Fragen an Wolfgang

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Anna, 23. Juni 2012.

  1. Girlwithnoname

    Girlwithnoname Aktives Mitglied

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    Hallo Kate,

    ich bin zwar in einer Beziehung und etwas älter als du (bin 42), aber grundlegend ging es mir mein ganzes Leben lang ähnlich wie dir. Ich lerne und lernte tatsächlich selten Männer kennen, die mich interessieren. Und auch umgekehrt, es interessierten sich eher selten welche für mich.

    Also es war nicht so, dass ich keinen Männern über den Weg gelaufen wäre, aber es gab nur selten gegenseitiges Interesse, obwohl ich weder dumm noch häßlich bin

    Für dieses Phänomen könnte es meiner Ansicht nach folgende Erklärungen geben:

    1. Frau ist ein eher introvertierter Typ und kommt generell nicht so schnell mit Menschen, also auch Männern, ins Gespräch.

    2. Frau ist mit sich selbst nicht im Reinen und Männer merken das

    3. Frau verliebt sich nicht von jetzt auf gleich sondern eher langsam

    4. Frau bewegt sich in den „falschen“ Kreisen, also dort, wo der Typ Mann, für den sie interessant wäre, sich nicht aufhält – und umgekehrt

    Manchmal kommen auch mehrere oder alle der oben genannten Punkte zusammen (so wie bei mir früher), dann wird’s noch schwieriger

    Was ich vom Online-Dating halte – gar nix.

    Da wird heutzutage meistens die schnelle Nummer (bei Männern) und Aufmerksamkeit (bei Frauen) gesucht. Auf Tinder & Co. die Nadel im Heuhaufen zu suchen, ist mir meine Zeit inzwischen zu schade.

    Vor 10-15 Jahren war Online-Dating meinem Empfinden nach noch nicht so extrem, da habe ich tatsächlich einige gute Männer kennengelernt (mit einem davon war ich 8 Jahre liiert inkl. Zusammenwohnen).

    Nach meiner letzten Trennung war ich auch 2 Jahre Single und hatte selten Dates. Meinen jetzigen Partner habe ich dann zwar online, aber nicht über eine Dating-Plattform kennengelernt. Das kam eher unerwartet über ein Nachbarschaftsnetzwerk zustande.

    Zu deiner Frage, ob du normal bist: Na klar! Mach dir nicht zuviele Gedanken, es wird wieder einer kommen, mit dem es passt. Dauert halt nur etwas länger.

    Liebe Grüße GWNN
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2019
  2. Tamura

    Tamura Aktives Mitglied

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    Du bist NORMAL.

    Logischerweise posten auch nur die im Kennenlernen, die daten und von denen tauchen auch viele regelmäßig ab und wieder auf.

    Möchtest du denn gern jemanden kennenlernen? Ist vielleicht eine Frage, wie und wo?

    Was ist so schlimm daran, dass es erstmal nur um Sex geht? Machte dir keinen Spaß oder sollte es so etwas nur als Belohnung geben? Viele Beziehungen erwachsen aus erst aus losen Kontakten, bei denen man schließlich mehr will.
     
  3. Kate07

    Kate07 Aktives Mitglied

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    Liebe GWNN, das tat mir jetzt irgendwie gut zu hören, danke! Tatsächlich sind die Selbstzweifel immer größer geworden, obwohl ich weiß, dass ich in Ordnung bin.
    Ich halte auch von Tinder & Co. nichts, aber wollte/musste es einfach mal versuchen.

    Hallo Tamura, danke für deinen Denkanstoß. Doch, natürlich hätte ich auch gerne mal wieder Sex. Aber nicht nur. Ich möchte auch gar nicht unbedingt eine Beziehung, aber Erfahrungen sammeln, eine gute Zeit haben, etwas miteinander unternehmen und jemanden, der mich nicht nur für meinen Körper sondern auch für meinen Charakter wertschätzt.
    Ist es nicht so, dass aus losen Kontakten, bei denen es von Anfang an nur um Sex geht, eher sehr selten etwas Ernstes entsteht?

    Ich befürchte, dass es hier zu spezifisch nur um mich geht, deshalb will ich gar nicht mehr darauf eingehen, aber mir reicht schon, dass es anscheinend doch nicht ganz unnormal ist, wie mein Privat- und Liebesleben abläuft. :lach:
    Ich danke euch! :smile:
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2019
  4. Elfenohr

    Elfenohr Aktives Mitglied

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    Ich dachte auch ich erstelle mal einen Strang im Kennenlernen. Habe Tinder installiert... die Dates werden schon laufen. Nö. Fehlanzeige.
    Ich denke bei mir liegt es daran, dass ich inzwischen zwar noch immer nicht weiß was ich will aber ich weis was ich nicht will!
    Ich bin viel Wählerischer, sortiere schnell aus, sehe als Zeitverschwendung, wenn ich sehe, dass da ein Punkt sein könnte der mich stört... so wirds auch nix. Ich glaube man muss sich einfach Zeit geben. Zwei Jahre sind nun wirklich nicht lange eigentlich
     
  5. PhilippX

    PhilippX Aktives Mitglied

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    Hallo Wolfgang, :smile:

    heute habe ich mal eine Frage. Ich hatte eben ein interessantes Gespräch bei dem der Gesprächspartner meinte, dass Männer und Frauen unterschiedlich lieben. Die Liebe des Mannes sei idealistisch, die der Frau opportunistisch, da sie eben den Mann danach bewertet, was er für sie tun kann (Beschützer, Versorger).
    Diese Sichtweise löst in mir ein Unbehagen aus, weil ich es nicht definitiv als falsch noch als definitiv richtig einordnen kann. Eher sehe ich gewisse Anteile in dem Argument, die berechtigt sein könnten, andere wiederum nicht. Will heißen, ich kann mir vorstellen das Faktoren (z. B. auf männlicher Seite die Attraktivität einer Frau, auf weiblicher Seite die Maskulinität des Mannes) sich auf die Anziehungskraft auswirken, aber auch auf das Gefühl Liebe an sich?
    Gravierender stellt sich mir die Frage, ob Liebe wirklich je nach Geschlecht etwas anderes ist.

    Ergänzend frage ich mich auch, ob diese sicherlich interessante abstrakte These für den gelebten Alltag von Bedeutung ist. Ich meine, was würde sich ändern? Fraglich ist mir auch, ob man so etwas mit letzter Bestimmtheit nachmessen kann. Ich meine, wenn Liebe sowas die der Kleber zwischen zwei Menschen ist, ist es dann nicht egal, aus welchen Substanzen der jeweilige Kleber besteht...Hauptsache es babbt.

    Ich würde mich freuen, deine Einschätzung zu lesen.
    Danke!
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2019
  6. Girlwithnoname

    Girlwithnoname Aktives Mitglied

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    Hm, also das wäre mir neu. Männer suchen sich Frauen doch auch nach pragmatischen Gesichtspunkten aus, bzw. danach, was die Frau für den Mann tun kann: z. B. ist sie hübsch (=kann ich mit ihr angeben), kann sie gut kochen, waschen, putzen, befriedigt sie mich sexuell, erleichtert sie mir in irgendeiner Form das Leben. Reihenfolge kann variieren.

    Bin auf Wolfgangs Meinung gespannt!
     
  7. Admin Wolfgang

    Admin Wolfgang Administrator

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    Also, zu diesem Thema kann ich leider nichts Erhellendes beitragen. Es gibt viele psychologische Studien, die die emotionalen Unterschiede, bzw. die vermeintlichen, von Mann und Frau betreffen. Irgendetwas, das die Liebe als geschlechtsspezifisches Merkmal zum Thema hatte, ist mir nicht bekannt.

    Das bei den Männern mehr eine Idealisierung zugrunde liegt, was das Aussehen einer Frau anbelangt und bei den Frauen mehr pragmatisch-opportuniste Motive, was Männer anbelangt, davon kann man ausgehen.

    Frauen geben Sex, um eine Beziehung mit einem Mann zu kriegen, Männer lassen sich auf eine Beziehung ein, um regelmäßig an Sex zu kommen. Das ist der Tauschhandel aufs primitivste heruntergebrochen.
     
  8. PhilippX

    PhilippX Aktives Mitglied

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    Danke Wolfgang. :smile:
     
  9. Tamura

    Tamura Aktives Mitglied

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    Ich wage mich jetzt mal ganz weit aufs dünne Eis der unwissenschaftlichen Erklärung.

    Natürlich laufen im Hintergrund Mechanismen, die uns unterbewusst nach einem Paarungspartner suchen lassen. Bringt er oder sie die perfekten Eigenschaften für die Aufzucht meines Nachwuchses mit? Doch das allein kann es eigentlich nicht sein, denn dann dürften viele Beispiele von Liebe z.B. zwischen alten Leuten oder in homosexuellen Beziehungen nicht existieren. Es soll auch Leute geben, die unsterblich in sich selbst verliebt sind.

    Unter Liebe verstehe ich eine Ansammlung von Gefühlen, die eine Bindung zu Menschen oder auch Dingen beschreiben. Liebe kann ganz unterschiedlich geprägt sein und muss nicht unbedingt Hollywood-romantisch sein. Vor allem Attraktivität aber auch Abhängigkeit, Macht, Bewunderung, Ablehnung, Beschützen, Wohlwollen, Aussehen, Gerüche, Tonlagen oder auch nur einzelne Details alles können Bestandteile von Liebe sein. Ich vermute, weil wir damit unbewusst Reize aus unserer Kindheit verknüpfen und ein Gefühl von Geborgenheit, bzw. unseren Platz in der Welt suchen. Was daraus folgt, ist dass vermutlich jeder Mensch Liebe eine Nuance anders wahrnimmt und zum Teil ganz unterschiedliche Motive da rein spielen können. Insofern halte ich eine pauschale Unterscheidung Männer/Frauen für nicht sinnvoll. Es gibt sicher auf beiden Seiten für jede Ausprägung Beispiele. Oder ist ein Mann auf der Suche nach Mutterersatz etwa nicht opportunistisch? Oder sind Frauen, die Liebesbriefe in Gefängnisse schreiben auf persönlichen Vorteil bedacht?

    Ich halte es auch für gefährlich, Liebe mit zu viel Kopf zu begegnen und hinter jeder Anziehung oder Beziehung, die biologischen Beweggründe der anderen auf Molekularebene zu zergrübeln. Zu lange in einem Beziehungsforum abzuhängen und die vielen tragischen Geschichten zu lesen, lässt einen selbst irgendwann auch überall Gespenster sehen.

    Viel wichtiger als was in dem anderen vorgehen könnte ist in meinen Augen doch die Selbsterkenntnis was in uns selbst vorgeht. Was wir möchten und wünschen. Das erst gibt uns die Freiheit handlungsfähig zu unserem Umfeld/Partner zu bleiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2019
  10. Mod Clara

    Mod Clara Moderator

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    Das kann ich nur unterschreiben :prost:
     
  11. Admina Felis

    Admina Felis Administrator

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    Guten Morgen :smile:


    als Beispel konkret zu der letzten Auflistung: die Frauen, die Briefe in Gefängnisse schreiben, sind ja auch auf einen ''persönlichen Vorteil'' bedacht - nur sieht der eben anders aus als das pauschale Klischee wie ein persönlicher Vorteil 'richtig' zu sein hätte.

    Ich denke gerade an den Film ''Harold und Maude'', der mich (vor vielen Jahren ) sehr berührt hatte - da wird ja ganz offensichtlich mit dem Mutterkomplex des jungen Harold und der Ausschwitz Erfahrung der betagten Maude 'gespielt' - in der Form, dass es eben deutlich ist, wie beides das Hingezogensein der Protagonisten zum Anderen, auch die Liebe zueinander bedingt -
    was man im Einzelnen analytisch auseinander nehmen kann -
    doch es bleibt ganz einfach eine tiefe Liebe. die ja am Ende dazu führt, dass Harold das Leben immer mehr zu schätzen lernt und sich von seiner Mutter abnabeln kann.

    und da bleibt eben das

    wobei einem das viele Beschäftigen mit den Geschichten im Forum natürlich im Weg stehen kann, wenn man sich auf die Weise damit beschäftigt - wie es 'richtig' zu sein hätte und bei einem selbst sich nun auch so ereignen soll oder nicht ereignen darf - also man sich am Außen orientiert - das ist ja, was du auch damit meinst, Tamura


    meiner Meinung nach hat das aber nicht soviel mit 'Kopf' versus 'Herz' zu tun - sondern eben mit Reflexion, Ich-Identität, eigene Werte finden und leben, Selbtserkenntnis , für sich selbst einstehen können, seine Gefühle kennen und aushalten können, auch die negativen - wozu man ja Kopf und Herz gleichermaßen benötigt
     
  12. PhilippX

    PhilippX Aktives Mitglied

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    Guten Morgen,

    danke für eure tollen Post. Was Tamura hier schreibt ist ganz ähnlich meiner eigenen Einstellung zu dem Thema:

    Natürlich gibt es Faktoren, die einen Menschen attraktiv, interessant und anziehend machen, damit man sich auf diesen überhaupt einlässt. Aber eine tiefgehende Liebesbeziehung geht ja dann noch weiter. Ich möchte es mal mit einer Zwiebel veranschaulichen, die ja auch verschiedene Schichten hat. Genauso ist es bei uns Menschen. Und manchmal kann das Vordringen in tiefere Schichten auch unangenehm sein, so wie manchen auch das Zwiebelschneiden Tränen in die Augen treibt.
    Liebe kann auch bei beiden Geschlechtern fortbestehen, wenn sich an bestimmten Attraktivitätsfaktoren etwas ändert.
    Da ist die Frau, die aufgrund von Schwangerschaft und anderen Faktoren ihre schlanke Figur verloren hat und dennoch liebt der Mann sie weiterhin und begehrt sie.
    Oder das Beispiel des deutschen Intellektuellen Walter Jens, der in den 1980er Jahren an Alzheimer erkrankt war, ab 2004 wurde die Krankheit manifest, und dessen Frau ihn bis zum Schluss gepflegt hat.

    Umgekehrt heißt dies aber nun nicht, dass Liebe bei beiden Geschlechtern nicht zu- und abnehmen kann. Wer meint, sich auf die Beziehungscouch zu legen, der darf sich nicht wundern, wenn der andere Partner irgendwann weg ist.

    Das hast du sehr schön geschrieben.
    Was mich an der Thematik gedanklich gereizt hat, ich komme ja auch der Philosophie, ist diese platonische Unterscheidung, die hier durchschimmert, zwischen der Idee der Liebe, also ihr wahrhaftes Sein, und ihre sinnlich wahrnehmbare Darstellung. Oder eben kantianisch das "Ding an sich" und das sinnlich wahrnehmbare Ding. Dieser Dualismus mag ja für Gedankenspiele interessant sein, aber für das tatsächlich gelebte Leben ist er es nicht. Dazu passt ja, was du schreibst:

    Zumal bei dem Argument unterschwellig die Botschaft mitschwingt, die Liebe des Mannes sei die höhere Form der Liebe und damit der Liebe an sich näher.
     
  13. PhilippX

    PhilippX Aktives Mitglied

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    Persönlich hat mich in der Anfangszeit im Forum es sehr erschreckt, wie brüchig und fragil Beziehungen sind. Man hat den Eindruck sie sind letztendlich zum Scheitern verurteilt.
    Da entstehen dann auch Ängste und Unsicherheiten sich auf etwas neues einzulassen.
    Ich habe das aber schnell abschütteln können, denn das Forum ist nur ein kleiner Ausschnitt der Realität und da draußen gibt es ebenso zig glückliche Paare. Auch dein Strang Admina war für mich neben Mod Terminators Strang einer der hilfreichsten.

    Das kann ich nur unterschreiben.
     
  14. Python

    Python Aktives Mitglied

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    Hallo allerseits!

    Ich hätte da mal wieder so eine Frage...
    Da mein eigenes Ex-Zurück-Projekt eher nur noch Tagebuchschreiben ist, lese ich viel im Bereich Affären und auch Kennenlernen. Bin ich doch aktuell doppelte Affäre auf weiterer Kennenlernsuche...

    Über eine Sache bin ich immer wieder gestolpert: die zwei Varianten der Sexschiene.

    Es wird einmal empfohlen sich voll reinzuhängen (nicht nur sexuell), seine "Wohlfühloase" zu sein. Mit kuscheln nach Herzenslust, Unternehmungen falls es sich ergibt, Übernachtungen falls es sich ergibt. Volles Programm sozusagen, um dann wieder abzutauchen.

    Dann gab es auch Fälle wo ein 'abgespecktes' Programm empfohlen wird: Sexuell voll reinhängen, nur kurz kuscheln, nicht übernachten. So tun, als ob es einem selbst nur rein um Sex geht, ohne drumherum.

    Ich steige nicht ganz durch für welche Situation welche Variante zu empfehlen ist.
    Vielleicht kann ein Profi mich erleuchten?
     
  15. Admin Wolfgang

    Admin Wolfgang Administrator

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    Na ja, das ist ja im Grunde das Normale, dass man einen Partner zeigt, wie schön er es haben kann, wenn er mit einem zusammen ist. Durch diese lange Zusammenkunft zeigt man aber auch selber, dass man sehr stark an der anderen Person interessiert ist. Die Wohlfühloase macht man, wenn man z. B. in einer Affäre den Anderen wieder anfüttern will, nach einer Abstinenzzeit.

    Die kurze Variante ist z. B. beim Ex back angesagt, wenn der Mann der Verlassene ist und sie, also seine EX, beim Date auf Sex aus sein sollte. Hier wird das Bedürftige, die Wohlfühloase, außen vor gelassen, und dafür das Sexuelle in den Vordergrund geschoben, um die Machtbalance aufrecht zu halten.

    Generell kann man sich aber nicht an solchen Allgemeinformulierungen orientieren, weil man immer beratungstechnisch den spezifischen Einzelfall berücksichtigen muss.
     
  16. Python

    Python Aktives Mitglied

    Beiträge:
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    Danke für die Erklärung, ich lese&lerne weiter!