Versuch einer bewussten Partnerschaft :) Umgang mit Eifersucht und Machtbalance

Annemie

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Liebes Forum
Seit einem guten Jahr bin ich in einer Fernbeziehung. Wir beide jeweils mit Kindern, seine fast erwachsen, meine noch kleiner.

Im Grunde war und bin ich sehr zufrieden mit so vielem in unserer Beziehung. Wir reden normalerweise sehr offen miteinander, haben tolle Wochenenden und Urlaube miteinander, er ist beständig und verlässlich am Kontakt interessiert und bezieht mich in seinen Freundes- und Familienkreis mit ein.

Ich habe mir für die Partnerschaft vorgenommen, bewusst mit vielem umzugehen, da ich bereits eine gescheiterte Ehe hinter mir habe. Wir probieren aus miteinander nach dem Konzept „ehrliches Mitteilen“ nach Gopal zu sprechen, auch sonst hat er viel Bereitschaft sich auf Dinge einzulassen und Neues auszuprobieren.

Was mir ein wenig fehlt und mich verunsichert ist, dass er mir kaum mehr sagt, was er an mir gut findet, im Gegensatz zum Anfang; zwei Mal habe ich ihn nach seinen Gefühlen mir gegenüber gefragt - beide Male reagierte er sehr abweisend. Meinem Gefühl nach sind diese durchaus ausreichend vorhanden - für mich wäre es aber so wichtig, das zumindest gelegentlich gesagt zu bekommen. Nach dem letzten Mal konnten wir das gut und ruhig auflösen und seither habe ich das Thema nicht mehr angesprochen. Ich denke, wenn er wollte, würde er das schon von sich aus tun. Dennoch nagt es an mir und hat auch gefühlt irgendwie ein Ungleichgewicht reingebracht.

Heute bin ich besonders verunsichert und fühle mich sehr bedürftig, weil er sich heute mit seiner Ex-Freundin trifft. Ich bin froh, dass er es mir erzählt hat und habe mich dafür auch leichthin bedankt. Ich weiß, dass er es hasst, wenn er zu sehr in seiner Autonomie eingeschränkt wird. Gleichzeitig wurmt mich, dass er heute bisher sehr spärlich im Kontakt war und hätte es gut brauchen können, dass er da mehr bei mir ist. Ich schaue gerade ständig aufs Handy und bin schon ganz genervt davon.

Bin unsicher, ob ich das kommunizieren möchte. Ich stehe ja auf ehrliche Kommunikation, aber wenn man hier so die Mann-Frau-Dynamik liest, weiß ich nicht, ob das hier die beste Idee ist.

Gleichzeitig weiß er, dass ich absolut keine Draufgängerin bin. Bin schon auch unabhängig und mag mein Leben unabhängig von ihm, aber viele Nischen um ganz nebenbei ein bisschen Eifersucht zu erzeugen, gibt es nicht. Weiß auch gar nicht, ob das ein Ziel wäre. Denn eigentlich will ich ja einfach nur wieder etwas mehr Sicherheit ohne zu bedürftig anzukommen.

Oder ist es gar nur ein innerer Prozess? Allzuviel falsch habe ich bisher nicht gemacht, fühle mich aber teils doch unsicher.

Ich weiß, dass das Forum tolle Arbeit leistet… mein Anliegen ist wieder mehr Gleichgewicht in unser Machtverhältnis zu kriegen ohne, dass ich mich verbiege oder etwas vorspiele.
 
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Arthemis

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Liebe Annemie,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich kann das nur zu gut nachvollziehen.
Es gibt hier ja einige im Forum, die seit längerem in einer festen Beziehung sind aber immer wieder zweifeln, ob der Partner genug Interesse, Emotion, Priorität, Commitment zeigt.
Ich schließe mich da mit ein, obwohl es bei uns deutlich besser geworden ist.
fühle mich sehr bedürftig, weil er sich heute mit seiner Ex-Freundin trifft
Das ist nur zu verständlich. Ich hoffe sehr, dass er inzwischen wieder "wohl behalten" zurück ist und weiß, was er an dir hat.
Bin unsicher, ob ich das kommunizieren möchte
Das würde ich eher nicht. Wenn es ein Gefühl ist, dass dich seit langem beschleicht, würde ich mir ein paar Stichpunkte aufschreiben und das nur dann ansprechen, wenn ihr gerade eine super gute Zeit zusammen habt, ansonsten sehe ich die Gefahr, dass du in eine Bedürftigkeitspirale reinkommst.
Unterm Strich würde ich dieses Gefühl beobachten. Mit der Ex im Zusammenhang ist ein solches "needy"-Gefühl an sich schon eher vorprogrammiert. Daher würde ich es nicht zu ernst nehmen, wenn du dazu in der Lage bist.
Alles Liebe
Arthemis
:herz::herz::herz::herz:
 

Vögelchen

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Liebe Annemie,

man spürt beim Lesen förmlich, dass es dir mit der aktuellen Dynamik nicht gut geht. Wir Frauen haben oft ein feines Gespür für Veränderungen und wenn die "Alarmglocken" erstmal schrillen, ist es schwer sich da nicht zu sehr reinzusteigern.

Was mir ein wenig fehlt und mich verunsichert ist, dass er mir kaum mehr sagt, was er an mir gut findet, im Gegensatz zum Anfang; zwei Mal habe ich ihn nach seinen Gefühlen mir gegenüber gefragt - beide Male reagierte er sehr abweisend
Wie hast du ihn gefragt?
Das kann einen Unterschied machen - vor allem auch für dein inneres Gleichgewicht.
Schade, wenn er dir in so einem "verletzlichen Moment" abweisend erschien. Ist er, was seine Gefühle/ sein Innerstes anbelangt eher verschlossen?

Meinem Gefühl nach sind diese durchaus ausreichend vorhanden - für mich wäre es aber so wichtig, das zumindest gelegentlich gesagt zu bekommen.
Ihr lebt ja in einer Fernbeziehung, wie du sagst. Wie läuft es ab, wenn ihr euch unter der Woche nicht seht? Schreibt er Worte der Zuneigung oder eher sachlich, alltagsbezogen oder beides?

Ich denke, wenn er wollte, würde er das schon von sich aus tun. Dennoch nagt es an mir und hat auch gefühlt irgendwie ein Ungleichgewicht reingebracht.
Vielleicht mag er sich nicht so in die Karten schauen lassen oder es liegt ihm nicht. Andererseits kann es auch sein, dass sein Interesse schwindet. Gibt ja oft so Zeitzonen - drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre, usw. wo es auseinander driften könnte.

Heute bin ich besonders verunsichert und fühle mich sehr bedürftig, weil er sich heute mit seiner Ex-Freundin trifft. Ich bin froh, dass er es mir erzählt hat und habe mich dafür auch leichthin bedankt. Ich weiß, dass er es hasst, wenn er zu sehr in seiner Autonomie eingeschränkt wird. Gleichzeitig wurmt mich, dass er heute bisher sehr spärlich im Kontakt war und hätte es gut brauchen können, dass er da mehr bei mir ist. Ich schaue gerade ständig aufs Handy und bin schon ganz genervt davon.
Wow, das ist keine leichte Situation.
Hat er sich schonmal mit ihr getroffen, oder kommt das erstmals vor? Weißt du den Grund des Treffens und macht er für dich Sinn?
Hat er wegen ihr ein Treffen mit dir abgesagt?
Ich denke, je nach Situation ist es okay oder wie bei dir, eine Berg- und Talfahrt.
Das tut mir sehr leid für dich!:trost:

Bin unsicher, ob ich das kommunizieren möchte. Ich stehe ja auf ehrliche Kommunikation, aber wenn man hier so die Mann-Frau-Dynamik liest, weiß ich nicht, ob das hier die beste Idee ist.
Gut erkannt. Besser nicht mit ihm besprechen. Vielleicht mal in einem ruhigen Moment, wo du dich stärker fühlst und ihr zusammen seid, sagen, wie es dir damit ging. Bitte nicht schriftlich aus der Ferne und aus der Angst heraus.

Gleichzeitig weiß er, dass ich absolut keine Draufgängerin bin. Bin schon auch unabhängig und mag mein Leben unabhängig von ihm, aber viele Nischen um ganz nebenbei ein bisschen Eifersucht zu erzeugen, gibt es nicht. Weiß auch gar nicht, ob das ein Ziel wäre. Denn eigentlich will ich ja einfach nur wieder etwas mehr Sicherheit ohne zu bedürftig anzukommen.
Verstehe deinen Gedankengang. Sowas entsteht nicht von heute auf morgen. Was dir helfen würde wäre ein gesunder Egoismus. In der Distanz bisschen "geheimnisvoll und leicht, aber warm" schreiben. Nicht die Erste sein, die ihm einen schönen Tag, eine gute Nacht wünscht, etc - sofern ihr schreibt. Anrufe auch eher von ihm aus.
Du drehst dich um deine Welt. Er darf andocken. Ist er investiert, dann positiv bleiben, auch wenn es gedauert hat, nicht sagen "na, endlich" z.B., sondern: "schön von dir zu lesen, danke, mir geht es super.
":thumbsup:

Bau dich innerlich auf. Männer können teils echt olle Trampeltiere sein, die auf ihre Art unsensibel sind.
Ehrlichkeit bei den Treffen, eher positiv und in Ich-botschaften kommunizieren ist wichtig. Dazwischen kannst du dich mal raus ziehen und ihn investieren lassen. Durch Tun bauen Männer Beziehung auf. Darum schön machen lassen und zurück lehnen. Eifersucht ist nicht immer hilfreich - könnte nach hinten los gehen, also fair bleiben.
Wäre mein Tipp.

Wie geht es dir aktuell?
Hat es sich seitdem geklärt?

Liebe Grüße
Vögelchen
 
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Annemie

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Vielen Dank, Ihr beiden, Arthemis und Vögelchen.

Das ist nur zu verständlich. Ich hoffe sehr, dass er inzwischen wieder "wohl behalten" zurück ist und weiß, was er an dir hat.
Wow, das ist keine leichte Situation.
Hat er sich schonmal mit ihr getroffen, oder kommt das erstmals vor? Weißt du den Grund des Treffens und macht er für dich Sinn?
Hat er wegen ihr ein Treffen mit dir abgesagt
Ja, es hat sich gut geklärt. An dem Tag hatten wir erst am frühen Abend Kontakt, was ansonsten auch nicht komplett ungewöhnlich bei uns ist. Er hat dann erzählt, dass es ihm aus ganz anderen Gründen an diesem Tag nicht so gut ging.
Ich habe noch gesagt, dass mich der spärliche Kontakt im Zusammenhang mit dem Besuch etwas verunsichert hat. Dazu meinte er, dass er mich „vergnügt beschäftigt“ vermutet hat - ich musste lachen und habe bestätigt, dass ich das normalerweise ja auch bin.

Ich fand das passend und gut so. Ohne Vorwürfe und ohne Drama, aber mich mitgeteilt.

Er war auch nicht lange bei seiner Ex, ist ging darum, dass er noch wichtige Gegenstände von ihr hatte und die nun endlich zurückgeben wollte. Seitdem wir zusammen sind hatte er kaum Kontakt zu ihr. In einem Maß, das für mich in Ordnung ist, mal zu Neujahr geschrieben, letzten Sommer getroffen um ihr zu erzählen, dass er eine neue Beziehung hat. Ich habe ansich keine Sorge und habe auch das Gefühl, dass er hinter mir und unserer Beziehung steht.

Was er mir auch sehr klar und deutlich sagen kann: dass er unsere Beziehung will!
Unterm Strich würde ich dieses Gefühl beobachten. Mit der Ex im Zusammenhang ist ein solches "needy"-Gefühl an sich schon eher vorprogrammiert. Daher würde ich es nicht zu ernst nehmen, wenn du dazu in der Lage bist
Danke, ja, an dem Abend hatte ich echt einen seltsamen Film. Hab mir vorgestellt, dass sie dann die ganzen Stunden miteinander verbringen. Gar nicht mal, dass sie sich körperlich näher kommen, ich vertraue ihm schon, aber dass sie ein sehr langes Treffen und tiefe Gespräche haben und er sich da doch auch wohlfühlt. Scheinbar war er aber nach 2,5 Stunden schon wieder Zuhause und da sie etwas entfernt wohnt, kann das nicht lange gewesen sein. Sie sind spazieren gegangen.

Das war einfach mein Film an dem Abend. Mein eigenes Thema, nicht seins und nicht das unserer Beziehung eigentlich

Verstehe deinen Gedankengang. Sowas entsteht nicht von heute auf morgen. Was dir helfen würde wäre ein gesunder Egoismus. In der Distanz bisschen "geheimnisvoll und leicht, aber warm" schreiben. Nicht die Erste sein, die ihm einen schönen Tag, eine gute Nacht wünscht, etc - sofern ihr schreibt. Anrufe auch eher von ihm aus.
Du drehst dich um deine Welt. Er darf andocken. Ist er investiert, dann positiv bleiben, auch wenn es gedauert hat, nicht sagen "na, endlich" z.B., sondern: "schön von dir zu lesen, danke, mir geht es super.
":thumbsup:
Ich glaube, dass das in den allermeisten Fällen gut gelingt. Wir schreiben über den Tag verteilt, er eigentlich immer morgens, meistens als erstes, manchmal komme ich erst mittags zum Antworten; dann noch Nachmittags/Abends, wie es passt. Wir telefonieren fast jeden Abend, da rufe ich an, Weil er weiß, dass ich mit Kindern bin. Manchmal fragt er nach, ob wir noch telefonieren können, wenn es etwas später wird.

Wie oben schon beschrieben, komme ich ja scheinbar auch als selbstständig und „vergnügt beschäftigt“ bei ihm an.

Je mehr ich darüber schreibe, umso mehr bin ich sicherer im Gefühl, dass es sich um MEIN Thema handelt, auch wenn es natürlich leichter ist, sich sicher zu fühlen, wenn man viel bestätigt wird.

Schreibt er Worte der Zuneigung oder eher sachlich, alltagsbezogen oder beides?
Er sagt und schreibt mir häufig, dass ich ihm fehle, er mich gerne da hätte, er gerne kuscheln würde, erinnert an gemeinsame Erlebnisse.

Das, was mir fehlt sind Aussagen über mich, die mich irgendwie spiegeln, mir also sagen, wie und wer ich in seinen Augen bin. Mir kommt dazu die Vermutung, dass ich da zusätzlich ein großes Bedürfnis habe, weil ich familiär bedingt viel Schwieriges erlebt und Meinungen über mich gehört habe. Das spielt sicherlich mit rein.

Wie hast du ihn gefragt?
Das kann einen Unterschied machen - vor allem auch für dein inneres Gleichgewicht.
Schade, wenn er dir in so einem "verletzlichen Moment" abweisend erschien. Ist er, was seine Gefühle/ sein Innerstes anbelangt eher verschlossen?
Wie macht man das gut? Ich habe ihn gefragt, was er für mich empfindet. Ich glaube, er hat sich davon in die Ecke getrieben gefühlt. Ich würde das aber wirklich gerne hören;) Er hat da recht grob geantwortet, ob ich jetzt hören will, dass ich seine Traumfrau bin. Das saß!

Als wir drüber gesprochen haben, habe ich ruhig erklärt, dass ich nichts Bestimmtes erwartet habe und es ein weites Feld ist zwischen „Traumfrau“ und gar nichts äußern können. Das hat er verstanden. Er hat auch zu sich genommen, dass ihm solche Äußerungen schwer fallen, er eine andere Liebessprache hat. Und das stimmt, in Taten und Kontakt zeigt er mir deutlich, dass ich ihm wichtig bin.

Er kann aber durchaus gut über Gefühle und über sich sprechen, hat oft eher etwas rationalen Zugang.

Dennoch würde ich so gerne zumindest ab und zu etwas Schönes hören :)

Vermutlich muss ich den Focus aber auf mich legen, mit der Frage, warum ich teilweise so verunsichert bin. Vermutlich, weil die Beziehung inzwischen wirklich wichtig geworden ist für mich.

Wie ist das bei euch?

Wie kann man so ein Bedürfnis gut platzieren? Oder lässt man es besser, weil etwas Nettes zu hören einfach freiwillig sein muss?

Vögelchen, Du hattest den Beitrag zu „ich liebe dich“ sagen. Ich hätte einen großen Wunsch danach, vorallem es zu hören, wenn ich ehrlich bin. Es zu sagen trau ich mich aktuell selbst nicht, weil ich ihn nicht unter Druck setzen will und weil ich nicht weiß, ob ich klar komme, wenn er es nicht erwidert.

Geht es anderen auch so, dass die Unsicherheit kommt, wenn die Beziehung an Wichtigkeit gewinnt? Ansich bin ich schon selbstbewusst und halte mich für eine gute Partnerin :)
 
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Vögelchen

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Liebe Annemie,

Ich fand das passend und gut so. Ohne Vorwürfe und ohne Drama, aber mich mitgeteilt.
sehr gut. So weiß er was in dir vor ging und du fühlst dich erleichtert.:smile:

Das war einfach mein Film an dem Abend. Mein eigenes Thema, nicht seins und nicht das unserer Beziehung eigentlich
Nun, das würde ich so nicht ganz von dir und ihm trennen, sondern es war euer beider Thema. Du warst nicht einfach aus heiterem Himmel verunsichert, du hattest einen Grund.
(Der Gedanke an die Ex ist doch für die meisten Partnerinnen erstmal unangenehm und er war ja auch wortkarg, wie du sagtest.)

Wie macht man das gut? Ich habe ihn gefragt, was er für mich empfindet. Ich glaube, er hat sich davon in die Ecke getrieben gefühlt. Ich würde das aber wirklich gerne hören;) Er hat da recht grob geantwortet, ob ich jetzt hören will, dass ich seine Traumfrau bin. Das saß!
Du könntest ihn einladen indem du von deinen Empfindungen sprichst. Gut, das ist wie "Hose runter lassen und hoffen, es kommt gut an", aber so hat er die Möglichkeit es zu erwidern, oder nicht.
Schweigen heißt dann nicht unbedingt, dass er nichts fühlt, es heißt dann nur, er ist noch nicht so weit. Vielleicht ist er dafür in einem anderen Moment offener.
Bei meinem Nestbauer und mir war es sehr ungewöhnlich. Es passierte in Momenten in denen ich traurig war, wo ich mich zurück gezogen hatte und er wissen wollte was los ist. Dann sprach ich etwas an das mich belastete, das zwischen uns stand, immer als meine Problematik beschreibend - nicht(!) in der Form "er sei das Problem" - und so entstand Öffnung. Bei mir und letztlich auch bei ihm. Oft war er dann in der Lage mein Gesagtes gut einzuordnen, sich selbst zu erklären und mir Sachen zu sagen die mir heute noch in unbeschreiblich schöner Erinnerung sind.
Z.B. sagte ich ihm, dass er mir wichtig ist und er toppte es indem er mir zu verstehen gab, was für ein wesentlicher Teil ich in seinem Leben sei, welche unverzichtbare Rolle ich für ihn einnehme.

Ich denke, das liegt nicht jedem Mann, wobei meiner auch eher spärlich mit Komplimenten und Zuneigungsbekundungen ist.

Mein Mut mich zu zeigen und auch uber meine Gefühle zu sprechen scheint eine Art Brücke zu sein. Wichtig ist, dass bei einer Öffnung des Herzens echte Annahme stattfindet und keine Wertung. Es ist immer ein Geschenk!

Geht es anderen auch so, dass die Unsicherheit kommt, wenn die Beziehung an Wichtigkeit gewinnt? Ansich bin ich schon selbstbewusst und halte mich für eine gute Partnerin :)
Natürlich. Man kann das mit Wellenreiten beschreiben. Mal geht es auf und dann wieder ab. Das ist normal. Beziehungen spiegeln alles was in uns ist. Unsere Ängste und Sorgen inbegriffen. Das Unterbewusstsein hat auch keinen unwesentlichen Anteil an unserem Empfinden. Darum ist das wesentliche in einer Beziehung die Eigenliebe. Sie stärkt uns und hilft uns Vertrauen aufzubauen.
Denn niemand könnte uns mehr verletzen oder enttäuschen, als wir uns selbst.
Auf dem Thron deines Lebens sitzt du und nicht er!

Liebe Grüße
Vögelchen
 
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Arthemis

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Liebe Annemie,

ich kann das gut nachvollziehen, dass du hören möchtest, dass du für ihn etwas besonders bist und dass er dich erkennt.
mir also sagen, wie und wer ich in seinen Augen bin.
Das Bedürfnis kenne ich ebenfalls von mir. Ich glaube, das ist sehr stark eine Typ-Frage, wie er kommuniziert. Für viele Männer ist das häufig so selbstverständlich, "dass wir zusammengehören", "dass du die eine bist" etc., dass sie es einfach gar nicht sagen. Erst recht, wenn er eher in Taten kommuniziert.
Vermutlich muss ich den Focus aber auf mich legen, mit der Frage, warum ich teilweise so verunsichert bin.
Mir kommt dazu die Vermutung, dass ich da zusätzlich ein großes Bedürfnis habe, weil ich familiär bedingt viel Schwieriges erlebt und Meinungen über mich gehört habe.
Ich glaube, diese Vermutungen von dir sind äußert wertvoll.
Offenbar bist du ja in der Lage, dich nicht von der Unsicherheit komplett einnehmen zu lassen.
Hab mir vorgestellt, dass sie dann die ganzen Stunden miteinander verbringen
Finde es richtig toll, dass du da nicht in so eine KK-Spirale gekommen bist und jetzt die Gelegenheit nutzt, deine eigenen Unsicherheiten zu reflektieren.
Wie ist das bei euch?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich würde mir auch mehr wünschen. Aber ich weiß auf der anderen Seite, dass ich es auch nicht verkraften könnte, wenn er immer nur in den höchsten Tönen von mir schwelgen würde. Und ich glaube, das ist der gleichen Unsicherheit geschuldet.
Ich würde weglaufen, wenn er mir einen Heiratsantrag machen würde und gleichzeitig würde ich mir einen solchen Ausdruck seiner Verbundenheit wünschen.
Da wir (er und ich) uns hier offenbar ähnlich sind, bleibt es ein Balance-Akt wieviel Nähe und Zuneigungsbekundungen nötig sind.
Oder lässt man es besser, weil etwas Nettes zu hören einfach freiwillig sein muss?
Das ist natürlich der Idealfall. Geholfen hat bei mir des öfteren, ihn über alle Maßen zu loben, wenn er etwas nettes sagt. Ich strahle ihn dann an und sage ihm, dass es mich wahnsinnig glücklich macht, wenn er so etwas sagt.
Genauso höre ich nicht auf ihn zu loben, wenn er mir einen Kaffee ans Bett bringt und dass ich den besten Mann der Stadt habe etc.. Dann macht er das tatsächlich öfter.
Tatsächlich glaube ich, dass Männer ein ganz tiefes Bedürfnis danach haben, dass wir sie loben und bewundern; genauso wie wir gern hören wollen, dass wir die Traumfrau sind
Ich drücke dir ganz fest die Daumen
Arthemis
:herz::herz::herz::herz:
 
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Annemie

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Ihr Lieben! Ich merke jetzt gerade erst, dass ich auf eure wertvollen Beiträge gar nicht mehr geantwortet habe. Ich dachte, ich hatte zuletzt geschrieben… Heute ist ein Tag, wo mir das Thema wieder nahe geht und ich deshalb hier noch mal nachlese…

Gestern sind wir wieder etwas aneinander geraten. Wir wollen im Sommer zusammen in den Urlaub fahren. Bei seinen Kindern ist unklar, ob sie mitkommen. Ihm wäre das ein großes Anliegen und ich finde, ich bin ihm an verschiedener Stelle entgegen gekommen, damit sie sich möglichst darauf einlassen. Nun hat er davon geredet, dass er dann mal mit einer der beiden planen möchte, was sie dort dann unternehmen können. Ich habe mich vor den Kopf gestoßen gefühlt, weil wir zusammen waren und er ja auch erstmal mit mir planen hätte können. Man muss nicht jeden Tag zusammen verbringen, das kam sogar zuerst von mir. Aber ich habe auch schon angeregt, dass wir alle miteinander sprechen sollten, was jeder sich so wünscht… und nun klang das wie „ich plane mit Tochter“. In Anbetracht der Tatsache, dass er ansonsten sehr viel mit mir und meinen Kindern unterwegs ist, habe ich mich vor den Kopf gestoßen gefühlt.

Dann meinte er noch, dass es im beruflichen Kontext eine Frau gäbe, die ihm gesagt habe, so einen Mann wie ihn könne Frau doch nicht gehen lassen, das verstehe sie überhaupt nicht (auf seine Ex-Ex bezogen, Mutter der Kinder) und
dass er noch dabei wäre, zu verarbeiten, dass seine Ex-Ex das offenbar anders gesehen habe. Nun ist er seit mehreren Jahren getrennt und hatte ein paar Beziehungen dazwischen. Ich bin nicht auf die Frau im Arbeitskontext eifersüchtig, da ging es nur um die Worte der Bestätigung, die er offensichtlich genauso braucht wie ich. Aber anstatt davon zu sprechen, was er braucht, sich Bestätigung von außen zu holen, fühlt sich halt auch nicht so gut an. Zudem der Hinweis darauf, dass die Ex-Ex vielleicht immer noch nicht verarbeitet ist…

Ich weiß auch nicht. Ich fühle sehr wohl, dass ich ihm wichtig bin. Er ist liebevoll und umsorgend… Aber irgendwie kommt dann in mir viel Schmerz und Drama hoch. Er fragt dann, was ich jetzt brauche, geht aber nicht wirklich darauf ein, wenn ich aufmache. Das macht sehr verletzlich. Ich will mich so nicht mehr fühlen!

Er hat da viel davon gesprochen, wie es ihm mit seiner familiären Situation geht, damit, mit meinen Kindern eingebunden zu sein… aber ich kam irgendwie nicht vor. Das ist in dem Kontext wirklich seltsam für mich gewesen. Vielleicht ist es eh klar. Er nimmt viel auf sich um mit mir zusammen zu sein (Fahrt, Kinderwochenenden) aber dann nicht einmal die Aussage, dass ich ihm so wichtig bin…. Oder irgendwas auf mich bezogen.

Du könntest ihn einladen indem du von deinen Empfindungen sprichst. Gut, das ist wie "Hose runter lassen und hoffen, es kommt gut an", aber so hat er die Möglichkeit es zu erwidern, oder nicht.
Schweigen heißt dann nicht unbedingt, dass er nichts fühlt, es heißt dann nur, er ist noch nicht so weit. Vielleicht ist er dafür in einem anderen Moment offener
Liebes Vöglchen, darüber habe ich auch nachgedacht, auch darüber, warum mir das selbst im Moment so schwer fällt. Mit meinem Ex konnte ich das, am Ende habe ich keine Antwort mehr bekommen, wenn ich ihm gesagt habe, dass ich ihn liebe; so etwas wollte ich nie wieder erleben!!! Ich wollte diesmal, dass es vom Mann zuerst kommt.
Wenn ich im Schmerz bin, dann denke ich daran, dass er mir ja jetzt quasi gesagt hat, dass ich nicht seine Traumfrau bin und er seine Ex-Ex noch nicht überwunden hat. Natürlich ist das verdreht… aber ich hab wenig Mut und auch das Gefühl, dass ich nun schon so oft gesagt habe, dass es mir wichtig wäre, so etwas zu hören, dass er das direkt als Druck empfinden könnte… Ich fühle mich als hätte ich das bereits ganz falsch gemacht. Da ist so viel Angst und Trauer…
Mein Mut mich zu zeigen und auch uber meine Gefühle zu sprechen scheint eine Art Brücke zu sein. Wichtig ist, dass bei einer Öffnung des Herzens echte Annahme stattfindet und keine Wertung. Es ist immer ein Geschenk!
Ja… denke, auch hier könnte ich ansetzen. Die Dinge, die er sagt, kommen oft gar nicht so richtig an, weil es mir irgendwie zu wenig scheint, dass er sagt, das Wochenende mit mir war schön (als Beispiel).

Wahrscheinlich haben wir beide unseren Anteil.
Ich glaube, das ist sehr stark eine Typ-Frage, wie er kommuniziert. Für viele Männer ist das häufig so selbstverständlich, "dass wir zusammengehören", "dass du die eine bist" etc., dass sie es einfach gar nicht sagen. Erst recht, wenn er eher in Taten kommuniziert.
Auch dir lieben Dank, Arthemis. Ich wünschte so sehr, da hast du recht. Teils hat es sich so angefühlt. Teils habe ich aber eben auch gehört, dass er sein altes Leben noch nicht ganz verarbeitet hat… natürlich ist es Unsinn eine jahrzehntelange Ehe mit einer recht frischen Beziehung zu vergleichen. Aber dennoch Bedeutung haben (und das auch gesagt kriegen) ist mir wichtig.
ihn über alle Maßen zu loben, wenn er etwas nettes sagt. Ich strahle ihn dann an und sage ihm, dass es mich wahnsinnig glücklich macht, wenn er so etwas sagt.
Genauso höre ich nicht auf ihn zu loben, wenn er mir einen Kaffee ans Bett bringt und dass ich den besten Mann der Stadt habe etc.. Dann macht er das tatsächlich öfter.
Das würde er vermutlich auch mögen. Ja, ich sehe leider wohl oft mehr, was fehlt… da ist mein eigenes Bedürfnisloch groß.

Was mache ich jetzt damit?

Dass ich so fühle ist für mich schon ein Zeichen, dass er mir sehr wichtig ist. Er bringt mich mit meinen Themen in Berührung. Ich möchte sie neu und anders lösen. Möchte mit ihm in Kontakt sein darüber. Leider in einer Fernbeziehung nicht leicht, wenn man immer warten muss bevor man sich wieder sieht. Im Moment habe ich richtigen Liebeskummer.
 

Admina Hira Eth

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mein Anliegen ist wieder mehr Gleichgewicht in unser Machtverhältnis zu kriegen ohne, dass ich mich verbiege oder etwas vorspiele.
Annemie, nach dem, was ich bisher hier gelesen habe, weiß ich gar nicht, ob tatsächlich (von außen betrachtet) ein Ungleichgewicht im Machtverhältnis da ist.

Ich glaube dir, dass du ein Ungleichgewicht spürst, verorte das aber eher als innenliegend und, so liest es sich, resultierend aus (d)einer Unsicherheit, dem Ansatz eigener Maßstäbe, Wünschen, Erwartungen und einer im Abgleich mit dem, was dir die Partnerschaft bietet, klaffenden Bedürfnislücke. Sie lässt dich "unglücklich" im von dir beschriebenen Sinne zurück.

Ist das so, dann versuchst du einen Ausgleich da, wo nichts auszugleichen ist. Das kann nicht klappen. Es weiterhin zu versuchen läuft ins Leere und führt zu weiteren Frustrationen. Oder einem Sehnen nach etwas, das ein Wunschgebilde ist, das an Realitäten scheitert; dieses Sehnen gleicht dem hier:
Im Moment habe ich richtigen Liebeskummer.
Es ist wichtig, in einer Beziehung zu checken, abzugleichen, zu kommunizieren, zu artikulieren. Zu schauen, wo man steht und wo man hinwill. Sich nicht unter Wert zu verkaufen oder zu verlieren.
Genauso wichtig ist es aber, da hinzusehen, wo Erwartungen im Raume stehen, die einem Maßstab entsprechen, den man selbst (sich) sehr hoch gesetzt hat und die der Andere unmöglich vollumfänglich erfüllen kann.

Vielleicht schüttelst du dich jetzt und möchtest sagen, dass du - eigentlich, grundsätzlich - keine Erwartungen hast, aber hinter all dem hier:
Meinem Gefühl nach sind diese durchaus ausreichend vorhanden - für mich wäre es aber so wichtig, das zumindest gelegentlich gesagt zu bekommen.
das Thema nicht mehr angesprochen. Ich denke, wenn er wollte, würde er das schon von sich aus tun
wurmt mich, dass er heute bisher sehr spärlich im Kontakt war und hätte es gut brauchen können, dass er da mehr bei mir ist
Denn eigentlich will ich ja einfach nur wieder etwas mehr Sicherheit ohne zu bedürftig anzukommen
ich finde, ich bin ihm an verschiedener Stelle entgegen gekommen, damit sie sich möglichst darauf einlassen
vor den Kopf gestoßen gefühlt, weil wir zusammen waren und er ja auch erstmal mit mir planen hätte können. Man muss nicht jeden Tag zusammen verbringen
Aber ich habe auch schon angeregt, dass wir alle miteinander sprechen sollten, was jeder sich so wünscht… und nun klang das wie „ich plane mit Tochter
In Anbetracht der Tatsache, dass er ansonsten sehr viel mit mir und meinen Kindern unterwegs ist, habe ich mich vor den Kopf gestoßen gefühlt.
Aber anstatt davon zu sprechen, was er braucht, sich Bestätigung von außen zu holen, fühlt sich halt auch nicht so gut an.
Er fragt dann, was ich jetzt brauche, geht aber nicht wirklich darauf ein, wenn ich aufmache
Er hat da viel davon gesprochen, wie es ihm mit seiner familiären Situation geht, damit, mit meinen Kindern eingebunden zu sein… aber ich kam irgendwie nicht vor.
so etwas wollte ich nie wieder erleben!!! Ich wollte diesmal, dass es vom Mann zuerst kommt.
natürlich ist es Unsinn eine jahrzehntelange Ehe mit einer recht frischen Beziehung zu vergleichen. Aber dennoch Bedeutung haben (und das auch gesagt kriegen) ist mir wichtig.
Das, was mir fehlt sind Aussagen über mich, die mich irgendwie spiegeln, mir also sagen, wie und wer ich in seinen Augen bin.
Die Dinge, die er sagt, kommen oft gar nicht so richtig an, weil es mir irgendwie zu wenig scheint, dass er sagt, das Wochenende mit mir war schön (als Beispiel).
(…)

…steht ein (Er)Warten, dass er umsetzt.
Ein Erwarten, dass er erkennt.
Ein Warten darauf, dass er „versteht“, also nicht nur hört, was du ihm sagst, sondern das Gehörte 1:1 so für sich verarbeitet, dass der Output das ist, was du dir erhoffst und sehnlichst zu wünschen scheinst.
Ich halte das an der Stelle so, wie du es im Ergebnis erwartest, für unerfüllbar.

Es kann schon möglich sein, dass er anders hört und umsetzt, als du oder die Botschaft für sich anders entschlüsselt.
Und er setzt ja auch um; seine Umsetzung erfüllt „nur“ nicht das, was du dir für dich gewünscht hast. Es wirkt ein bisschen so, als habe er zwar die Basisbotschaft verstanden, aber die Submessage nicht gehört. Vielleicht hat die Submessage eine für ihn nicht hörbare Frequenz. Oder sie ist (und das vermute ich fast, deswegen der Hinweis auf Erwartungen) etwas, das in deinem Hinterkopf, im gedanklichen/gedachten Moment bleibt, ein "Wenn ich A sage, muss das Gegenüber sich B dazudenken können - warum also handelt er nicht so?".

Er kommuniziert. Er kommuniziert ganz deutlich.
er ist beständig und verlässlich am Kontakt interessiert und bezieht mich in seinen Freundes- und Familienkreis mit ein.
hat er viel Bereitschaft sich auf Dinge einzulassen und Neues auszuprobieren.
dass er es mir erzählt hat
Er hat dann erzählt, dass es ihm aus ganz anderen Gründen an diesem Tag nicht so gut ging.
um ihr zu erzählen, dass er eine neue Beziehung hat
Wir schreiben über den Tag verteilt, er eigentlich immer morgens, meistens als erstes, manchmal komme ich erst mittags zum Antworten; dann noch Nachmittags/Abends, wie es passt. Wir telefonieren fast jeden Abend, da rufe ich an, Weil er weiß, dass ich mit Kindern bin. Manchmal fragt er nach, ob wir noch telefonieren können, wenn es etwas später wird.
Er sagt und schreibt mir häufig, dass ich ihm fehle, er mich gerne da hätte, er gerne kuscheln würde, erinnert an gemeinsame Erlebnisse.
sehr viel mit mir und meinen Kindern unterwegs
Er ist liebevoll und umsorgend
Er fragt dann, was ich jetzt brauche
Er hat auch zu sich genommen, dass ihm solche Äußerungen schwer fallen, er eine andere Liebessprache hat. Und das stimmt, in Taten und Kontakt zeigt er mir deutlich, dass ich ihm wichtig bin.
Die Dinge, die er sagt, kommen oft gar nicht so richtig an, weil es mir irgendwie zu wenig scheint, dass er sagt, das Wochenende mit mir war schön (als Beispiel).
(…)

Dass es Abweichungen in der Kommunikation, in der ART der Kommunikation gibt, ist fast selbstverständlich; ihr seid nicht eine Person, sondern zwei - beide ausgestattet mit einem eigenen Koffer voller Instrumente, Erinnerungen, Erfahrungen, Mustern, Skills, Kommunikationstechniken usw.; das wird sich nicht perfekt angleichen lassen und es ist aber doch das, diese Nichtperfektion, das, was "Beziehung“ so spannend machen kann. Das miteinander Lernen, einander sukzessive Verstehen, das sich ggf. ergebende Lesenkönnen des Anderen, die Reibung, wenn das nicht (immer) funktioniert, das Wachsen daran, die eigene Weiterentwicklung, das Erkennen der eigenen Bedürfnisse.

Du erkennst das alles,
da ist mein eigenes Bedürfnisloch groß.
Die Dinge, die er sagt, kommen oft gar nicht so richtig an, weil es mir irgendwie zu wenig scheint, dass er sagt, das Wochenende mit mir war schön (als Beispiel).
Ich fühle sehr wohl, dass ich ihm wichtig bin. Er ist liebevoll und umsorgend… Aber
Natürlich ist das verdreht… aber
Er nimmt viel auf sich um mit mir zusammen zu sein (Fahrt, Kinderwochenenden) aber
natürlich ist es Unsinn eine jahrzehntelange Ehe mit einer recht frischen Beziehung zu vergleichen. Aber
Vermutlich muss ich den Focus aber auf mich legen, mit der Frage, warum ich teilweise so verunsichert bin.
Wie macht man das gut? Ich habe ihn gefragt, was er für mich empfindet. Ich glaube, er hat sich davon in die Ecke getrieben gefühlt. Ich würde das aber
Oder ist es gar nur ein innerer Prozess?
Das war einfach mein Film an dem Abend. Mein eigenes Thema, nicht seins und nicht das unserer Beziehung eigentlich
Mir kommt dazu die Vermutung, dass ich da zusätzlich ein großes Bedürfnis habe, weil ich familiär bedingt viel Schwieriges erlebt und Meinungen über mich gehört habe. Das spielt sicherlich mit rein.
(…)

nur relativierst du dein Erkennen (sehr oft durch "Ja - aber"-Sätze), unterläufst eigene Gedankengänge, killst also damit dein „Glück“ im Grunde im Ansatz dadurch, dass du die Erkenntnistüren, die du öffnest, sofort wieder zuschlägst, zumindest aber eine Sperre einbaust, die verhindert, dass die Tür sich so weit öffnet, dass du hindurchgehen kannst und teilweise eine Schwere dort reinbringst, wo es so viel leichter sein könnte; "Schwere" war auch einer der bleibenden Eindrücke, die ich hier aus deinem Strang und deinen Schilderungen für mich mitgenommen habe.

Das fängt mMn damit schon an:
Ich habe mir für die Partnerschaft vorgenommen, bewusst mit vielem umzugehen, da ich bereits eine gescheiterte Ehe hinter mir habe
Ambitioniert, nachvollziehbar, ganz sicher gut gedacht. Es nimmt nur - je nach Ausgestaltung dieses Vorhabens - eben von Beginn an ggf. auch die Leichtigkeit des Werdens, Wachsens und Seins.

Schau ein bisschen, dass du das Gleichgewicht wahrst, das Gleichgewicht IN DIR, das darin besteht, nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel zu erwarten. Von sich, vom Gegenüber, vom "Euch" / eurem Miteinander, eurer Kommunikation, eurer Koexistenz, eurer Beziehungsausgestaltung.

Den Satz hier:
Die Dinge, die er sagt, kommen oft gar nicht so richtig an, weil es mir irgendwie zu wenig scheint, dass er sagt, das Wochenende mit mir war schön (als Beispiel).
…habe ich oben übrigens deswegen so oft zitiert, weil ich ihn für symptomatisch halte; er trifft den Kern und ist für mich die perfekte Zusammenfassung dessen, was ich dir mit diesem Beitrag zu sagen versuche.

Lieber Gruß,
Hira

(Klammer P.S.: Arthemis und Vögelchen haben / du selbst auch hast schon wichtige, gute Dinge geschrieben; sry, wenn ich darauf hier nicht eingegangen bin, aber ich tippe den Text ins Handy und es ist dadurch krass tricky zu zitieren, was man zitieren möchte, ohne den Überblick zu verlieren oder alles, was man geschrieben hat, versehentlich zu löschen - *schwitz*!)
 

Annemie

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Ich glaube dir, dass du ein Ungleichgewicht spürst, verorte das aber eher als innenliegend und, so liest es sich, resultierend aus (d)einer Unsicherheit, dem Ansatz eigener Maßstäbe, Wünschen, Erwartungen und einer im Abgleich mit dem, was dir die Partnerschaft bietet, klaffenden Bedürfnislücke
Liebe Hira, vielen Dank für deinen Beitrag, er trifft absolut ins Schwarze. Ich antworte noch ausführlicher, will das noch ein bisschen sacken lassen!
 

Bigbadwolf

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Hallo Annemie,

ich kann dich da sehr sehr gut verstehen. Dieses Gefühl: "er tut zu wenig, um zu zeigen,dass er mich liebt" so geht es mir derzeit auch.
Tatsächlich war das schon immer ein Problem bei mir.
Deshalb frage ich mich, hast du dieses Gefühl erstmalig nur bei ihm so wahrgenommen oder kennst du das bereits aus früheren Partnerschaften?

Wie sieht es mit deinem Selbstwertgefühl aus? Hast du dir darüber schonmal Gedanken gemacht und / oder aktiv daran gearbeitet?

LG
Wolf
 

Annemie

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Annemie, nach dem, was ich bisher hier gelesen habe, weiß ich gar nicht, ob tatsächlich (von außen betrachtet) ein Ungleichgewicht im Machtverhältnis da ist.

Ich glaube dir, dass du ein Ungleichgewicht spürst, verorte das aber eher als innenliegend und, so liest es sich, resultierend aus (d)einer Unsicherheit, dem Ansatz eigener Maßstäbe, Wünschen, Erwartungen und einer im Abgleich mit dem, was dir die Partnerschaft bietet, klaffenden Bedürfnislücke. Sie lässt dich "unglücklich" im von dir beschriebenen
Liebe Hira, Danke fürs gerade Rücken!
einem Sehnen nach etwas, das ein Wunschgebilde ist, das an Realitäten scheitert
Absolut richtig
Erwartungen im Raume stehen, die einem Maßstab entsprechen, den man selbst (sich) sehr hoch gesetzt hat und die der Andere unmöglich vollumfänglich erfüllen kann
Ja

Vielleicht schüttelst du dich jetzt und möchtest sagen, dass du - eigentlich, grundsätzlich - keine Erwartungen hast
Nein, ich weiß, dass ich sehr hohe Erwartungen habe! An mich selbst auch… an ihn, an unsere Beziehung.
Ein Warten darauf, dass er „versteht“, also nicht nur hört, was du ihm sagst, sondern das Gehörte 1:1 so für sich verarbeitet, dass der Output das ist, was du dir erhoffst und sehnlichst zu wünschen scheinst.
Ich halte das an der Stelle so, wie du es im Ergebnis erwartest, für unerfüllbar.
Ja und Nein. Es gab schon einige Male die Situation, wo er mir plötzlich so zugehört hat und ich das Gefühl hatte, er versteht komplett, was ich meine; auch merkt er sich Dinge und kommt dann später damit an und überrascht mich damit. Im Gegensatz zu vergangenen Beziehungen habe ich bei ihm stets das Gefühl gehabt, dass es reicht, 1x zu sagen, was ich möchte - er hört es. Das kannte ich vorher so nicht, eher, dass ich schiebe und ziehe, was ich aber auch nicht mehr tue.
Ich weiß, das ist schon ein sehr hohes Maß, da noch mehr Erwartungen drauf zu packen ist nicht realistisch.

ist aber doch das, diese Nichtperfektion, das, was "Beziehung“ so spannend machen kann. Das miteinander Lernen, einander sukzessive Verstehen, das sich ggf. ergebende Lesenkönnen des Anderen, die Reibung, wenn das nicht (immer) funktioniert, das Wachsen daran, die eigene Weiterentwicklung, das Erkennen der eigenen Bedürfnisse.
Danke! Diesen Satz werde ich mir hervorholen, wenn ich mal wieder zu viel in Erwartungen bin, wie er oder unsere Beziehung zu sein hätte! Ich lege dieses Maß auch mir selbst an, aber lerne immer weicher zu werden…

Ich hatte zufällig gestern noch einen Termin mit meiner systemischen Supervisorin, sie kennt mich und meine Geschichte gut. Sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Erwartungen wohl von Anteilen in mir kommen, wo ich sehr identifiziert bin mit meinen Eltern, die mich und meine Zuneigung auch immer in einer bestimmten Art und Weise wollten und wo mir viel Aggression entgegen gebracht wurde/wird, wenn ich anders bin und diese Erwartungen so nicht erfülle.
Das war gestern noch eine kleine Reise.

Mit meinem Freund habe ich da dann
auch noch offen drüber gesprochen und ihm gesagt, dass er ein wunderbarer Freund ist und warum. Erwartungsfrei, einfach weil ich es so empfunden habe und im Moment sehr stark empfinde. Er war sehr gerührt :).

"Schwere" war auch einer der bleibenden Eindrücke, die ich hier aus deinem Strang und deinen Schilderungen für mich mitgenommen habe
Ja, davon haben wir beide mehr als genug. Ich bin auf dem Weg…
die Leichtigkeit des Werdens, Wachsens und Seins.
Ja!!! Schön!!!

Deshalb frage ich mich, hast du dieses Gefühl erstmalig nur bei ihm so wahrgenommen oder kennst du das bereits aus früheren Partnerschaften?

Wie sieht es mit deinem Selbstwertgefühl aus? Hast du dir darüber schonmal Gedanken gemacht und / oder aktiv daran gearbeitet?
Hallo Wolf, ja, ich habe schon viel an mir gearbeitet und bin mir ja auch vieler Themen sehr bewusst.
Ich sehe das durchaus als mein Thema an, nicht eines dieser Beziehung… kommt vielleicht schon etwas rüber.
Danke Dir für deine Beteiligung!
 

Vögelchen

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Registriert
4 Nov. 2023
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744
Liebe Annemie,

Admina Hiras Beitrag ist großartig und so hilfreich. :smile:
Mir kam noch der Gedanke, dass es wirklich entlastend für dich sein kann, das was dir dein Freund schenkt, das was er offen sagt, auch wenn es nur: "Das Wochenende war schön", ist genau so anzunehmen und nicht weiter zu bewerten.
Und falls du dich traust offen von dir zu sprechen, hilft es, nicht die Angst zu fokussieren abgelehnt zu werden, sondern vielmehr darauf zu vertrauen durch Öffnung besser "verstanden" zu werden. (Es befreit innerlich und nimmt Druck - wenn du rein von dir sprichst, nicht anklagend.)
Du bist wunderbar Annemie, dessen sei dir in jeder Situation bewusst und dir selbst die Liebe die du ersehnst. (Ich weiß, das ist nicht immer einfach, vor allem nicht bei schwieriger Lebensgeschichte.)

Liebe Grüße :herz:
Vögelchen
 

Annemie

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17 Okt. 2024
Beiträge
738
Mir kam noch der Gedanke, dass es wirklich entlastend für dich sein kann, das was dir dein Freund schenkt, das was er offen sagt, auch wenn es nur: "Das Wochenende war schön", ist genau so anzunehmen und nicht weiter zu bewerten.
Und falls du
Liebes Vögelchen, herzlichen Dank!
Ich werde es versuchen, das bewusst wahr und anzunehmen. Er sagt viel Schönes und ich meine auch zwischen den Zeilen zu spüren, dass da viel Wärme und Verbundenheit schwingt. Ich werde versuchen, das mehr wertzuschätzen und so zu nehmen.
Und falls du dich traust offen von dir zu sprechen, hilft es, nicht die Angst zu fokussieren abgelehnt zu werden, sondern vielmehr darauf zu vertrauen durch Öffnung besser "verstanden" zu werden. (Es befreit innerlich und nimmt Druck - wenn du rein von dir sprichst, nicht anklagend.)
Auch das ist ein wichtiger Gedanke. Ich kann das, je nach Situation. Manchmal bin ich wohl mehr im Defizit und möchte dann etwas von ihm bekommen. Das ist dann auch nicht unbedingt liebevoll mit ihm. Das ist schon gut, es wahrzunehmen. Die andere Seite, in der ich mich so reich fühle, dass Liebevolles einfach aus mir raussprudelt, die habe ich auch. Und es kann auch Schweres sein, solange ich ihn nicht verantwortlich mache. Danke noch mal für den Gedanken.

Du bist wunderbar Annemie, dessen sei dir in jeder Situation bewusst und dir selbst die Liebe die du ersehnst
Vielen Dank für deine Worte, sie haben mich angerührt.
 

Annemie

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17 Okt. 2024
Beiträge
738
Ich hatte ein paar sehr schöne Tage mit meinem Freund.

Was mich beschäftigt ist, dass meine Tochter vorhin geschrieben hat, dass sie die (auch nicht mehr ganz so neue) Freundin meines Ex nun kennen gelernt haben. Die Trennung ist schon lange genug her. Meine Kinder kennen meinen Freund schon sehr viel länger. Sollte also okay für mich sein.

Was gerade so weh tut ist, dass es zur Trennung kam, weil mein Ex nur noch eine offene Beziehung wollte, nachdem er fremdgegangen war. In der Paartherapie kamen wir auf keine Bereiche, die zwischen uns nicht stimmten. Auch er sagte, dass er mit allem zufrieden sei, wir es gut miteinander hätten, nur wollte er noch mit anderen Frauen Sex haben.

Ich glaube nicht, dass diese neue Beziehung nun offen ist und das nagt schon sehr an mir. Diese kleine fiese Stimme, dass ich nicht genug/interessant genug/schön genug/spannend genug… war. Nicht wert für ihn, sich damit auseinander zu setzen, was ihm eigentlich wirklich fehlt. Nicht mal unsere Familie war ihm das wert. Tja. Da ist das Thema wieder. Ich könnte gerade kotzen, dass die neue Frau nun auch Teil des Lebens meiner Kinder wird. Ich will ihnen nicht schaden und sie müssen sich nicht entscheiden. Ich habe immer versucht alles mit mir auszumachen. Gerade ist es schwer.
 

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