie eröffnete mir, dass sie tatsächlich wahnsinnig leiden würde und sich aus einer Art Verpflichtung und ihrer Bindungsthematik heraus mit mir austauschen würde. Natürlich würde sie mich lieben und hätte Hoffnung. Erklärte sich dies aber auch (wer weiß, aus welchen Motiven?) vor allem aus ihrer eigenen Bindungsthematik. Aber sie merke, wie kaputt sie das machen würde. Die Trennung war sehr traumatisch für sie. Und ich erklärte wieder und wieder, wie sehr es mir leid tun würde.
Nach zwei Tagen (das ist nun eine Woche her), fasste ich meinen Mut und wollte ihr sagen, dass mir letztlich nur eine Wahl bleibt: Ich liebe sie, ich möchte mich ändern und habe einen Plan, wie ich das schaffe. Mit ihr. Ich würde sie gerne Treffen. Sie musste wieder weinen. Die Erfahrungen aus der Beziehung und die tief-verletzende Trennung schmerzten sehr. Ich sagte, sie könne sich ja überlegen, ob wir uns am Folgetag treffen können. Ich wäre da sehr daran interessiert. Ich versäumte es sehr, ihr ein positives Bild dieses Treffens zu zeichnen.
Von ihr kam nun am 31.08. eine Mail, in der sie mir - gefühlt - widersprüchliche Dinge mitteilte.
Ihr Mail, die das Treffen absagte
- Sie verspürt viel Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit
- Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und auslaugend
- Alle Telefonate drehten sich um meine Ängste; Angst ist kein gutes Fundament für eine Beziehung
- Dank für die gemeinsame Zeit und die Erkenntnisse
- Sie kann mir bei meinem Prozess aus Kraftgründen und ihren Verlustängsten nicht helfen, obwohl sie das sehr gerne tun würde
- Sie wolle geliebt werden, wie sie ist
- Sie wird mich unendlich vermissen und weint beim Schreiben
Und schließlich, dass sie mich liebt und nicht glauben kann, mich loszulassen.
Der Text beginnt mit
"Lieber Vorname,
ich hoffe, dieser Brief erreicht dich in einer Zeit, in der wir beide uns Raum geben können, um unsere Gedanken zu sortieren und Frieden mit unseren Entscheidungen zu finden."
"Ich bedaure es unendlich, nicht für dich da sein zu können. Ich habe gehört, dass du mich brauchst und ich ein wichtiger Teil deines Prozesses bin. dass ich diesen Platz nicht einnehmen kann, macht mich fertig. Ich hoffe, du kannst dir irgendwie vorstellen, dass ich mich extrem mobilisieren müsste, um das auszuhalten. Und weit über meine Grenzen gehen müsste. Ich schaffe das nicht. Das ist eine große Aufgabe für mich."
"Ich möchte mich bei dir für die Zeit bedanken, die wir gemeinsam hatten, und für die Erkenntnisse, die ich aus dieser Beziehung gewonnen habe. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Ich habe erkannt, dass es wichtig ist, meine eigene Gesundheit, meine eigenen Bedürfnisse und meine eigene Hoffnung zu priorisieren."
und er schließt mir...
"Ich vermisse dich unendlich und mein Herz ist gebrochen. Ein großer Teil hängt wahnsinnig an dir und es schnürt mir die Kehle zu, wenn ich daran denke, dich da aus meinem Leben zu lassen, dich loszulassen. Ich muss das jetzt wieder hinbekommen und dieses Loch da füllen. Ich denke, wenn wir uns treffen, könnte ich keine Minute ohne diese Tränenflut mit dir sprechen. Ich könnte nicht aus mir heraus oder meine Gedanken und Gefühle darlegen. Verzeih mir bitte meine Schwäche, ich stehe sehr neben mir."
Ironie ist also: Ich erkenne meine Fehler. Ich entschuldige mich. Ich fasse einen Plan. Will sie lieben. Sie sagt nein.
Darauf habe ich ihr geantwortet, dass ich sie sehr liebe. Und wie ich mir das Treffen vorgestellt habe. Und dass ich ihre Antwort würdige. Nachdem ich so oft die Kontaktsperre, die sie verhängt hatte, per Mail 'gebrochen' habe, muss und werde ich mich nun an diese halten. Ich habe nach meiner Mail keine Antwort mehr von ihr erhalten. Wahrscheinlich - soweit ich sie kenne - ist sie am Boden zerstört.
Es ist nun der dritte Tag der KS und ich bin natürlich sehr niedergeschlagen. Ich mache viel Sport - schon seit drei Wochen sehr intensiv und habe auch von einem guten Freund schon ein Kompliment für meinen Körper bekommen. Ich kann mittlerweile sehr viel offener über sehr lange verdrängte Probleme bei mir sprechen. Ich habe das auch in den Telefonaten gemacht. Ich wende Methoden an, um mehr ins Fühlen zu geraten. Ich weiß, dass das ein eeeeewiger Prozess sein wird. Aber ich habe das für sie in Angriff genommen. Und ich weiß, dass man das für sich tut. Aber sie ist ein so wundervoller Mensch, dass ich es (auch aufgrund meiner Selbstwert-Thematik) noch eher für sie tun würde, damit sie glücklich ist. Das hat mich nämlich immer sehr glücklich gemacht, wenn sie Erfüllung hatte.
Ich habe das Gefühl, dass ich gewissermaßen die Bestätigung brauche, dass es wirklich für immer vorbei ist. Natürlich würde ich sofort kämpfen, wenn ich könnte. Aber ich kann sie nicht noch mehr belasten. Ich kann ihre Kontaktsperre nicht nochmal brechen. Letztlich ist nach meiner letzten Mail sowieso der Ball bei ihr. Ich weiß überhaupt nicht, nach welchem Zeitraum ich mich erkundigen dürfte, wie es ihr geht, ohne, dass ich in ihr gleich wieder ein Riesenfeuerwerk von Vermissen, Sehnsucht und so weiter auslösen würde.
Es fühlt sich so an, als hätte sie sich nun von mir getrennt. Obwohl ich das eingeleitet habe. Geht es verkorkster?!
Meine Fragen sind demnach:
Ist sie mit ihren Gefühlen nach einiger Erholung imstande sich zu melden?
Klingt das für euch eigentlich so eindeutig, dass da nix mehr passieren wird und nur ich kann es aus lauter Hoffnung nicht sehen/verstehen?
Meint ihr, dass sie unter der Bedingung, dass sie mich liebt und vermisst irgendwann den Schritt einer Meldung geht?
Wie gelingt auch mir das Verarbeiten dieser verzwickten Situation?
Hoffnung ist ein kleiner Ar***. Also ich muss diese ja jetzt erstmal begraben.
Ich habe ihr ja deutlich gesagt, dass ich sie möchte und liebe. Ich leide sehr unter ihrer Kontaktsperre, weil ich weiß, dass diese wegen starker Gefühle und Vermissen existiert. Ich merke auch, dass ihr Muster ist, dass sie erst zusagt und dann die Vernunft siegen lässt und sowohl sich als auch mir damit natürlich Schmerzen zufügt. Sie macht die KS aus Schutz vor dem tiefen Loch, dass sie empfindet, weil ich fehle und um sich schnell zu entlieben. Ich möchte, dass es ihr gut geht und ihr nur Gutes tun. Aber in diesem Falle ist das einzige was ich Gutes tun kann: Bleib für immer fern.
Ich danke euch für eure Eindrücke und reagiere natürlich auch auf Rückfragen.
da ich mich von meinem Gefühl her, am Beginn eines Neuanfangs befinde, halte ich dieses Forum für eine gute Ressource, die Gemeinschaft um Rat zu bitten. Und womöglich versuche ich in anderen Threads was beizutragen. Auch wenn ich, was meine Verfassung anbelangt, momentan wahrscheinlich nicht so kreativ bin.
Zu mir
Ich bin 31 Jahre und habe mich getrennt. Mein Anliegen ist vor allem das einer Perspektivklärung, da ich nicht wirklich glaube, dass eine Ex-Back-Strategie für meine Situation sinnvoll ist. Auch wenn ich mir das wünsche, denke ich, dass der Weg dahin ziemlich verschlossen ist, da ich erst spät auf dieses Forum gestoßen bin und nicht so fest glaube, dass diese Strategie für eine solche Lebenssituation passt. Aber wer weiß.
Die Situation
Ich habe mich nach einem Urlaub von meiner Ex getrennt, obwohl ich sie liebe. Der Grund lag darin, dass ich es nicht vermochte, nach fast zwei Jahren Beziehungen (On-Off) sie so glücklich zu machen, wie ich die Person, die ich liebe, gerne hätte. Das ist nun 3 Wochen her. Und ich habe seitdem sehr tief bei mir selbst geforscht, was mich genau zu dem Perfektionismus einerseits und dem Verhalten mich über die Beziehung hinwegzusetzen verleitet hat. Meine Idee ist: Ich habe eine mittelschwere Bindungsangst, die in der Beziehung zu meiner Ex-Freundin durch ihre Verlustangst und unsere On-Off-Beziehung stark getriggert wurde.
Am ersten Tag nach der Trennung fühlte ich sehr deutlich, wie leid mir mein Verhalten tut. Und dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Sie selbst macht nach Trennungen dicht. Sie blockiert alles und ist letztlich nur per Mail zu erreichen. In den Tagen nach der Trennung lief ich wie auf Schienen, weil ich selber sehr, sehr traurig über den Verlust war. Ich fühlte mich kein Stück frei oder irgendwie besser. Im Gegenteil.
Nach drei Tagen telefonierten wir und ich fragte sie, ob sie Rat wisse bzw. was mit mir nicht stimme. Sie ist eine wundervolle Frau (38), steht im Leben, schlau, hat zwei Kinder und ist lediglich hinsichtlich der Kommunikation ihrer eigenen Bindungsthemen (braucht viel Nähe, möchte Alltag, möchte Ankommen) manchmal etwas schwierig im Umgang mit mir gewesen. Ich respektiere sie zutiefst als Menschen und in meiner Brust schlugen gleich mehrere Herzen.
1. Ich wollte sie um Verzeihung bitten, für all das Leid, dass ich ihr bereitet habe.
2. Ich wollte Sie um Rat bitten, wo sie Möglichkeiten sieht, meine Probleme in den Griff zu bekommen.
3. Ich wollte natürlich es mit schaffen.
In diesem Telefonat verabredeten wir uns - nach meinem Empfinden - dazu, es sachte angehen zu lassen. Uns zu treffen und dann auf Basis dessen meine Ernsthaftigkeit mehr oder weniger zu prüfen. Ich las mich unterdessen sehr intensiv und viel in das Thema "Bindungsangst" ein. Es ist bei mir stark an einen geringen Selbstwert gekoppelt, der in den fast zwei Jahren der On-Off-Beziehung sicher nicht gesteigert wurde. Auch dadurch, wurden meine Zweifel an mir und meiner Art immer größer. Ich hatte ein sehr schlechtes Bild von mir. Ich war dadurch auch sehr, sehr passiv und konnte ihr - in einem Telefonat zwei Tage später - kein Commitement geben. Mir fehlten schlicht die Worte. Ich entschuldigte mich aber sehr oft.
Kurzum: Nachdem Sie ein Commitement von mir wollte, gab ich keins. Ich war schlichtweg geschockt über mich, weil mir viele Verhaltensweisen in der Beziehung nun sehr deutlich und klar als rein von mir verursacht erschienen. Sie hatte damit fast nichts zu tun.
Ich akzeptierte also ihre Nachfrage, konnte darauf nicht eingehen und akzeptierte auch die Bestätigung der Trennung durch sie.
Nun las ich mich weiter in das Thema ein. Wälzte zwei Bücher und setzte mich auf Wartelisten bei Psychotherapeuten, damit ich endlich weniger Bindungsangst oder weniger bindungsvermeidend agiere. Die Themen zwischen uns waren schlicht Zusammenwohnen, Alltag miteinander verbringen. Ich war dazu nicht in der Lage und hatte es mir und ihr immer als meine Art verkauft, dass ich häufig allein sein musste. Dabei liegen dem andere Prozesse zugrunde. Ihr Unglück, weil sie nicht bekam, was sie wollte aber trotz dessen zu mir hielt verstärkte meine Selbstwertprobleme natürlich zusätzlich.
Es kam in den Folgetagen zur Übergabe über eine Freundin (ich bin ja überall blockiert, damit sie sich lösen kann). Ich verfasste einen Brief, in dem ich alle meine fehlerhaften Verhaltensweisen auflistete und außerdem legte ich einen Gutschein bei, den sie mir mal geschenkt hatte. Für eine Massage - mit der Notiz, dass ich möchte, dass sie sich etwas gutes tut. Ich hätte die Massage beim besten Willen nicht wahrnehmen können.
Nun las und las ich und tauschte mich auch in einem Forum für Bindungsphobiker aus. Und letztlich erhielt ich zusehends mehr Antworten auf meine Situation. Aus der anfänglichen Schockstarre ("Oh man, was bin ich nur für ein furchtbar verdrängender Mensch?") wurde nun zusehends die Aussicht, wie ich das ändern könne. Unter anderem, indem man "Ja!" zu einer Beziehung sagt und sich darin übt, mit seinen Ängsten umzugehen.
Ich schrieb ihr das. Und gab ihr ein Comittement.
Daraufhin schrieb sie mir eine Mail, in der sie mir mehr oder weniger alles Gute wünschte und dass sie an unsere Zeit positiv zurückdenken würde und ich mich nicht so schlecht machen solle. Es ginge ihr sehr zu Herzen, dass ich so leiden würde. Auch hier merkte ich, wie schlecht ich mich fühlte, weil ich sie sehr liebe und viel Schuld und Scham empfand.
Nach einigem Hin- und Her telefonierten wir wieder. Und wir unterhielten uns eigentlich nur über mein Problem und wie ich glaube, es in den Griff zu bekommen.
Nach vier Tagen des Austauschs (in dessen Verlauf sie auch bekräftigte, mich zu lieben) bekam ich eine Whatsapp von ihrer besten Freundin. Darin die Bitte, mich anstandshalber nicht mehr bei ihr zu melden. Denn das würde ihr schaden.
Ich frage meine Ex, wie ich damit umgehen könne. Ich war sehr verunsichert. Und wollte auch wissen, wie groß ihr Leid ist, damit ich meine Schuldgefühle auf eine realistischere Basis stellen kann.
Sie eröffnete mir, dass sie tatsächlich wahnsinnig leiden würde und sich aus einer Art Verpflichtung und ihrer Bindungsthematik heraus mit mir austauschen würde. Natürlich würde sie mich lieben und hätte Hoffnung. Erklärte sich dies aber auch (wer weiß, aus welchen Motiven?) vor allem aus ihrer eigenen Bindungsthematik. Aber sie merke, wie kaputt sie das machen würde. Die Trennung war sehr traumatisch für sie. Und ich erklärte wieder und wieder, wie sehr es mir leid tun würde.
Nach zwei Tagen (das ist nun eine Woche her), fasste ich meinen Mut und wollte ihr sagen, dass mir letztlich nur eine Wahl bleibt: Ich liebe sie, ich möchte mich ändern und habe einen Plan, wie ich das schaffe. Mit ihr. Ich würde sie gerne Treffen. Sie musste wieder weinen. Die Erfahrungen aus der Beziehung und die tief-verletzende Trennung schmerzten sehr. Ich sagte, sie könne sich ja überlegen, ob wir uns am Folgetag treffen können. Ich wäre da sehr daran interessiert. Ich versäumte es sehr, ihr ein positives Bild dieses Treffens zu zeichnen.
Von ihr kam nun am 31.08. eine Mail, in der sie mir - gefühlt - widersprüchliche Dinge mitteilte.
Ihr Mail, die das Treffen absagte
- Sie verspürt viel Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit
- Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und auslaugend
- Alle Telefonate drehten sich um meine Ängste; Angst ist kein gutes Fundament für eine Beziehung
- Dank für die gemeinsame Zeit und die Erkenntnisse
- Sie kann mir bei meinem Prozess aus Kraftgründen und ihren Verlustängsten nicht helfen, obwohl sie das sehr gerne tun würde
- Sie wolle geliebt werden, wie sie ist
- Sie wird mich unendlich vermissen und weint beim Schreiben
Und schließlich, dass sie mich liebt und nicht glauben kann, mich loszulassen.
Der Text beginnt mit
"Lieber Vorname,
ich hoffe, dieser Brief erreicht dich in einer Zeit, in der wir beide uns Raum geben können, um unsere Gedanken zu sortieren und Frieden mit unseren Entscheidungen zu finden."
"Ich bedaure es unendlich, nicht für dich da sein zu können. Ich habe gehört, dass du mich brauchst und ich ein wichtiger Teil deines Prozesses bin. dass ich diesen Platz nicht einnehmen kann, macht mich fertig. Ich hoffe, du kannst dir irgendwie vorstellen, dass ich mich extrem mobilisieren müsste, um das auszuhalten. Und weit über meine Grenzen gehen müsste. Ich schaffe das nicht. Das ist eine große Aufgabe für mich."
"Ich möchte mich bei dir für die Zeit bedanken, die wir gemeinsam hatten, und für die Erkenntnisse, die ich aus dieser Beziehung gewonnen habe. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Ich habe erkannt, dass es wichtig ist, meine eigene Gesundheit, meine eigenen Bedürfnisse und meine eigene Hoffnung zu priorisieren."
und er schließt mir...
"Ich vermisse dich unendlich und mein Herz ist gebrochen. Ein großer Teil hängt wahnsinnig an dir und es schnürt mir die Kehle zu, wenn ich daran denke, dich da aus meinem Leben zu lassen, dich loszulassen. Ich muss das jetzt wieder hinbekommen und dieses Loch da füllen. Ich denke, wenn wir uns treffen, könnte ich keine Minute ohne diese Tränenflut mit dir sprechen. Ich könnte nicht aus mir heraus oder meine Gedanken und Gefühle darlegen. Verzeih mir bitte meine Schwäche, ich stehe sehr neben mir."
Ironie ist also: Ich erkenne meine Fehler. Ich entschuldige mich. Ich fasse einen Plan. Will sie lieben. Sie sagt nein.
Darauf habe ich ihr geantwortet, dass ich sie sehr liebe. Und wie ich mir das Treffen vorgestellt habe. Und dass ich ihre Antwort würdige. Nachdem ich so oft die Kontaktsperre, die sie verhängt hatte, per Mail 'gebrochen' habe, muss und werde ich mich nun an diese halten. Ich habe nach meiner Mail keine Antwort mehr von ihr erhalten. Wahrscheinlich - soweit ich sie kenne - ist sie am Boden zerstört.
Es ist nun der dritte Tag der KS und ich bin natürlich sehr niedergeschlagen. Ich mache viel Sport - schon seit drei Wochen sehr intensiv und habe auch von einem guten Freund schon ein Kompliment für meinen Körper bekommen. Ich kann mittlerweile sehr viel offener über sehr lange verdrängte Probleme bei mir sprechen. Ich habe das auch in den Telefonaten gemacht. Ich wende Methoden an, um mehr ins Fühlen zu geraten. Ich weiß, dass das ein eeeeewiger Prozess sein wird. Aber ich habe das für sie in Angriff genommen. Und ich weiß, dass man das für sich tut. Aber sie ist ein so wundervoller Mensch, dass ich es (auch aufgrund meiner Selbstwert-Thematik) noch eher für sie tun würde, damit sie glücklich ist. Das hat mich nämlich immer sehr glücklich gemacht, wenn sie Erfüllung hatte.
Ich habe das Gefühl, dass ich gewissermaßen die Bestätigung brauche, dass es wirklich für immer vorbei ist. Natürlich würde ich sofort kämpfen, wenn ich könnte. Aber ich kann sie nicht noch mehr belasten. Ich kann ihre Kontaktsperre nicht nochmal brechen. Letztlich ist nach meiner letzten Mail sowieso der Ball bei ihr. Ich weiß überhaupt nicht, nach welchem Zeitraum ich mich erkundigen dürfte, wie es ihr geht, ohne, dass ich in ihr gleich wieder ein Riesenfeuerwerk von Vermissen, Sehnsucht und so weiter auslösen würde.
Es fühlt sich so an, als hätte sie sich nun von mir getrennt. Obwohl ich das eingeleitet habe. Geht es verkorkster?!

Meine Fragen sind demnach:
Ist sie mit ihren Gefühlen nach einiger Erholung imstande sich zu melden?
Klingt das für euch eigentlich so eindeutig, dass da nix mehr passieren wird und nur ich kann es aus lauter Hoffnung nicht sehen/verstehen?
Meint ihr, dass sie unter der Bedingung, dass sie mich liebt und vermisst irgendwann den Schritt einer Meldung geht?
Wie gelingt auch mir das Verarbeiten dieser verzwickten Situation?
Hoffnung ist ein kleiner Ar***. Also ich muss diese ja jetzt erstmal begraben.
Ich habe ihr ja deutlich gesagt, dass ich sie möchte und liebe. Ich leide sehr unter ihrer Kontaktsperre, weil ich weiß, dass diese wegen starker Gefühle und Vermissen existiert. Ich merke auch, dass ihr Muster ist, dass sie erst zusagt und dann die Vernunft siegen lässt und sowohl sich als auch mir damit natürlich Schmerzen zufügt. Sie macht die KS aus Schutz vor dem tiefen Loch, dass sie empfindet, weil ich fehle und um sich schnell zu entlieben. Ich möchte, dass es ihr gut geht und ihr nur Gutes tun. Aber in diesem Falle ist das einzige was ich Gutes tun kann: Bleib für immer fern.
Ich danke euch für eure Eindrücke und reagiere natürlich auch auf Rückfragen.
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