Vielleicht klappt es ja doch...

Emoticon

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Liebe Anne,

ich stell es mir auch ganz furchtbar vor, wenn ein Kind sich abwendet.
Nimm es nicht zu persönlich. Vielleicht ist es die Art, wie Kind sich mit der veränderten Lebenssituationen auseinandersetzt und seinen Platz darin sucht. Bei meiner Schwester war es ähnlich (Kind war aber noch nicht groß). Meine Schwester war diejenige, die auszog aus dem gemeinsamen Haus. EM blieb mit den Kindern dort wohnen. Er war der Schwächere und hat deutlich mehr unter der Trennung gelitten. Kind hatte das Bedürfniss bei ihm zu sein und ihn zu stützen, ihn quasi nicht allein zulassen. Meine Schwester war völlig am Ende und hat die ganze Trennung in Frage gestellt.
Schlussendlich hat es aber gar nicht so lange gedauert und Kind näherte sich wieder an. Kam erst am WE und dann auch in der Woche. Mittlerweile haben alle die Trennung verarbeitet und die Kinder gehen ganz entspannt mit der Situation um. Sie verbringen ungefähr gleichviel Zeit mit Mama und Papa und haben nicht mehr das Gefühl, den einen alleinezulassen, wenn sie beim anderen sind.
Gib deinem Kind die nötige Zeit und den Abstand, den es braucht. Das wird alles wieder, auch wenn es dir gerade so schwer fällt.

Schön, dass es mit Zeuss so prima läuft. Er auf dich eingeht und dir den nötigen Halt gibt.
Und ein bisschen schmalzig ist doch sooooo herrlich :-).

Lieben Grüße
Emoticon
 

Anne145

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Guten Morgen ihr Lieben,

ich bin noch bei Zeus und daher nur kurz am Handy.
Die Nacht war einfach fürchterlich. Ich habe von meinem Kind geträumt. Am Tag kann ich sprechen und meinen Kopf benutzen. In der Nacht jedoch setzt sich das nicht steuerbare Unterbewusstsein durch. Wieder bin ich weinend und mit einem Kloß im Hals aufgewacht.

Jetzt habe ich eure tröstenden Worte gelesen und wollte nur schnell einen ganz großen Dank an euch schicken. Sehr gerne gehe ich auf eure Beiträge noch ein.
Ich wollte euch nur erst mal schreiben, wie sehr mir euer Verständnis und vor allem eure Erfahrungen gerade helfen.

Vielen lieben Dank!

Anne
 

Jenna82

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Liebe Anne,

Am Ende geholfen hat mir die Erkenntnis, dass es keine Entscheidung gegen mich als Person und gegen mich als Mutter gewesen ist, sondern dass das Lebensmodell für das Kind nicht gepasst hat.

Ich denke, damit hat es Heavy sehr gut beschrieben. Auch ich bin aktuell in einer 50:50-Situation mit Noch-EM, und es ist klar, dass unser Kind diese Umzieherei irgendwann nicht mehr mitmachen wird.

Aber: Ein Kind wird sich nie für oder gegen einen Elternteil entscheiden, nur weil es den anderen weniger oder mehr liebt. Überhaupt denke ich, dass diese Entscheidung des Kindes alles andere als einfach ist, da es oftmals befürchtet, dass sie genau so ausgelegt wird.

Ich kann gut verstehen, dass dich das sehr verletzt. Aber ihr befindet euch in einer alles andere als gewöhnlichen Reaktion. Gebt euch alle die Zeit, euch daran zu gewöhnen, jeder muss sich erstmal seinen neuen Platz in dieser Konstellation suchen.

Wünsche dir ganz, ganz viel Kraft!
 
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Mod May

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Liebe Anne,

nachts sind alle Schatten grösser.

Ihr hattet/ habt ja durch die Trennung eine schwere Familienkrise - seid jetzt auseinandergegangen und jeder muss für sich das ja erst mal verarbeiten und das tut jeder auf seine Weise. Ich glaube, erstmal ist es da "normal", dass sich ein Kind (egal wie alt - bleiben wir nicht den Eltern gegenüber immer Kinder?) von einem Elternteil abwenden kann - aber das letzte Wort ist da sicher noch nicht gesprochen. Zur Vermittlung finde ich die Idee mit der Familientherapie auch wirklich gut - ansonsten muss man wohl, wie immer einfach Zeit geben. Ich drück dich mal, ich kann gar nicht ermessen, wie weh das tut. :trost:
Ich fand Audreys Satz dazu sehr schön und treffend, der ist so wahr.

Erhol dich gut - und eines ist ganz sicher: nichts bleibt so wie es war. Ich habe auch mal zwischenzeitlich den Kontakt zu meiner Mutter rigoros beschränkt, obwohl ich sie sehr liebe - es hat uns beiden sehr, sehr gut getan und war für die Ablösung ganz wichtig. Und trotz des eingeschränkten Kontakts waren wir nie getrennt, wenn du verstehst was ich meine? Für mich war es in diesem Moment allerdings nicht möglich, den Dialog mit ihr zu suchen, und ich habe auch ihre Angebote komplett abgeblockt. Dieser Zeitraum war nicht allzu lang, ein paar Wochen nur, aber manchmal ist auch das einfach notwendig und ausreichend. Also, auch wenn es dir sehr weh tut - die Beziehung zwischen dir und deinem Kind ist sicher nicht kaputt deswegen.
Alles Liebe
 
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Anne145

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Liebe Angel,
schön das du mal wieder vorbei schaust.

Besser noch, sich Eure Beziehung scheinbar sehr gefestigt hat und du in ihm eine Schulter zum Anlehnen und dein Herz ein zu Hause gefunden gefunden hat.

Ja, so hat es sich glücklicher Weise mit uns entwickelt.
Es gibt Ecken und Kanten in unserer Beziehung, aber die Basis ist eine innige und aufrichtige Liebe.

Liebe Audrey,

dieser Satz stimmt absolut. Aber selbst wenn ich wollte KANN ich mich von meinem Kind nicht abwenden.

Ein Kind kann sich mal abwenden - eine Mutter nie.

Liebe Heavy,

es hat mir sehr geholfen über deine eigenen Erfahrungen zu lesen. Deine Worte geben mir Hoffnung darauf, dass sich unser Verhältnis wieder bessert.

Dass sie sich für ihn und nicht für mich entschieden hat, hat neben dem Ort (denn er hat das behalten, was wir uns aufgebaut hatten) wohl auch damit zu tun, dass er der Schwächere in dem ganzen Prozess gewesen ist. Auch wenn er nicht lange nach der Trennung wieder eine Freundin hatte mit der er immer noch zusammen ist, verarbeitet hat er das Ganze noch nicht...er ist eben schwach.

Deine Schilderung ist auf meine Situation zu übertragen. Auch mein Mann ist ja im Haus geblieben, hat die Trennung meiner Ansicht nach noch nicht verarbeitet.

Liebe Emoticon,

Gib deinem Kind die nötige Zeit und den Abstand, den es braucht. Das wird alles wieder, auch wenn es dir gerade so schwer fällt.

Das werde ich versuchen.


Liebe Tanoa,

Ich kann gut verstehen, dass dich das sehr verletzt. Aber ihr befindet euch in einer alles andere als gewöhnlichen Reaktion. Gebt euch alle die Zeit, euch daran zu gewöhnen, jeder muss sich erstmal seinen neuen Platz in dieser Konstellation suchen.

Ja, ich muss auch eingestehen, dass ich sehr verletzt bin. Außerdem hatte ich gehofft, dass wir nach einem Jahr alle unseren neuen Platz bereits gefunden haben. Aber dazu nachher mehr.

Liebe May,

Für mich war es in diesem Moment allerdings nicht möglich, den Dialog mit ihr zu suchen, und ich habe auch ihre Angebote komplett abgeblockt. Dieser Zeitraum war nicht allzu lang, ein paar Wochen nur, aber manchmal ist auch das einfach notwendig und ausreichend. Also, auch wenn es dir sehr weh tut - die Beziehung zwischen dir und deinem Kind ist sicher nicht kaputt deswegen.

kannst du dich noch erinnern was es dir unmöglich machte auf deine Mutter zu reagieren?

Ich würde euch gerne mal einen kurzen Abriss speziell meine Tochter betreffend geben, welchen ich aber wieder entfernen muss.



---------------------------------------------

Puhhh... tausend Gedanken.
Aber ich lass das jetzt mal hier und geh jetzt ne Runde aufs Klo heulen.

Anne
 
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F

fiori

Gelöschter User
Liebe Anne!

Es tut mir so leid :(
Ich sende dir eine PN

Drück dich!
 
S

Sternchen73

Gelöschter User
Liebe Anne,

es istjetzt schon so viel gesagt worden zu dem Thema, dennoch möchte ich auch ein paar Worte da lassen.

Ich kann dich so sehr verstehen, habe ähnliches mit meinem großen Sohn durch. Und es war wirklich schlimm für mich, eben auch weilwir vorher so eng waren und ich mich oft schützend zwischen ihm und seinen Vater gestellt habe. Und als er keinen Kontakt mehr wollte, habe ich die Welt nicht mehr verstanden.
Mittlerweile haben wir uns wieder angenähert und ich kenne seine Beweggründe. Teilweise hat er mir sie selbst genannt, teilweise über meine Mutter zu der er eine ganz besondere Beziehung hat.
1. hat er mich als stark und glücklich erlebt und seinen Vater als schwach und sich somit für seinen Vater verantwortlich gefühlt
2. war er zwar viel alleine (mein Ex hat ebenfalls das Haus behalten), aber hatte seine Freiheit und seine Freunde in der Nähe
3. hat er sich in meiner Wohnung nur als Gast gefühlt - mit 17 zieht man nicht nochmal mit Mutti um
4. konnte er die Vorstellung, dass ich einen anderen Mann habe nicht ertragen

Die Gründe, weshalb es wieder schön und fast normal ist, sind u.a.
1. ich habe nie Vorwürfe gemacht, sondern mich einfach nur gefreut und normal verhalten, wenn er sich gemeldet hat
2. ich habe mich neutral verhalten, und nie schlecht über seinen Vater geredet
3. ich war da, wenn er mich brauchte (auch mitten in der Nacht)
4. ich habe keine überzogenen Erwartungen und vertraue ihm
5. ich drehe bei Fehler, Missgeschicke und so weiter nicht durch, sondern bin sehr lösungsorientiert (war schon immer ein sehr entscheidender Unterschied zwischen mir und dem Vater der Kinder)

Es war ein harter Weg für mich, aber es hat sich gelohnt geduldig zu sein! Und es ist schön, dass er wieder da ist, dennoch bin ich sehr sensibel und habe immer wieder Angst ihn zu verlieren. Und ich merke auch seine Eifersucht auf seinen Bruder. Denn er wohnt bei mir und wir haben dadurch ja automatisch einen anderen Umgang.

So, mal wieder viel zu viel von mir geschrieben. Wollte eigentlich nur tröstend ein paar Worte da lassen. Und schön, dass Zeus dir eine Stütze ist und schön zu lesen, wie innig es sich anfühlt. Und schön zu lesen, dass der Umgang mit Ex ein friedlicher geworden ist!

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!

Und was mir jetzt noch einfällt - ich denke auch, dass das bevorstehende Weihnachtsfest ein echt großer Stressfaktor ist. Auch für pubertierende. So viele Hoffnungen und Erwartungen verbunden mit der Angst, dass diese nicht erfüllt werden. Dann ist es oft einfacher komplett zu boykottieren, als sich diesen Ängsten zu stellen!
 

Anne145

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Liebe Fiori,

auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank für deine offene PN.
:Kuss:

Liebes Strernchen,

ich freue mich, dass du mir immer mit deinen Erfahrungen zur Seite stehst.
Du hast keinesfalls zu viel von dir geschrieben. Genau das ist es doch, was mir gerade sehr hilft.

Das Gefühl mit diesem Kummer nicht alleine zu sein, die Hoffnung, dass sich diese Phase wieder legt und die Suche nach den Gründen beschäftigen mich.

1. hat er mich als stark und glücklich erlebt und seinen Vater als schwach und sich somit für seinen Vater verantwortlich gefühlt
2. war er zwar viel alleine (mein Ex hat ebenfalls das Haus behalten), aber hatte seine Freiheit und seine Freunde in der Nähe
3. hat er sich in meiner Wohnung nur als Gast gefühlt - mit 17 zieht man nicht nochmal mit Mutti um
4. konnte er die Vorstellung, dass ich einen anderen Mann habe nicht ertragen

Die Punkte 1. bis 3. können auf meine Situation wirklich übertragen werden.
Ob auch 4. eine Rolle spielt kann ich nicht ermessen. Vielleicht ist es so.
Ich war immer viel ausschließlich für die Kinder da. Auch diesbezüglich vollzieht sich ja jetzt ein Wandel.

In meinem Leben als Mutter hatte ich nie so viel Zeit für mich, wie jetzt nach der Trennung, denn die Kinder sind regelmäßig beim Vater.

Seit gestern geht es mir nun etwas besser. Das Beschäftigen mit der Problematik hilft mir und Freunde sowie Familie stärken mich. Zeus nicht zu vergessen. Er ist da gerade ganz wunderbar.

Außerdem muss ich zugeben, dass sich nun zu der Traurigkeit auch Unmut gesellt.
Den werde ich meine Tochter nicht spüren lassen, aber damit geht's mir besser.
Ich habe es nicht verdient, so behandelt zu werden.

Heute sehe ich nun Zeus wieder und wir wollen uns mit meinen anderen beiden Kindern ein lauschiges Vorweihnachtswochenende machen inkl. Plätzchen backen und Weihnachtsmarktbesuch.
Ich hoffe, dass ich die Zeit genießen kann, auch wenn gerade jetzt meine Tochter mir sehr fehlt.

LG Anne
 
C

Caira

Gelöschter User
Liebes Sternchen,

vielen Dank auch von mir für deinen offenen Worte. Ich kann mich so gut in diese Situation hineinversetzen und den damit verbundenen Schmerz, den du, Anne, gerade so hautnah erlebst, so gut nachempfinden...

Ich bin ja allein ausgezogen, meine Wohnung böte auch gar keinen Platz für meine Kinder. Zum Glück sind meine beiden Helden ja schon ein wenig älter (um +/- 20), einer davon bereits in einer mehrjährigen festen Beziehung, und haben unsere Trennung bisher ganz ruhig aufgenommen. Aber ich habe keine Ahnung, wie die beiden (und auch mein getrennter EM) reagieren, wenn es wieder einen neuen Partner in meinem Leben gibt... (aber auch dieses "Problem" habe ich ja aktuell noch nicht).

Liebe Anne,

ich denke, es ist wirklich ganz wichtig, dass du deiner Tochter gegenüber deine negativen Gefühle (Enttäuschung, Wut, Traurigkeit) nicht zeigst und immer für sie da bist und "normal" agierst, wenn sie mal auf dich zukommt. Vermutlich hat sie ohnedies auch ein schlechtes Gewissen, weil sie dich so behandelt, und es würde sie wohl noch weiter wegtreiben für den Moment, wenn sie deine Verletzung spürt.

Du wirst das sicher schaffen, diese Gratwanderung gut zu bewältigen, und ich bin ganz, ganz sicher, dass eure Situation in ein paar Wochen oder Monaten schon wieder ganz anders aussieht.

Kopf hoch! Und einen ganz lieben Drücker von mir,
LG Caira
 

Mrs. Steele

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Liebe Anne,

da ich ja in einem ganz anderen Lebenszusammenhang bin, habe ich natürlich keine Erfahrungen mit dem Thema was Dich gerade so beschäftigt. Das, was Sternchen dazu geschrieben hat, fand ich allerdings sehr passend und könnte mir vorstellen, dass da auch was auf Deine Situation anzuwenden ist.
Obwohl ich Dir nicht helfen kann, wollte ich einfach mal einen dicken Drücker da lassen!! :trost: Ich bin mir sicher, dass sich mit der Zeit alles zum Guten wenden wird!

Lg
Steelchen
 

Sad

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Liebe Anne:herz:,

es tut mir sehr leid, wie sich die Situation mit Deiner Tochter entwickelt hat. Dein Schmerz kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin nun sehr froh, dass Dich Zeus in der schwierigen Zeit so gut unterstützt. So ein Mann ist wirklich Gold Wert.

Ich bin mir sicher, dass Du und Deine Tochter wieder den Weg zueinander findet. Und ich bin mir auch sicher, dass Du eines Tages die Beweggründe Deine Tochter erfahren wirst und vielleicht sogar verstehen wirst.

Ich habe Sternchens Post auch als sehr hilfreich empfunden. Leider kann ich es aus der Sicht einer Mutter nicht beurteilen, weil ich selber keine Kinder habe. Aber vielleicht kann ich es aus der Sicht des Kindes ein bisschen beleuchten: Meine Kindheit war alles andere als harmonisch. Meine Eltern haben sich zwar sehr geliebt, aber konnten nicht gut miteinander auskommen. Sie haben ständig gestritten. In der damaligen Zeit in meiner Heimat kam eine Scheidung gar nicht in Frage, schon wegen der Arbeitsposition meines Vaters. Und mein Vater war sehr verzweifelt, suchte nach einem Ausweg. Und er hat tatsächlich mit Selbstmord gedroht.

Ich weiss nicht mehr, wie alt ich damals war. Aber ich wünschte mir, dass sie sich scheiden lassen und die Ruhe endlich einkehrt. Ich habe mich damals als Kind entschieden, dass ich nach der Scheidung bei meinem Vater bleibe. Ich habe ihn als sehr schwach erlebt und dachte, dass er mich braucht – dass er ohne mich nicht klar kommt. Ich fühlte mich für ihn tatsächlich verantwortlich. Meine Mutter war sehr dominant und selbständig und ich wusste, dass sie auch ohne mich gut leben kann.

Na ja, mein Vater hat meine Mutter dann mit 72 Jahre verlassen und ich habe ihn tatsächlich Jahre lang (auch finanziell) unterstüzt. Wir hatten schon immer eine sehr enge und innige Beziehung gehabt und ich habe meinen Vater immer sehr geliebt.

Meine Geschichte ist zwar krass, aber der Punkt ist, dass Deine Tochter Deinen Exmann vielleicht auch als den "schwächeren" empfindet und es ist Ihre Art Euch (ihm) zu helfen.

Entschuldige, dass ich so viel über mich geredet habe, aber anders konnte ich es nicht erklären. Mich hat heute wirklich eine Schreibwut überfallen und irgendwie kommt sehr viel raus.

Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft und hoffe sehr, dass Du bald Deine Tochter wieder umarmen kannst.

In drücke Dich ganz fest.

Deine Sad
 

Tichonne

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Liebe Anne.

Auch ich möchte dir kurz mal ein paar tröstende Worte dalassen. Eine gute Freundin von mir war in der selben Situation, allerdings mit zwei Söhnen. Die Ehe war schon vor acht Jahren zerrüttet, der Mann depressiv. Sie hat sehr lange zu ihm gehalten, und ließ sich auch deshalb nicht scheiden weil sie genau wusste dass der ältere Sohn sonst zum Vater ziehen würde - trotz der ganzen Krisen die er mit seinem Vater hatte.

Sie sagte sie damals, auf meine Frage wie sie darauf kommt "Ich bin mir total sicher weil er so ein Gerechtigkeitsempfinden hat. Er würde leicht lieber bei mir leben, aber er wird zu ihm gehen - einfach um Ausgleich zu schaffen, und weil er es nicht ertragen kann dass wir ihn alleine lassen, so empfindet er das."

Als er um die 16 war, trennte sie sich endgültig, Der ältere Sohn blieb beim Vater, den jüngeren nahm sie mit in ihre neue Wohnung. Es kam zu einigen Krisen zwischen dem Älteren und eher,und sie sagte irgendwann mal die entscheidenden Sätze: 'ich habe mich von deinem Vater und nicht von dir getrennt! Du bist mein Kind und ich möchte Teil deines Lebens sein, also zieh dich nicht vor mir zurück'

Inzwischen ist es drei Jahre her und hat sich wirklich ganz gut eingependelt. Vor dem Abitur über Sohnes hätte sie total Horror, war lange nicht klar war wie das mit der Abschlussfeier aussehen soll.Kurz vor der Abiabschlussfeier rief ihr Ex-Mann sie an und meinte 'wollen wir nicht zusammen hingehen, ich glaube das wäre ihm total wichtig. Das haben sie dann gemacht, es war das erste Mal dass ihr Ex nicht gegen sie agierte und dadurch hat sich noch mal ganz viel gelöst. Das wünsche ich dir auch!

Alles Gute
Tichonne
 
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angel-like

Gelöschter User
Liebe Anne,

wie geht es dir?
Ich hoffe du konntest das Wochenende genießen und auf andere Gedanken kommen?
Ich kann mir vorstellen wie dich das mitnimmt, gerade jetzt in der Weihnachtszeit einmal mehr :(
Ich bin mir sicher, das mit deiner Tochter wird sich wieder legen.
Lass dich drücken
Lg Angel
 

Anne145

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ich denke, es ist wirklich ganz wichtig, dass du deiner Tochter gegenüber deine negativen Gefühle (Enttäuschung, Wut, Traurigkeit) nicht zeigst und immer für sie da bist und "normal" agierst, wenn sie mal auf dich zukommt. Vermutlich hat sie ohnedies auch ein schlechtes Gewissen, weil sie dich so behandelt, und es würde sie wohl noch weiter wegtreiben für den Moment, wenn sie deine Verletzung spürt.

Liebe Caira,

DAS würde mir im Moment wirklich und leider sehr schwer fallen.
Immer noch wechseln sich Traurigkeit und Empörung in mir ab.

Ich weiß, dass es fast ein Tabu ist, aber ich bin zeitweise einfach stinksauer auf mein Kind. Mit welchem Recht behandelt sie mich so? Muss ich nun ständig in der Angst leben, dass sie sich mir entzieht? Ist diese Ignoranz nicht auch sehr respektlos?

Darf ich bei einer Wiederannäherung nicht auch mein Unverständnis äußern? Ist es nicht mehr möglich einer 17-Jährigen menschlichen Anstand vor Augen zu führen.

Ich kann doch nicht Ewigkeiten vor ihr im Büßerhemd rumlaufen, weil ich ihren Vater verlassen habe. Einen Mann, welcher diesem Kind alles andere als gut getan hat.

Entschuldigt, aber ich bin immer mal wieder vollkommen aufgewühlt.

Glücklicher Weise sind all diese Emotionen meinerseits bisher nicht bei ihr gelandet.


Liebes Steelchen,

Ich bin mir sicher, dass sich mit der Zeit alles zum Guten wenden wird!

... das hoffe ich sehr und danke dir für den Drücker.


Liebe Sad,

Meine Geschichte ist zwar krass, aber der Punkt ist, dass Deine Tochter Deinen Exmann vielleicht auch als den "schwächeren" empfindet und es ist Ihre Art Euch (ihm) zu helfen.

deine Geschichte finde ich wirklich auch sehr krass. Und das dein Vater sich noch mit 72 Jahren von deiner Mutter getrennt hat, ist wirklich beachtlich.

In euren Beiträgen war häufig zu lesen, dass ein Kind unter Umständen zum schwächeren Elternteil hält um diesen zu unterstützen.
Das verstehe ich vollkommen und meine Tochter hat ja auch eingestanden, dass dies ihre Intention war beim Vater zu bleiben.

Aber gerade jetzt geht es meinem EM so gut wie lange nicht.
Ich kann sie einfach nicht verstehen.


Liebe Tichonne;

und sie sagte irgendwann mal die entscheidenden Sätze: 'ich habe mich von deinem Vater und nicht von dir getrennt! Du bist mein Kind und ich möchte Teil deines Lebens sein, also zieh dich nicht vor mir zurück'

so ähnlich habe ich mich meiner Tochter gegenüber schon mehrfach geäußert.
Ich bin mir auch sicher, dass sie das weiß.

Ich hoffe wirklich, dass sich diese Situation irgendwann (möglichst rasch) wieder löst.


Liebe Angel,

wie geht es dir?
Ich hoffe du konntest das Wochenende genießen und auf andere Gedanken kommen?

Irgendwie geht es mir schon etwas besser, aber die Stiche und die Traurigkeit kommen immer unvermittelt über mich.

Sie fehlt mir einfach schrecklich... diese Zicke!


Das Wochenende konnte ich genießen. Es war zum ersten mal, dass Zeus mit mir und den Jungs das komplette Wochenende verbracht hat.
Das ist irgendwie wieder eine neue Erfahrung und ein kleiner Stresstest für uns.

Quakende Kinder im Auto, vollgeschmierte Schnuten auf dem Weihnachtsmarkt, Plätzchen backen (wobei sich die Kinder nach einer halben Stunde verabschieden und wir noch 2 h weiter gebacken haben), gemeinsame Brettspiele, streitende heulende Geschwister und viel Lachen.

Das alles fühlt sich zusammen mit Zeus noch immer etwas ungewohnt an. Wichtig ist, dass die Jungs ihn mögen, nach ihm fragen und sich freuen, wenn er kommt.

Ich danke euch allen, für den Zuspruch und das Teilen eurer Erfahrungen.

LG Anne
 

Mod May

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Liebe Anne, um auf deine Frage zurückzukommen: ich war einfach auch stinksauer auf meine Mutter (so ähnlich wie du auf deine Tochter). Deswegen konnte und wollte ich auf Ihre Kontaktangebote nicht eingehen. Aber wie gesagt, das hat sich dann nach ein paar Wochen wieder relativiert und dann haben wir uns ausgesprochen beziehungsweise es war dann ok.

Es kann gut sein, dass deine Tochter auch viel Wut in sich hat (das vermute ich sogar) und sie ist natürlich mit ihren 17 Jahren sehr jung. Bei mir war es damals nicht die Trennung meiner Eltern, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich auch in diesem Fall ähnlich heftig reagiert hätte :smile: - egal, ob mein Vater mir gut getan hätte oder nicht etc. - ich wäre einfach sauer gewesen, dass meine Familie jetzt zerstört ist, verstehst du was ich meine? Dass ich sozusagen gezwungen wurde, Partei zu ergreifen und und und...

Insgesamt zeigt natürlich so eine radikale Abwendung auch das enge Verhältnis an, das ihr habt und auch, dass sie sich im Grunde sehr hilflos fühlt. Wer zu so einem Mittel greifen muss, der hat anders nicht viele Möglichkeiten, das zu kommunizieren, was ihn umtreibt.
Und da ist natürlich sie immer in der schwächeren Position. Sie ist die Tochter und noch fast ein Kind. D.h. es besteht eine sehr asymmetrische und ungleiche Situation zwischen euch.
Deshalb sei nachsichtig mit ihr. Wer weiß, was unterschwellig da noch in ihr brodeln mag.
Ich verstehe, dass du wütend bist, aber es ist wirklich so: sie ist letztlich hilflos und "ohnmächtig" dir als Mutter gegenüber. Das wird ihr selber gar nicht so klar sein, aber deswegen verweigert sie den Kontakt mit dir. (retrospektiv war das bei mir wohl auch so).
Gib ihr ein bisschen Zeit, aber sei nicht allzu streng mit ihr, auch wenn du sehr verletzt bist. Ich denke wirklich, dass du von euch beiden jetzt den größeren gestaltungsspielraum hast.
Ich hoffe sehr, dass sich das alles wieder einrenkt zwischen euch - und glaube das auch. Zeit und Geduld. :smile:
Ich drück dich
 

Anne145

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Liebe May,

Insgesamt zeigt natürlich so eine radikale Abwendung auch das enge Verhältnis an, das ihr habt und auch, dass sie sich im Grunde sehr hilflos fühlt. Wer zu so einem Mittel greifen muss, der hat anders nicht viele Möglichkeiten, das zu kommunizieren, was ihn umtreibt.

diese Worte von dir besänftigen mich heute und lassen meine Wut verrauchen. Eine gewisse Hilflosigkeit und das Unvermögen zu äußern, was in ihr vorgeht kann ich mir vorstellen. Dann lieber den kompletten Rückzug, denn sie weiß genau, dass ich ihr nie abhanden komme.
Unsere Beziehung hält das aus.

Zeit und Geduld werde ich aufbringen.

Vielen Dank
Anne
 

Anne145

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Und schlagartig relativieren sich alle Probleme.

------- entfernt

Jetzt bin ich nur dankbar und sehr traurig.
 
Zuletzt bearbeitet:

froschkuss

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Liebe Anne,

unfassbar traurig!

Aber ich bin sehr froh zu lesen, das Zeus nicht mehr dort war und es ihm gut geht.

Einen lieben Gruß an Dich
 

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