Ich weiß nicht weiter.

Platinum

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Hallo ihr Lieben,

ich bin so froh, dieses Forum gefunden zu haben und festgestellt zu haben, dass man hier nicht verurteilt wird. Ich versuche es so kurz wie möglich zu machen.

Vor einem Jahr wurde ich (31) die Affaire eines verheirateten Freundes (42) von mir. Wir fanden uns schon immer attraktiv, konnten uns was miteinander vorstellen, aber ich hätte niemals etwas initiiert, weil ich wusste, dass er seit 21 Jahren in einer Beziehung ist, von denen er seit 15 Jahren verheiratet ist. Die beiden haben ein 12jähriges Kind.

Im vergangenem Sommer kam er auf mich zu und hat mit mir geflirtet. Anfangs bin ich sehr locker damit umgegangen und habe es nicht ernst genommen, bis er mich eines Abends unerwartet geküsst hat. Daraus entwickelte sich für mich eine lockere F+, für ihn eine lockere Affaire, bis er mir mitteilte, dass er sich in mich verliebt hatte. Das fand ich für mich nicht dramatisch, da ich nicht gebunden bin und ich selbst mal in ihn verliebt war vor vielen Jahren als wir uns kennengelernt hatten. Allerdings habe ich danach angefangen erneut Gefühle für ihn zu entwickeln, da er sehr eindeutig in Worten und Taten wurde und er sehr um mich und eine gemeinsame Zukunft mit mir gekämpft hat. Emotional habe ich komplett in ihn investiert als er im vergangenem Herbst seiner Frau von meiner Existenz erzählt hat und ihr auch sagte, dass er sich in mich verliebt habe.
Nach dieser Beichte verhielt er sich ab dem Zeitpunkt immer wieder sehr ambivalent. Er hatte Angst sein Nest aufzugeben und trennte sich im November von mir, um kurze Zeit später festzustellen, dass das nicht das war, was er wollte. Es folgte Weihnachten und ein weiteres Gespräch mit seiner Frau, in dem er ihr sagte, dass er sich von ihr trennen wolle, weil er sie nicht mehr als Frau liebt, sondern nur noch Sympathie für sie empfindet wie für eine Mitbewohnerin. Sie haben sehr viel geredet und das erste Mal nach langer Zeit offen kommuniziert und einigten sich darauf, dass sie zu Anwälten gehen wollten bzgl Finanzen und er wollte sich eine Wohnung suchen. Die Wohnungsbesichtigung hatte er allerdings abgesagt, weil er mir sagte, er habe Angst sein Kind durch die Trennung zu verlieren. Er wolle weiterhin eine Zukunft mit mir, wir haben bereits auch den beidseitigen Kinderwunsch geäußert, Pläne für die Zukunft gemacht.

Im Februar teilte er mir plötzlich mit, dass es keine Zukunft für uns geben würde, weil er nicht frei sei. Er liebe sein Zuhause, sein Kind, seine Familie - und (plötzlich) auch wieder seine Frau.
Für mich brach eine Welt zusammen, ich konnte es nicht verstehen. Er war jahrelang unzufrieden in der Ehe; habe sie damals geheiratet, weil es irgendwie gepasst hätte, aber die große Liebe war sie für ihn nie. Ich hingegen sei die intensivste Liebe, die er jemals empfunden hatte und ich sei seine absolute Traumfrau. Bringe alles mit, was er in einer Beziehung brauche - sie nicht. Und dann plötzlich sagte er mir, er liebe sie doch noch als Frau.

Wir haben uns dann nach zwei Wochen Abstand auf einer freundschaftlichen Basis getroffen und er sagte mir im Anschluss, dass er sich an diesem Tag endlich wieder vollständig gefühlt habe. Kurze Zeit später sagte er mir, er könne und wolle kein Leben ohne mich an seiner Seite führen. Er habe sich sehr deutlich geirrt mit der Trennung von mir und den Aussagen, die er über seine Frau getroffen hatte.

Danach stand ein gemeinsamer Paarurlaub am Strand an, dem er während der Trennung mit mir im Affekt zugesagt hatte und er erzählte mir, dass er dort für sich festgestellt hatte, dass er diese Beziehung zu ihr nicht mehr weiterführen wolle und das nicht mehr braucht. Er wisse jetzt ganz sicher, dass sein Platz bei mir ist und ihm wurde dies schmerzlich durch unsere Trennung bewusst. Er sagte, er habe die glücklichsten Momente seines Lebens mit mir erlebt und fühlt sich an meiner Seite so als hätte er endlich das fehlende Puzzleteil gefunden. Mit mir ruhe er in sich selbst und kann im Hier und Jetzt leben, alle Gedanken abstellen.
Die beiden führten ein erneutes Trennungsgespräch und haben dem Kind mitgeteilt, dass sie sich nicht mehr lieben und sich trennen werden. Er hat sich eine Wohnung gemietet.

Vor zwei Wochen hatte sein Kind sehr starke Panikattacken, weil Papas Auszug bevorstand und das hat natürlich alle Beteiligten sehr mitgenommen. Er sagte mir, dass das im Moment zwar alles sehr viel sei, aber dass ich keine Angst haben müsse wieder von ihm verlassen zu werden. Er geht diese Schritte nun und es wird sich danach alles einpendeln.
Zwei Tage später teilte er mir mit, dass er die Wohnung abgesagt hatte - er könne akut nicht ausziehen, sein Kind sei zu labil und käme mit dem Verlust nicht klar. Aber es hätte alles weiterhin Bestand. Danach zog er sich von mir mehr zurück als vorher. Ich hatte das vorher verstanden, da er seine gesamte Energie in sein Kind investiert hat, um es so gut wie möglich aufzufangen.

Vorgestern sagte er mir, er habe für sich nun endgültig erkannt, wo er hingehört. Zu seiner Familie. Er liebe seine Familie, sein Kind, seine Frau. Es habe sich alles irgendwie geändert, seit sie gezwungen waren offen zu kommunizieren. Sie hatten darüber gesprochen, was in den Jahren der Beziehung alles schief gelaufen war, sie hatte ihm versichert mehr in die Beziehung zu investieren und daran zu arbeiten und er sagte mir, er wolle das auch. Dazu hätte es sie zusammengeschweißt in denselben Abgrund zu schauen und es fühlt sich für ihn jetzt wieder so an wie es mal vor langer, langer Zeit zwischen den beiden war.
Er liebt uns beide. Seine Liebe zu mir war in den letzten 12 Monaten konstant, die Liebe zu ihr hat er nun zwei Mal plötzlich wiederentdeckt.
Er sieht plötzlich keine gemeinsame Zukunft mehr mit mir. Er sagte, ich habe absolut nichts falsch gemacht, aber ich sei nicht mehr "das Beste", was er in einer Beziehung haben könnte.
Er sei eigentlich sehr zufrieden mit dem, was er bereits habe und da sie bereit sei seine Bedürfnisse nun zu erfüllen, habe er alles, was er braucht.
Und das verstehe ich nicht. Wie er innerhalb von einer Woche so eine Wendung hinlegen konnte. Er hat damit alles geschmälert, was ich für ihn war und ganz plötzlich die verloren geglaubte Liebe für sie wiederentdeckt. In einer Woche.
Er ist ein sehr aufrichtiger Mensch, der sich immer zuerst um die Bedürfnisse anderer kümmert und ich glaube nicht, dass er mir irgendetwas vorgespielt oder vorgelogen hat. Dazu kennen wir uns auch schon zu lange.
Ich verstehe nicht, wie ich ganz plötzlich an "Wert" verlieren konnte und er sie nun plötzlich doch wieder liebt, obwohl er mir (bis auf die Ausnahme bei der vorherigen Trennung) immer gesagt hat, dass da keine Liebe mehr ist. Er konnte sogar zeitweise ihre bloße Anwesenheit nicht ertragen.

Für mich ergibt das alles keinerlei Sinn und ich fühle mich hilflos, machtlos und auch irgendwie ausgenutzt. Natürlich gab es noch viel mehr Punkte, die für unsere Beziehung und gegen deren Beziehung sprachen, aber auf Anhieb sind mir aktuell nur diese eingefallen.

Ich hoffe einfach, dass ich hier Trost finden und auch Trost spenden kann.

Er liebt uns beide ... ist diese Entscheidung nun endgültig oder kann ich mir Hoffnung machen, dass er sich irgendwann doch noch ein für alle Mal für mich entscheidet? :(

Liebe Grüße
 
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Admina Hira Eth

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Hallo Platinum,

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Viele Grüße,
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Ps: Auch bei Affärenbeziehungen ist Wolfgang's E-Book sehr zu empfehlen, weil es anschaulich die Psychodynamik von Mann und Frau beschreibt und wie man es anstellt eine verrutschte Beziehungsmacht wieder auszugleichen
 

Ignatz

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Liebe Platinum,
in der Tat ist es ein Segen wenn man in einer Situation wie unserer plötzlich auf dieses Form trifft, ich weiß ganz genau wovon ich rede. Hier wirst Du, unter anderem, Mitgefühl erfahren und auch ich möchte dich erst einmal virtuell in den Arm nehmen, dich drücken und sagen dass ich deinen Schmerz fühle. :herz:

Was für ein Schock wenn ein Mensch, der schon fest zugesagt hatte sein Leben mit einem verbringen zu wollen, plötzlich doch wieder zurück rudert und alles über den Kopf wirft. :( Oberste Priorität hat jetzt und auch in Zukunft ab jetzt immer, dass du dich nicht mehr so leicht in eine Situation bringen lässt die dich so stark verletzt. Aber aktuell sind nun leider schon Wunden da und die müssen gepflegt werden und heilen, was sich dir wahrscheinlich gerade als unmöglich darstellt. Deshalb: Weine, schreie, trauere und lass alles raus was raus will! Teile dich uns mit, belese dich, lass dich trösten aber bitte versuche dich nicht darauf zu fixieren diesen Mann zurück zu bekommen sondern bleibe ganz bei dir.

Du verstehst nicht was passiert ist und gemeiner Weise kann dir das mit Gewissheit keiner so ganz beantworten, vermutlich nicht einmal er selbst. Er ist bei seiner Familie geblieben und den letzten Schritt nicht gegangen weil ihm, sicher auch durch den Zustand seines Kindes, bewusst wurde was er verliert. Wer weiß was da noch im Hintergrund so passiert ist.

Die Angst vor alldem sitzt ja im Grunde allen vergebenen AM in den Knochen und ist Grund dafür warum sie sich letztendlich oft nicht von EF oder Partnerin trennen. Viele hängen hier seit Jahren in solch einer Konstellation, meine dauerte 2 Jahre und andere noch viel länger.

Manchmal ist ein Ende mit Schrecken auf lange Zeit gesehen besser für alle Beteiligten. Eins kann ich dir fast garantieren, er wird sich früher oder später wieder melden denn natürlich ist plötzlich NICHT einfach alles wieder gut. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit hoch dass die von seiner Frau zugesagte Arbeit an sich und der Beziehung nicht zu seiner Zufriedenheit ausfallen wird, außerdem gehören da bekanntlich immer zwei Personen dazu!

Was du jetzt also tun solltest?
1. Dir ganz viel gutes!
2. Ihn möchlichst nicht kontaktieren.
Vermutlich wird er dich innerhalb sehr kurzer Zeit wieder sehr stark vermissen.
3. Dir gründlich überlegen ob du ihn bis dahin noch an dir und deinem Leben teilhaben lassen willst.

In jedem Falle ist dein Vertrauen zu ihm ohnehin jetzt so angeknackst, dass es schwierig sein dürfte im je wieder zu vertrauen und vielleicht ist das auch gut so.

Ich wünsche Dir nur das Beste! Gib dir Zeit alles zu verarbeiten.:herz:
 
Zuletzt bearbeitet:

Franzi02

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Liebe Platinum,
leider kann ich dir keinen Rat geben oder dir irgendwie erklären, was da passiert ist. Ich befinde mich in einer ganz ähnlichen Situation. Auch mir wurde ein gemeinsames Leben zugesagt und wir hatten schon eine Zusage für eine Wohnung. Plötzlich ist auch er wieder zurück gerudert. Ich habe es nur durch mein Bauchgefühl aufgedeckt und nicht mal eine Erklärung bekommen.
Es fühlt sich so elendig an und man denkt dieser Schmerz geht nie mehr vorbei. Sie verletzen einen sooo sehr und trotzdem will man sie zurück.
Aber ich habe die Hoffnung, dass irgendwann alles gut wird, egal in welche Richtung. Fühl dich von mir gedrückt. Ich weiß genau wie es dir jetzt geht.
 

Platinum

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Hallo Ignatz,

Vielen lieben Dank :cry das ist sehr freundlich von dir. Danke für deine lange Nachricht. Rational bin ich da eigentlich ziemlich bei dir. Emotional ist das alles noch sehr frisch und die Verwirrung immens.

Ja, er selbst kann mir auch nicht erklären, wie es jetzt so plötzlich dazu kam. Ich versuche es mir selbst so zu erklären, dass bei (v.a. ängstlichen Bindungstypen) Menschen in Trennungssituationen in der Regel das Bindungssystem aktiviert wird, das plötzlich Probleme vergisst/kleiner macht und eben all die positiven Aspekte hervorholt und größer macht, die es mal gab und die man dann auch wieder so empfindet. Ob das nun der Grund bei ihm ist, weiß ich natürlich nicht, aber es würde zu ihm passen. Zumal er eben auch wahnsinnig empfänglich für Stimmungen und Reaktionen von außen ist, v.a. dann, wenn es sich dabei um das direkte Umfeld handelt. Ich bin mir sicher, dass er da (verständlicher Weise) die Emotionen adaptiert und dass sich jetzt alles gut und richtig anfühlt, weil die beiden natürlich auch erleichtert sind, dass Papa bleibt und das dementsprechend spiegeln. Sicherlich sind alle drei jetzt überglücklich, dass alles wieder geregelt und "beim Alten" ist.

So oder so ändert es leider nichts an der/meiner Situation. Ich hätte ihn furchtbar gerne als Mann an meiner Seite gehabt. Ich hätte ihn genau so genommen, wie er ist, auch wenn er mich zeitweise nicht gut behandelt hat (s. Trennungen von mir :shakehead:). Aber da ich wusste, wie er eigentlich ist, bevor er plötzlich immer wieder so hin- und hergerissen war, hätte ich alles andere eben in Kauf genommen und es wäre sicherlich mit der Zeit auch stabil geworden und hätte es mit der Zeit wieder ausgeglichen.

Aktuell weiß ich nicht, was ich alles empfinde außer der bereits geschriebenen Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, Verwirrung.
Ich bin nicht am Boden zerstört. Ich bin nicht unglücklich, aber natürlich auch nicht glücklich darüber. Es fühlt sich aktuell eher irgendwie leer an und rational bin ich froh, dass es vorbei ist, weil ich jetzt frei bin. Frei davon, immer Angst zu haben plötzlich verlassen zu werden und überall Gefahr zu verspüren, Panik zu haben, zu sensibel auf alles zu reagieren.
Wütend bin ich auch nicht. Geweint hab ich vorher sehr häufig und auch sehr, sehr viel, v.a. bei der Trennung davor, aber aktuell fühlt es sich an, als wäre bei meinen Emotionen ein Ausschalter gedrückt worden.
Zudem versuche ich so rational wie möglich unterwegs zu sein.

Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, keinen Kontakt mehr zu ihm zu haben. Ich möchte ihn nicht überreden (zumal er bereits sagte, dass ich das auch nicht könnte) es sich noch mal anders zu überlegen. Wir waren vorher ja schon befreundet und er ist über das Jahr hinweg nunmal zu einem großen Teil meines Alltags geworden und gleichzeitig auch zu meinem engsten Vertrauten. Das möchte ich nicht verlieren und aktuell bin ich auch fein damit, dass wir noch bei whatsapp schreiben und telefonieren, wenn auch deutlich weniger als vorher. Ich habe in der Kindheit sehr schlimme Verluste erlitten und brauche diese Freundschaft als Rettungsanker. Andernfalls wäre das Loch, in das ich fallen würde, zu tief und ein Kontaktabbruch würde mich mehr verletzen als der Verlust der Beziehung und einer gemeinsamen Zukunft. Das klingt sicherlich seltsam...

Doch dämlich, wie ich bin, wünsche ich mir, dass er den Absprung irgendwann schafft, weil ich persönlich davon überzeugt bin, dass man langfristig nicht mehr in eine Beziehung investieren kann als das, was man mitbringt. Man kann nicht dauerhaft mehr geben als man hat - und ich glaube, sehr viele, wenn nicht alle hier, mussten diese Erfahrung im Leben bereits machen...

Und in essentiellen Bereichen sind die beiden schlichtweg zu verschieden. Sie (ich kenne sie nicht persönlich, deswegen sind das seine eigenen Aussagen) ist egoistisch und manipulativ, er ist immer darauf bedacht, die Bedürfnisse anderer in den Vordergrund zu stellen. Er kam sich lange Zeit vor wie ein Möbelstück, über das frei nach Gusto entschieden wurde.
Dazu kommt, dass sie keinerlei Interesse an Intimität jeglicher Art hat - und auch noch nie hatte. Er hingegen schon.
Allgemein war das Geben und Nehmen wohl immer sehr unausgeglichen und sie haben eben eine WG mit Kind geführt. Sie verhielten sich wie über die meiste Zeit der Beziehung hinweg wie Bruder und Schwester, Intimität gab es alle 2 Jahre vielleicht einmal und auch nicht erfüllend, sondern einer ein Akt der Pflichterfüllung.
Ich weiß auch nicht, ob offene Kommunikation da langfristig etwas ändern wird, weil es da nunmal um Charakterzüge und (nicht-)Bedürfnisse geht.

Gleichzeitig verstehe ich sie auch nicht. Er hat sie ein Jahr lang mehrfach betrogen, wir waren öfter miteinander verbunden als die beiden in über 20 Jahren Beziehung.
Ich glaube nicht, dass er ihr im Detail etwas über die Beziehung zu mir erzählt hat und kann mir auch nicht vorstellen, dass sie weiß, dass er mir erzählt hatte mich heiraten zu wollen oder eine Familie mit mir zu gründen.
Sicherlich weiß sie auch nicht, dass er bereits in der Vergangenheit einen Seitensprung hatte.
Da muss doch deutlich mehr Vertrauen verloren gegangen sein als bei mir.
Ich weiß, dass sie es als das Sinnvollste ansieht die Ehe weiterzuführen, weil sie sich ja nie streiten, keiner massiv unglücklich ist und dass es ja auch für das Kind das Beste sei.
Natürlich sind alle Menschen verschieden, aber ich könnte das unter all den Aspekten nicht mehr. Ich könnte so nicht mehr glücklich sein und frage mich, wie sie das sein kann.

Aber zumindest kann ich sagen, was mich neben dieser Aussagen, die bei ihr plötzlich dazukommen und neben der Aussagen, die von mir über uns/mich plötzlich weggenommen wurden, noch tief verletzt hat:

Er hat mich stets als Ziel betrachtet, als einzigen Weg.
Und jetzt hat er mich abermals zu einer Option gemacht. Und beide Optionen seien aus unterschiedlichen Gründen "attraktiv", weswegen er sich auch nicht schon vor einer Woche, sondern erst vorgestern entschieden hat.

Ich möchte keine Option sein. Und dass er mir jetzt auf verschiedene Weisen meinen Wert (in seinem Leben) genommen hat, ... ja, das verletzt mich.
Rational möchte ich ihn so nicht. Ich möchte ihn am liebsten so wie zu Anfang ohne jeglichen Zwiespalt. Hingebungsvoll, bemüht, kämpfend, stabil.
Aktuell ist er das genaue Gegenteil und in diese Version von ihm hätte ich mich sicher nicht verliebt und so möchte ich ihn auch ganz sicher nicht als meinen Partner.

Ich habe mich selbst hinten angestellt und vernachlässigt, weil ich bereitwillig alles gegeben habe. Und jetzt fühle ich mich leer und habe das Gefühl, er hat alles mitgenommen.

Mensch, das ist unfassbar lang geworden.
Danke an alle, die sich die Mühe machen bis hierhin zu lesen. :herz:
 

Milky Way

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Hallo liebe Plantinum. Ich habe eigentlich schon länger nichts mehr geschrieben, aber deine Geschichte hat mich sehr berührt.

Ich fühle und verstehe deinen Schmerz! Und möchte dich gerad umarmen und dir sagen, es wird wieder gut. Es dauert aber es wird wieder gut.

Wie Ignatz schon geschrieben hat… tu dir jetzt sehr viel gutes. Nimm dir Zeit für dich, tue Dinge die du gerne magst.
Fahr in den Urlaub … ans Meer…. In die Berge oder wo auch immer. Nimm dir eine Auszeit.

Und JA auf keinen Fall den Kontakt zu ihm suchen.

Und ich weiß in deinem Kopf blobbt immer wieder die Frage nach dem Warum auf. Es wird dir keiner genau beantworten können. Nicht mal er.

Aber ich, als verheiratete AF kann dir sagen … ich hätte meinen EM und meine Kinder niemals für AM verlassen. Dies stand bei uns zwar nie zum Thema… aber ich wäre auch so immer in der Ehe und bei den Kindern geblieben….
Auch wenn dei AM immer wieder gesagt hat, er liebt dich, du bist die Frau seines Lebens (daran zweifle ich auch gar nicht)…. Ein Kind verbindet schon sehr. Auch wenn sie nie die Liebe seines Lebens war… trotzdem hat sie ihm sein Kind geschenkt. Und für Männer ist es immer sehr schwer das hinter sich zu lassen. Angst sein Kind zu verlieren. Lieber sind sie dann in einer unglücklichen Beziehung.

Auf alle Fälle wünsch ich dir sehr viel Kraft. Schau auf dich und brich den Kontakt ab…. Und glaub mir, das ist noch nicht das Was Ende, denn sie kommen alle wieder. Lies dich hier mal ein. Es gibt viele tolle Geschichten! Ich bin zum Bsp ein großer Fan von Maxima aus dem Forum für Affären mit positiven Ende. Die Maxi hat mich auch sehr berührt.

Finde zu dir und alles Glück :spidy_in_love:für dich … ob mir AM oder ohne! Stell dich an Nr1

Fühl dich gedrückt
Liebe Grüße Milky
 

Platinum

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Hi :(
Danke Franzi und danke Milky für eure Anteilnahme. Das bedeutet mir viel. Es ist schön, damit nicht alleine zu sein und verstanden zu werden.

Ja, vor ein paar Tagen sprach er eben auch genau davon. Alles wäre lösbar - bis auf die emotionale Verbundenheit, die nach dieser langen Zeit entstanden ist. Zumal sein Kind vor ein paar Jahren mal sehr krank war und er es beinahe verloren hätte, ist das natürlich auch ein riesiger Faktor.
Trotz allem verstehe ich eben nicht alles. Er liebt mich ja weiterhin genau so sehr wie vorher und ich bin ihm unfassbar wichtig. Er hat mir ein Erbstück geschenkt, das ihm absolut heilig war und das er auch seiner Frau nicht vermachen wollte - aber er hat es mir vermacht, um mir den Stellenwert in seinem Leben zu zeigen.
Ich weiß auch, dass er gerade zwar zufrieden ist mit dieser Entscheidung, aber gleichzeitig traurig ist, dass er mich verlassen hat. Und er mich auch weiterhin jeden Tag vermisst und immer an mich denkt, sobald er sich nicht ablenkt. Das war vorher schon so und ist ja nicht automatisch sofort weg nach einer Trennung.

Aber irgendwie ist all das kein Trost für mich.
Zum Einen, weil es mir unfassbar schwer fällt zu glauben, dass er sie jetzt plötzlich wieder so liebt wie vor vielen Jahren mal, zum Anderen weil ich mir denke, dass es mir sicherlich schlechter geht als ihm. Ich habe ja so gesehen alles verloren. Und er nur einen Teil, der plötzlich auch weniger wert sein soll als das ganze vergangene Jahr.
 

Platinum

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So, wie es seit gestern zwischen uns ist, finde ich es schrecklich.
Er investiert jetzt (absolut nachvollziehbar) absolut in die Familie. Das gesamte WE steht die Familie im Mittelpunkt und er schiebt mich ganz weit an den Rand, tut so als hätte er seine Liebe auf Knopfdruck abgestellt und als sei ich nun weniger wichtig. Vorher haben wir täglich telefoniert, geschrieben und uns mindestens einmal die Woche getroffen.
Wir haben gesagt, dass wir das nun vorerst etwas reduzieren, aber er ist da gerade absolut radikal, was mir persönlich sehr zusetzt.
Gestern wollte er sich abends ausführlicher melden, hat sich nicht gemeldet.
Heute sagte er, er wolle nicht planen, wann er sich melde - schließlich habe sich unser Status verändert und entweder passt es im Laufe des Tages oder es passt nicht. Und dann würde er sich eben morgen melden.

Gerade verhält er sich mir gegenüber komplett anders. Distanziert, als wäre ich plötzlich egal oder zumindest deutlich weniger wichtig.

Kann ich nicht mit umgehen, aber ich möchte auch nicht den Kontakt abbrechen. Auch nicht vorübergehend. Warum schaffe ich es mich normal zu verhalten und er nicht?
 

faraway

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Hallo Platinum,

es tut mir schrecklich leid was Dir passiert ist und ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Es ist kaum zum aushalten!

Bei mir ist es ähnlich.
Wollte sich auch trennen, dann Aussprache und für Familie entschieden, jetzt möchte er sich wieder trennen, schafft es aber schlussendlich nicht.

Es muss ein schrecklicher Schock gewesen sein, dass er sagt er bleibt seiner Frau und das mit euch ist hinfällig.

Und natürlich ist bei ihm nicht alles weg oder anders. Seine Gefühle haben sich sicher nicht geändert in der Zeit.

Bleib stark, versuche dich abzulenken.
Viel Kraft!
 

AnnaSonne

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Liebe Platinum,
ich habe mir deinen Strang durchgelesen und dabei mehrfach geweint.
Ich erkenne mich und meinen AM in so vielem wieder…
Fast habe ich das Gefühl, deiner sei meiner… ;)
Die Aussage, die schönste Zeit mit dir zu erleben („So schöne Zeiten wie mit dir, habe ich noch nie erlebt.“), entspannt und gelassen zu sein („Bei dir bin ich total entspannt und ganz ich selbst.“), glücklich zu sein („Mit dir bin ich so glücklich.“)

Und auch diese EF-Situation (ewiger Kampf, gegeneinander, keine Intimität, weil der Frau nicht wichtig)…

Dass er dein bester Freund (geworden) ist… So ist es bei mir auch…

Selbst das mit dem Erbstück…
Ich habe ein Geschenk erhalten, dass mit seiner Herkunftsfamilie in Verbindung steht…

Wenn ich deine und meine und so viele andere Geschichten hier lese, dann frage ich mich immer wieder: warum reicht Liebe nicht? Oder: warum reicht sie den Männern nicht? Wovor haben sie nur solche Angst, wenn sie doch so (eigentlich) starke Frauen wie uns an der Seite haben…???

Ich bin bei dir, Platinum!
Melde dich und berichte weiter!

Sonne
 

Suprarenin

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Hallo Platinum, auch ich möchte dir ein wenig Trost schicken. Warum sie das machen kann ich dir auch nicht sagen. Aber es scheint keine Rolle zu spielen wie lange, oder intensiv die Beziehung war. Wenn es ernst wird, sind sie weg. Egal ob nach einem halben, ganzen oder wie bei mir nach 8,5 Jahren. Wie Du dich fühlst, kann ich 100% nachvollziehen. Man fühlt sich benutzt, ausgenutzt, weggeworfen. Und letztendlich wurde man das auch. Es tut unendlich weh und ich kann dir nur raten den Kontakt komplett abzubrechen. Bevor er es irgendwann macht. Ich habe von meinem Ex AM von heute auf morgen nie wieder etwas gehört, trotz der ganzen Versprechungen und Geschenken, die auch du bekommen hast. Und dann sitzt man da und wartet darauf etwas zu hören, aber da kommt nichts :Nichtwissen:. Diese Erfahrung wünscht man selbst seinem größten Feind nicht.
Lass dich nicht weiter hinhalten, das hast du nicht verdient. Denn wenn er sich meldet um dir mitzuteilen wie gut es jetzt wieder in seiner Ehe läuft, verletzt dich nur noch mehr. Erspare dir das ....
Liebe Grüße Supra
 

Platinum

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9 Juni 2023
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Ihr Lieben,

danke für euren Trost. Ich bin unfassbar gerührt, wie viel Verständnis einem hier entgegengebracht wird.:cry
Tausend Dank!
Es fällt mir unfassbar schwer mich abzulenken. Bis Weihnachten war ich wahnsinnig sicher, stabil und stark und durch dieses Hin- und Her bin ich inzwischen stark verunsichert. Ich habe ohnehin immer panische Angst vorm Verlassenwerden, weil ich meine Eltern sehr früh verloren habe und das - wie ich jetzt wieder erkennen darf - noch immer nicht verarbeitet habe. Ich bin bereits in Therapie, aber so weit sind wir noch nicht.

Auf all das habe ich mich nur eingelassen unter der Voraussetzung, dass wir, egal ob Gefühle oder nicht, weiterhin Freunde bleiben.
Hätte ich gewusst, wie sich das entwickelt, hätte ich mich niemals darauf eingelassen und ihn einfach an der langen Leine gelassen. Es hat mir zwar sehr viel Schönes gegeben, aber das kann nicht diesen riesigen Scherbenhaufen ausgleichen, vor dem ich jetzt stehe.
Ich möchte ihn keinesfalls als Freund verlieren, sondern wünsche mir, dass wir uns weiter auf freundschaftlicher Basis nahe stehen.
Er sagte mir, ich kenne ihn so gut wie niemand sonst in meinem Leben. Er habe seine Rüstung für mich abgelegt und niemand stünde ihm so nahe wie ich - ganz allgemein, nicht auf intimer Ebene. Weder seine Mutter noch seine besten Freunde und erst recht nicht seine Frau.
Das mag damit zusammenhängen, dass er nie gelernt hat seine Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen und ich finde es schrecklich, dass ich ihm das quasi beigebracht habe und er diese Erfahrung nun bei einem anderen Menschen ausleben möchte.
Er hat immer eine Ehe auf Mittelmaß geführt und ich war der absolute Jackpot für ihn. Attraktiv, fürsorglich, selbstlos, selbstbewusst, wertschätzend. Absolut erfüllend für ihn.
Wie kann er jetzt das Gefühl haben, dass ich nicht mehr dieser Jackpot bin und er erkannt habe, dass er bereits alles habe, was er braucht?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bereitschaft der EF (weniger Egoismus, mehr Wertschätzung und mehr Intimität, die sie nicht mal möchte) von Dauer sein wird, weil das bedeuten würde Dinge zu tun, die nicht ihrer Persönlichkeit entsprechen und es bedeuten würde Dinge zu tun, die sie überhaupt nicht möchte (Sex, s. "Pflichterfüllung" beiderseits, weswegen der Sex zw. den beiden ja auch nie gut war).

Ich komme mir so schrecklich entwertet vor. Und mache mir Vorwürfe nicht gut genug gewesen zu sein, um bei mir zu bleiben. Ich weiß, dass 20 Jahre eine lange Zeit sind und eine Trennung so etwas wie Tabula Rasa für ihn wäre. Er würde aus seinem eigenen Haus ausziehen, in dem er aufgewachsen ist und in das er viel investiert hat. Er würde sein Kind nicht täglich sehen und weniger aufwachsen sehen. Und da die beiden viele gemeinsame Interessen haben und sich ja über die Zeit natürlich ans Herz gewachsen sind, wäre auch das ein Verlust.
Aber es will mir einfach nicht in den Kopf, dass die Liebe zur EF jetzt wieder da ist, obwohl er mich liebt.
Es will mir nicht in den Kopf, dass ich nicht mehr sein "Jackpot" bin, obwohl ich nie was getan habe, um diesen "Titel" nicht mehr zu verdienen.

Es fällt ihm leichter als mir, zumal er ja diese Entscheidung getroffen hat. Ich will aber nicht, dass es ihm leichter fällt.
Ich will diese Erkenntnis zurück, von der er nach unserer letzten Trennung gesprochen hat - nur ich, keine Liebe für sie außer "familiärer Liebe". Er hatte gelitten wie ein Hund und hat sich leer gefühlt. Da es ihm nun leichter fällt als mir, kann er ja offenbar nicht so sehr leiden und Leere wird er wohl jetzt auch nicht empfinden.

Ich wünsche ihn mir als Mann an meiner Seite, so wie ich ihn am Anfang unserer "Beziehung" erleben durfte. Nicht so wie er jetzt ist.
Aber anbiedern will ich mich auch nicht. Ich will und werde nicht um eine Beziehung betteln, weil ich mir auch mein letztes bisschen Stolz erhalten möchte.
Aber ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll und fühle mich schlichtweg mickrig.

Zudem habe ich auch Angst vor Abstand, dass ihn das erkennen lassen könnte, dass er tatsächlich gut ohne mich kann.
:shakehead::cry
 

AnnaSonne

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28 Mai 2023
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Er sagte mir, ich kenne ihn so gut wie niemand sonst in meinem Leben. Er habe seine Rüstung für mich abgelegt und niemand stünde ihm so nahe wie ich - ganz allgemein, nicht auf intimer Ebene.
Platinum, es ist der selbe Mann!:dreckig_lacht_smiley:
(Und anscheinend auch die selbe EF)

Nein, das ist ein Witz! Ich hoffe, du kannst ein wenig darüber schmunzeln…
Aber es gibt solche Parallelen im Verhalten dir/mir gegenüber…

Gibt es irgendwo so ein geheimes Männerforum?
„Bei dir bin ich ohne Rüstung!“
Das gibt es doch gar nicht…

Ich weiß genau, wie du dich fühlst.
Nichts wert zu sein, weil er deinen Wert scheinbar nicht erkennt…

Ich habe dazu neulich irgendwo einen guten Spruch gelesen:
Mindere deinen eigenen Wert nicht, nur weil ein Anderer nicht bereit ist, den Preis zu bezahlen!

Daran versuche ich viel zu denken. Und daran wie wertvoll ich für viele andere Menschen bin. Und das bist du auch, Platinum!

Aber man muss auch seinen eigenen Wert sehen können - dafür habe ich mir Hilfe gesucht. Und du bist ja auch in Beratung! Das finde ich toll und es hilft dir hoffentlich!

Ich drücke dich!
 

Nachtstern

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13 Juni 2021
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Hallo Platinum,

mir ist in deinem Posts aufgefallen, dass Du alles viel zu sehr in Frage stellst. Vorallem das was ihr hattet.

Ich denke man sollte da stark differenzieren.
Er ist gekippt bzw. wieder bei EF. Diese Entscheidung muss er auch vor sich selber begründen und rechtfertigen. Dies bedeuten nicht automatisch, dass seine Gefühle für EF plötzlich wieder aufgeflammt sind und die zu Dir verschwunden.

Ich denke es hilft viel, dies nicht immer wieder zu hinterfragen und eher die Situation in die er sich befinde etwas zu verstehen.

Er führt einen Kampf mit sich selber und steht an einer Weggabelung, wo jeder Weg der richtige und gleichzeitig der falsche sein könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Platinum

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458
Dies bedeuten nicht automatisch, dass seine Gefühle für EF plötzlich wieder aufgeflammt sind und die zu Dir verschwunden.

ich kann mich ja nur auf das berufen, was er mir gesagt hat; er liebe sie doch noch als Frau, es fühle sich zwischen ihnen nun wieder so an wie es vor einer Ewigkeit mal war.

Danke auch dir für deine Antwort!
Ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich tue mich allgemein im Leben wahnsinnig schwer mit Akzeptanz, wenn ich etwas nicht verstehe. Für mich muss immer irgendwie alles Sinn ergeben, damit ich meinen Frieden mit einer Sache machen kann.
Ich will mein Verhalten damit nicht rechtfertigen, optimal finde ich das auch nicht. Aber vielleicht ist ein wenig nachvollziehbarer, dass ich da ganz allgemein schon immer so getickt habe.

@Anna
Als ich bei dir gelesen habe, musste ich auch das ein oder andere Mal sehr schmunzeln:lach: Ich hoffe, das sind keine einfachen Floskeln unserer AF :Nichtwissen:()

Danke!!:herz:
 

AnnaSonne

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Er führt einen Kampf mit sich selber und steht an einer Weggabelung, wo jeder Weg der richtige und gleichzeitig der falsche sein könnte.
Da stimme ich Nachtstern zu.
Die Entscheidung für die EF muss nicht richtig sein, ist wahrscheinlich sogar falsch. Da könnte man sich fragen, merkt er es? Ändert er dann den Kurs? Ist es dann noch nicht zu spät? Aber das nützt im Moment nicht…
Er entscheidet sich nicht gegen dich, nur für etwas anderes. Das heißt nicht, dass ihm das leicht fällt oder er keine Gefühle für dich hat…

(Aus der Ferne kann ich das gut so sehen. Obwohl mein Fall ähnlich gelagert ist, sehe ich das für mich überhaupt nicht so…!)
es fühle sich zwischen ihnen nun wieder so an wie es vor einer Ewigkeit mal war.
Ob das so bleibt ist doch auch fraglich. Bei so langen Beziehungen (mein AM und seine EF 30 Jahre) gibt es doch auch so viele Verletzungen, die zu einer Trennung geführt haben. Kann man das einfach vergessen?!
Ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich tue mich allgemein im Leben wahnsinnig schwer mit Akzeptanz, wenn ich etwas nicht verstehe. Für mich muss immer irgendwie alles Sinn ergeben, damit ich meinen Frieden mit einer Sache machen kann.
Es geht mir GENAU SO!
Ich hoffe, das sind keine einfachen Floskeln unserer AF
Nein! Du siehst in seine Augen, wenn er das sagt. Dann weißt du, dass es echt ist.
Meiner hat in meinen Armen so viel geweint, wie noch nie in seinem Leben. Das ist echt! Und bei dir auch!
Und glaub da auch an dich, auch wenn du dich gerade so klein fühlst!
Du würdest dich doch nicht so täuschen (lassen). Auch, wenn Liebe blind macht…
 

beyond

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Er sagte mir, ich kenne ihn so gut wie niemand sonst in meinem Leben. Er habe seine Rüstung für mich abgelegt und niemand stünde ihm so nahe wie ich - ganz allgemein, nicht auf intimer Ebene. Weder seine Mutter noch seine besten Freunde und erst recht nicht seine Frau.
Liebe Platinum

Ich leide fast mit dir, es ist ein wahres Drama, was Männer so aufführen können.

Dennoch möchte ich etwas zu diesem Punkt, den ich zitiert habe, sagen.
Ich treibe mich in einer Art Datingplattform herum und habe schon mit sehr vielen Männern gechattet.
Und es ist eigentlich jedes Mal ähnlich: die sind zu mir total ehrlich, wenn man sich endlich mal für ihre Probleme, vor allem im sexuellen Bereich der Ehe z.b, interessiert. Ich denke, dass mir schon 10 oder 20 Männer anonym Dinge erzählten, die kein Mensch in ihrer Umgebung weiss. Auch wenn der Kontakt sich vertieft, geht es meist genau im das. Man hat endlich wen, der nicht Lebenspartner ist, und mit dem man intimste Dinge besprechen kann. Die man beim Partner nicht ansprechen kann.

Leider ist es ja auch genau aus so einem Grund bei mir eingeschlagen. Dass ein AM mich als F+ und Vertraute bezeichnet und ich deshalb meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle hab. Ich mir genau wie du, und viele hier, denke....er erzählt mir so viel (perfekterweise auch von seiner anderen Affäre:lach:).....also muss ich ihm wichtig sein.

Aber ob es deshalb wirklich so ist. Oder es "nur" eine Art Sorgen Abladen ist.....ich weiss es selbst nicht. Auch der AM wird es nicht sicher wissen.

Männer gondeln da irgendwie spontan herum, entweder es läuft oder nicht, und ich hab auch mal wo gelesen, dass es einem Mann nicht leicht fällt die Verantwortung für seine Familie abzugeben. Die sich extrem viel schwerer trennen als Frauen, die sich sowas besser dutchüberlegen vorher.

Wenn er jetzt mal glaubt, dass er zuhaus alles bekommen wird was er will......muss er eben sehen ob das stimmt oder nicht.
Du kannst da wohl leider nichts machen.
 

Platinum

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Hallo beyond,

ich verstehe, was du meinst, denke aber tatsächlich, dass ich seine engste Vertraute bin. Aus dem simplen Grund, dass er über 40 Jahre immer zurückgesteckt hat, seit seiner Kindheit, und deswegen seine eigenen Gefühlen und Gedanken auf zwischenmenschlicher Ebene nie mitgeteilt hat. Ich habe ihn das allerdings nicht "durchgehen lassen" bei mir und ihm sowohl gesagt und gezeigt, dass es okay ist, zu sich selbst zu stehen.
Letztes Jahr habe ich ihn durch eine schwere depressive Episode begleitet - inzwischen schiebt er sein Handeln sich überhaupt außerhalb seiner Ehe zu orientieren auf diese depressive Episode. An seinem Tiefpunkt habe ich mich zu ihm ins Loch begeben und ihn rausgezogen. Er sagte mir mal vor ein paar Monaten, dass er das ohne mich nicht geschafft hätte. Jetzt musste ich mir anhören, dass EF UND ich ihn aufgefangen haben. Dabei war EF zu dem Zeitpunkt für ihn nur noch nervig.
Sie hat ihn (nachvollziehbar irgendwo) auf Schritt und Tritt kontrolliert und das war für ihn die Hölle. Er wurde morgens auf dem Weg zur Arbeit angerufen, damit er nicht mit mir telefonieren konnte, wenn er auf dem Heimweg wegen Stau später kam, gab es Stress, weil er sich ja zu viel Zeit gelassen habe - möglicherweise ja meinetwegen.

Auf der einen Seite wünsche ich mir für ihn, dass er glücklich ist.
Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass ihre Ehe in die Brüche geht nach allem, was vorgefallen ist. Ich wollte definitiv nicht, dass sie das jetzt irgendwie noch mehr zusammenschweißt...
Und da er es mir selbst immer wieder gesagt hat, war er mit mir am glücklichsten - also wünsche ich mir natürlich, dass er zur Besinnung kommt und zu mir kommt. Endgültig.
 

Platinum

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Hallo beyond,

ich verstehe, was du meinst, denke aber tatsächlich, dass ich seine engste Vertraute bin. Aus dem simplen Grund, dass er über 40 Jahre immer zurückgesteckt hat, seit seiner Kindheit, und deswegen seine eigenen Gefühlen und Gedanken auf zwischenmenschlicher Ebene nie mitgeteilt hat. Ich habe ihn das allerdings nicht "durchgehen lassen" bei mir und ihm sowohl gesagt und gezeigt, dass es okay ist, zu sich selbst zu stehen.
Letztes Jahr habe ich ihn durch eine schwere depressive Episode begleitet - inzwischen schiebt er sein Handeln sich überhaupt außerhalb seiner Ehe zu orientieren auf diese depressive Episode. An seinem Tiefpunkt habe ich mich zu ihm ins Loch begeben und ihn rausgezogen. Er sagte mir mal vor ein paar Monaten, dass er das ohne mich nicht geschafft hätte. Jetzt musste ich mir anhören, dass EF UND ich ihn aufgefangen haben. Dabei war EF zu dem Zeitpunkt für ihn nur noch nervig.
Sie hat ihn (nachvollziehbar irgendwo) auf Schritt und Tritt kontrolliert und das war für ihn die Hölle. Er wurde morgens auf dem Weg zur Arbeit angerufen, damit er nicht mit mir telefonieren konnte, wenn er auf dem Heimweg wegen Stau später kam, gab es Stress, weil er sich ja zu viel Zeit gelassen habe - möglicherweise ja meinetwegen.

Auf der einen Seite wünsche ich mir für ihn, dass er glücklich ist.
Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass ihre Ehe in die Brüche geht nach allem, was vorgefallen ist. Ich wollte definitiv nicht, dass sie das jetzt irgendwie noch mehr zusammenschweißt...
Und da er es mir selbst immer wieder gesagt hat, war er mit mir am glücklichsten - also wünsche ich mir natürlich, dass er zur Besinnung kommt und zu mir kommt. Endgültig.
 

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